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Binge Eating & Bulimie: Die Suche nach den Ursachen

Frauen, die unter Essanfällen leiden, stellen sich häufig die Frage: Wieso?!

Bei Esssucht geht es ums essen. Natürlich, denn in der Esssucht dreht sich alles – und damit meine ich wirklich alles –  um das „was darf ich essen“, „wann“, „wieviel“ und „werde ich davon dick“. Doch die Beschäftigung mit dem Essen und der Figur lenkt uns von dem ab, was da tiefer liegt. Doch was liegt denn da tiefer?

Es gibt ein paar Themen, die mir in der Begleitung von Frauen mit Esssucht immer wieder begegnen.

Fülle des Lebens

  • Mangel
    Mangel fühlt sich an, als wäre man ein Fass ohne Boden. Man kann einfüllen und einfüllen und trotzdem bleibt das Gefühl: Das ist zu wenig. Zu wenig Anerkennung, zu wenig Lob, zu wenig Liebe, zu wenig Glück, zu wenig Erfolg. Da hilft nur Essen, denn Essen füllt mich, Essen macht mich glücklich – leider nur kurze Zeit.
    Langfristig gilt dem Fass einen Boden zu geben.
    Ein Anfang wäre: Täglich vor dem Schlafen gehen, 5 Dinge überlegen, für die ich heute dankbar war.
    Wichtig weiters Psychotherapie und/oder Körpertherapie, es geht um die nachträgliche Nährung des Mangels, der Seele. Sehr wichtig dabei: Geduld. Der Mangel braucht Zeit und stetige Zuwendung.
    Manchmal geht es um ein neu bewerten der Vergangenheit: Habe ich wirklich so wenig bekommen, wie ich denke? Wenn ich tatsächlich so wenig bekommen habe, wie kann ich mir heute das was mir fehlt geben?
  • Scham
    Menschen mit toxischem Schamgefühl fühlen sich minderwertig und verachten sich selbst. Sie halten es nicht für möglich, dass sie irgendein Mensch genauso lieben könnte, wie sie sind. Komplimente anzunehmen ist fast unmöglich. „Die können doch nicht mich meinen, die irren sich!“
    Deshalb werden Masken ausgesetzt und man versucht so zu sein, wie man denkt, dass es „gut“ und „richtig“ wäre. Doch tief im inneren spüren diese Menschen sehr deutlich die Maskarade, den tiefen Selbsthass, die gespürte Unzulänglichkeit.
    Die Sucht hilft diese belastenden Gefühle auszuhalten.
    Doch das Problem dabei ist, dass die Sucht die Scham erhöht: Je öfters Essanfälle auftreten, desto größer wird die Scham, die Situation nicht im Griff und schon wieder versagt zu haben.
    Süchtige können sich nicht selbst lieben. Sie sind für sich selbst ein Gegenstand der Verachtung. Dies führt zu einer Verzerrung des Denkens. Sie denken, sie wären nur dann in Ordnung wenn … wenn sie gesünder essen würden, wenn sie erfolgreicher oder schlanker wären etc. Diese hohen Ziele sind jedoch nie erreichbar, wodurch die Scham noch größer wird. Ein Teufelskreis.
    Was tun? Das Zauberwort heißt: Selbstliebe. Doch wie kann man lieben was man so hasst? Es ist ein Weg der kleinen Schritte. Beginnen kann man indem man mal überlegt, was man an sich eigentlich mag. Viele Menschen müssen hier sehr lange nachdenken. Macht nichts! Nehmen Sie sich die Zeit. Beobachten Sie und suchen Sie solange bis sie etwas finden. Das schreiben Sie dann in ein schönes Büchlein. Und forschen und suchen weiter.
    Weiters gilt auch hier: Hilfe annehmen in Form von Psychotherapie und/oder Workshops.
  • Kontrolle
    Dieses Thema ist eng verbunden mit der Scham: Wenn ich das Gefühl habe, nicht zu genügen, dann kontrolliere ich mich damit ich werde, wie ich mich haben möchte: ich esse immer die perfekte Nahrung, immer bin immer gut drauf (nach außen), bin immer zu allen freundlich.
    Die Kontrolle funktioniert eine Weile sehr gut … dann kommt der Essanfall, der komplette Kontrollverlust. Sich immer und ständig zu kontrollieren kann nicht funktionieren, deswegen haben wir Essanfälle. So weh diese tun, sie erlauben uns komplett von allen Ansprüchen loszulassen, auch wenn es nur für kurze Zeit ist.
    Die Lösung liegt daran, uns anzunehmen wir wir sind. Wir kommen immer und immer wieder zum Thema „Selbstliebe“ zurück 🙂
  • Führe ich das Leben, das ich möchte?
    Dieses Thema ist ebenfalls eng verbunden mit Mangel und Scham. Denn wenn ich mich selbst hasse und immer spüre, das „alles“ zu wenig ist, wie will ich dann herausfinden, was ich möchte oder noch viel wichtiger: Wer bin ich eigentlich, hinter den Masken, hinter dem was andere von mir erwarten, hinter dem was ich so gerne sein würde? Wer bin ich?! Hier geht es um das, was innen drinnen ist, versus dem ewig nach außen gerichtetem. Es geht um die Frage:  Habe ich es verdient, ein glückliches Leben zu führen?
    Hilfreich ist auch hier wieder die Selbstbeobachtung: Bei welchen Aktivitäten, Themen werde ich hellwach? Wann werde ich tot müde? Kann ich beobachten, ob ich nach bestimmten Ereignissen (z.B. Treffen mit bestimmten Menschen, vor bestimmten Terminen) Essanfälle habe (ein gutes Zeichen dafür, dass an dem Ereignis etwas nicht stimmt und eine Änderung ansteht).
  • Angst
    Es macht weniger Angst sich „nur“ um Diäten Gedanken zu machen als sein Leben umzukrempeln. Das Leben mit Esssucht ist zwar nicht angenehm, aber wenigstens planbar: Ein paar Tage strenge Diät, dann ein Essanfall, dann der Selbsthass, dann wieder ein neuer Diätplan, wieder voller Elan einen neuen Diätplan ausarbeiten … Sich sein Leben ehrlich anzusehen kann Angst machen, denn das könnte bedeuten, dass man Änderungen vornehmen muss oder meint die Kontrolle zu verlieren. Kontrollverlust macht Angst. Diese Angst lähmt und ist manchmal schlimmer zu ertragen als die Grauslichkeit der Essanfälle.
  • Körper
    Der Körper ist Schauplatz der Esssucht. Auf dem wird alles ausgetragen. Er ist nie so, wie er sein sollte. Dies beobachte ich bei allen Klientinnen mit Esssucht, wirklich ganz egal ob die Frau Übergewichtig ist, normal gewichtig oder untergewichtig ist (wenn man sich hier nach dem Bodymaß Index BMI orientiert)
    Interessant ist auch, dass es sich die normal gewichtigen und schlanken Frauen meistens genau 5 Kilo abnehmen möchten.  Ich denke das ist weil dies ein Ziel ist, das erreichbar scheint aber doch schwerer zu erreichen ist als nur 2 Kilo. Also wie eine immer etwas zu hoch hängende Belohnung, wie wenn man sich den Erfolg nicht vergönnen könnte und immer etwas braucht, das einem stört, damit man da seine ganze Energie hineinlegen kann. (statt sie auf die Dinge zu lenken, die schmerzen können, siehe den Absatz über Angst)
    Letztendlich geht es darum zu akzeptieren, dass wir ab dem Zeitpunkt wo wir älter als 20 werden und dann v.a. wenn wir Richtung 30 und darüber gehen, eben nicht mehr den Körper einer 16 jährigen haben können.
    Wir müssen uns entscheiden: Akzeptieren wir die Makel oder wollen wir tatsächlich jeden Tag mehrere Stunden harten Sport machen und jeglichen Zucker weglassen? Eine androgyne Figur zu behalten hat ihren Preis, sind wir bereit den zu zahlen? Wenn nein, dann hilft kein raunzen, kein selbst hassen. Dann gilt es die Entscheidung zu akzeptieren und den Körper anzunehmen. Wissend, dass diesem Selbsthass auch eine verzerrte Wahrnehmung zugrunde liegt. Nein, keine Sorge, wenn Sie sich auf diesen Weg begeben, werden Sie nicht dick und fett werden. Ich z.B. habe heute 5-7 Kilo mehr als damals, wo ich mit der Esssucht begonnen hatte. Und fühle mich heute trotzdem schlanker und schöner als damals.
    Wie akzeptiert man seinen Körper, den man doch so hasst? Auch hier wieder der Weg der kleinen Schritte. Gibt es vielleicht ein kleines Detail, das Sie heute schon an sich mögen? Wenn nein, suchen Sie so lange, bis Sie etwas finden. Und hier kann das: „Oh, also das hier ist ja schon mal ganz OK“ beginnen.
    Zum Körper gehört auch Hunger / Sättigung wieder wahrnehmen und damit umgehen lernen.

Was kann aivilo bei diesen Themen für Sie tun?

Tja, was tut man nun mit dem Wissen um diese Themen?

Von Themen zu wissen schafft Bewusstsein, Erweiterung des Blickwinkels. Wenn man sich Themen bewusst wird, stößt man auch immer wieder – scheinbar zufällig – über entsprechende Angebote, Bücher, Seminare etc.

Bei aivilo gibt es unseren Workshops „Stopp den Esszwang“: Da lernen Sie Ihr Hunger / Sättigungsgefühl kennen und Ihren Körper spüren. Durch das „outen“ in der Gruppe nimmt die Scham ab, denn Sie spüren: Ich bin nicht alleine und andere nehmen mich trotz meines Makels an. Hilfreich ist auch zu sehen, dass Sie die anderen genauso wenig verurteilen. Der nächste Termin ist 16/17. Nov 2013

Dann gibt es die Einzelarbeit in der aivilo Praxis. Hier suchen wir gemeinsam den Zugang zu Ihren Körper. Wir geben Ihrem Körper Raum und Zeit seine Bedürfnisse auszudrücken.

Meine Esssucht Geschichte und meinen Ausweg daraus können Sie hier nachlesen: Online pdf zum bestellen

Im aivilo Blog finden Sie laufend Anregungen. Diesen Blog können Sie abonnieren, sodass Sie per Mail über aktuelle Postings informiert werden. Diese finden Sie auch auf Facebook, wenn Sie sich mit „aivilo – ankommen im Körper“ befreunden.

Wenn Sie nach Psychotherapie suchen: Ich arbeite seit Jahren erfolgreich mit der Psychotherapeutin Doris Nowak-Schuh zusammen, die ich wärmstens weiterempfehlen kann.

Binge Eating ist eigenenständige Diagnose

Die Essstörung „Binge Eating Disorder“ (BED) ist seit Mai 2013 eine eigenständige Diagnose. Die Binge-Eating-Störung ist gekennzeichnet von regelmäßigen Essanfällen. Dabei wird in einem abgrenzbaren Zeitraum eine signifikant größere Nahrungsmenge gegessen, als die meisten anderen Leute unter gleichen Umständen essen würden. Während dieser Essanfälle, wird ein Kontrollverlust empfunden. Menschen, die unter einer BED leiden, essen oft sehr schnell – auch wenn kein Hungergefühl verspürt wird. Schuld- und Schamgefühle sind häufige Begleiter. Betroffene versuchen meistens ihr Verhalten zu verheimlichen.

Mehr dazu lesen Sie auf der Essstörungshotline:
http://www.essstoerungshotline.at/aktuelles/2013_07_08_Binge-Eating-Stoerung.html

Die Diagnosekriterien von Binge Eating finden Sie hier: http://www.essstoerungshotline.at/allgemeines/krankheitsbild/Binge_Eating_Disorder_-_Ess-Sucht.html

Eine Form von Binge Eating ist das „night eating syndrom“ (NES). Es handelt sich hierbei um eine Essstörung, bei der Betroffene unter nächtlichem Heißhunger leiden. Es wird von NES gesprochen, wenn mindestens 25 % der täglichen Nahrungsaufnahme nach der letzten Tagesmahlzeit erfolgt, und/oder wenn eine Schlafstörung vorliegt, welche durch Nahrungsaufnahme begleitet wird. NES als solches wird allerdings bislang noch nicht als eigenständige Diagnose im Diagnoseklassifikationssystem ICD-10 geführt.

Binge Eating bei erwachsenen Frauen

Sind Essstörungen wie Binge Eating nur etwas für junge Leute oder „dürfen“ das erwachsene Frauen auch haben?!

Binge Eating Disorder bedeutet regelmäßige Essattacken, die versucht werden mit Diäten oder Fastenkuren auszugleichen. Oft verbringen Frauen viel zu viele Jahre in diesem immer gleichen Teufelskreis – immer in der Hoffnung sich irgendwann einmal beständig disziplinieren und ihr Ideale erreichen zu können. Der seelische Hunger, der hinter diesem Muster steckt, wird dabei nur zu leicht übersehen.

Esssucht nicht nur eine Sache von Jugendlichen

So ziehen die Jahre ins Land … und plötzlich finden sich diese Frauen auf ihrer eigenen 30er Feier wieder.

In unseren Workshops erleben wir immer wieder Frauen der Altersklasse 30+, die sich lange nicht trauen, sich zu unserem Workshop anzumelden, da sie denken, sie sein schon viel zu alt um eine Essstörung zu haben. Sie wagen es kaum, sich selbst diese Tatsache einzugestehen und wenn dann genieren ich unendlich dafür.  In den Medien ist ja meistens von Jugendlichen oder sehr jungen Frauen die Rede, mittlerweile auch immer häufiger von Kindern.

Doch hier können wir Sie beruhigen. Unser Workshop richtet sich an erwachsene Frauen. Die meisten unserer Teilnehmerinnen sind zwischen 25 und 40. D.h. sie stehen meist schon im Berufsleben, viele haben bereits eigene Kinder.

Unsere Teilnehmerinnen sind meistens erleichtert zu wissen, dass sie nicht alleine sind und dass es nie zu spät ist, um etwas in der Tiefe zu verändern.   

Also in diesem Sinne: Trauen Sie sich anzumelden für unseren Workshop: Stopp den Esszwang

 

Binge Eating – der Ausweg kann gelingen!!

Heute erreichte mich folgende Mail. Sie hat mir die Gänsehaut rieseln lassen, weil sie genau auf dem Punkt bringt, was für den Ausweg aus dem Binge Eating bzw. aus der Esssucht wichtig ist:

Liebe Frau Mag. WOLLINGER!

Ich war letztes Jahr bei Ihnen und verfolge seit letztes Jahr regelmäßig Ihre Beiträge.
Vor allem ihr selbst geschriebenes Skript und die damit verbundenen Anweisungen waren für mich ein wichtiger Teil aus dem Weg meiner Esssucht.
Die Esssucht als etwas zu sehen, das man selber braucht, das damit ein Nutzen verbunden ist und es als „Alarmanlage“ dient hat mir sehr geholfen.

Es hat bei mir sehr lange gedauert, bis ich selbst gesehen habe, dass Esssucht mehr ist, als nur Essen bzw. Brechen.
Ich hatte viele Stunden meines Lebens mit Essen und Brechen verbracht. Ich dachte mir, wenn ich aufhöre zu brechen, bin ich wieder gesund – weil ja anscheinend dann kein offensichtlicher Defekt mehr vorliegt.

Doch wie Sie auch ,ist es mehr. Mit den Themen mit Selbstliebe, Perfektionismus, Körper spüren lernen, Emotionen ausdrücken werde ich tagtäglich konfrontiert.

Es ist wirklich ein langer, harter und sehr lohnenswerter Weg. Es gibt immer wieder Rückschläge, aber ich gehe anders damit um. Ich sehe sie als Hürden, die zur meiner Reifung dienen. Es ist nicht entscheidend was war – sondern die Entwicklung zählt.

Ich habe begonnen Nahrungsmittel als meine „Freunde zu sehen“ und nicht als Bedrohung. Ich stelle mir oft die Frage: Wie nähre ich mich am besten?
Und ich lasse es mir schmecken und esse bewusst.

Ich habe in vielen Bereichen meines Lebens meine Einstellung verändert. Ich glaube nicht nur mehr, wenn ich etwas leiste, bin ich etwas wert. Ich erlaube mir zu scheitern. Eine Superwoman kann auf der Dauer nicht existieren. Die Fassade fängt immer zu bröckeln an.

Zusätzlich gestehe ich mir zu, müde zu sein. Die Müdigkeit und dass ich Zeit zum Ausruhen brauche gönne ich mir zu und äußere es auch gegenüber anderen.

Am schwierigsten ist es für mich zu Vertrauen und die Kontrolle los zu lassen. Ich vertraue darauf, dass mein Körper die für sich passenden Nahrungsmittel und das damit verbundene Gewicht aussucht. (schwierig)
Vertrauen darauf, dass sich alles zum Guten wendet.
Vetrauen gegenüber den eigenen Gefühlen. Die Ja und Nein Gefühle deutlich spüren und das damit verbundene Grenzen ziehen braucht für mich Zeit.

Ich sehe mittlerweile meine Essucht als Geschenk, weil ich nicht blind in den Tag hinein lebe. Allein mir zu liebe muss ich zu mir selber ein bisserl nett sein.

Ich wünsche allein viel Mut, Kraft und wunderschöne Erlebnisse auf eurem Weg aus der Essucht!

Ihenen, liebe Frau Mag. Wollinger, wünsche ich schöne Begegnungen und Freude an Ihrer Arbeit!

Sie können meinen Beitrag in anonymer Form verwenden.
Vielen Dank!
Mit freundlichen Grüßen S.

Binge eating im Alltag

Die Heilung von Binge Eating ist möglich, doch es ist ein Prozess, der nicht von heute auf morgen zu schaffen ist. Das ist eine Tatsache. Der Weg aus der Esssucht beginnt damit, auch dies zu akzeptieren. Letztens erreichte mich folgende Mail einer ehemaligen Worskhop Teilnehmerin, die diesen Kampf, das auf und ab beschreibt: (ich darf sie hier mit ihrer Erlaubnis veröffenlichen, den Namen habe ich verändert, spezielle Infos zu ihrer Person mit XX anonymisiert)

Hallo Olivia,

seit einigen Tagen überlege ich mir, ob ich dir schreiben soll.

Ich würde dich gerne nochmal etwas fragen bzgl. dem Essen/meinem Essen, da ich merke, dass es mich beschäftigt und ich aber gar nicht weiß wie ich damit umgehen soll, bzw. was dahinter steckt.

Es ist so, dass ich ständig Lust auf Schokolade und Süßes habe. Ich habe dir das schon einmal geschrieben. Das fängt schon morgends an, dass ich nach dem normalen Frühstück (Brot, Müsli + Obst = esse ich eigentlich sehr gerne) immer noch Lust auf Schokolade habe. Ich esse dann meist ein bisschen Schokolade um diese Lust zu stillen. Wenn ich daheim bin bei meinen Eltern, löffel ich immer ein bisschen im Nutella meiner Schwester rum. Wenn ich dann in der Arbeit bin, so gegen 8Uhr, habe ich nach ca. 30Min wieder Lust auf etwas Süßes. Das kann ich mir gar nicht erklären (meine momentane Arbeit als Aushilfs-Sekretärin ist soweit ok – sonst bin ich XX, was mir gar nicht mehr gefällt).

Nach dem Mittagessen schließe ich meist mit Süßem ab, Schokolade oder ähnliches. Das ist für mich ok, doch auch hier muss ich auch immer „aufpassen“, dass ich nicht in „zu viel essen/ in einen Süßigkeiten-Wahn“ komme. Schon ein paar Bissen zu viel können bei mir der Auslöser sein, dass ich weiter und weiter esse.

Abends ist es für mich auch immer schwer, dass ich nicht weiter esse. Ich muss dazu sagen, dass ich meist neben dem Fernseh schauen esse, da es in unserer WG nicht üblich ist, in der Küche zu essen (aus verschiedenen Gründen). Ich merke oft, dass ich nach dem Abendessen auch noch Lust habe hier und da noch etwas zu essen/naschen und auch wieder Schokolade. Wenn ich dann nicht sofort zum Sport gehe, dann kann das sehr ausarten.

Im allgemeinen merke ich, dass ich abends vermehrt Probleme habe mit dem Essen, wenn ich früher Heim komme, oder dann nach dem Abendessen nicht sofort in den Sport gehe, oder einen anderen Termin habe. Manchmal sehne ich mich einfach nach Ruhe und auch nach „daheim bleiben wollen“, doch dann scheine ich aus Langeweile essen zu wollen. Ich weiß es nicht genau, was mich am Abend so dazu treibt… es kann sein, dass die anderen Faktoren alle ok sind, z.B. Arbeit, Beziehung, wenig Stress, usw….

Vielleicht liegt es daran, dass ich innerlich doch auch immer noch unzufrieden mit mir selber bin. Nach außen hin würde ich sagen komme ich mit mir selber zurecht. Doch innerlich scheine ich mich nicht zu mögen. Ich würde gerne abnehmen und schlanker sein, ich würde auch gerne mich selber mehr mögen wollen, mir von innen heraus sagen können, dass ich mich mag. Doch ich glaube, dass ich schon auch sehr unbewusst an mir selber rumnörgel und mich selber schlecht mache. Ich merke, dass ich mich z.B. auch gar nicht richtig glücklich fühle, sonder meist ist mein Befinden ein „OK“.

Beim Sport lese ich während des Rad fahrens immer gerne deine Publikation, die ich sehr gut finde und die mich total anspricht. Ich denke dann oft, dass ich mehr für mich machen sollte, z.B. mehr lesen, vielleicht mal wieder einen Workshop, ich auch daran erinnern, was ich im November bei deinem Workshop erlebt und mitgenommen habe z.B. mir sagen, dass mein Süßigkeitenkonsum ok ist usw….  – doch so wirklich mache ich das nicht.

Momentan ist es auch so, dass ich hin und her gerissen bin zwischen „abnehmen wollen“ und „alles Essen wollen, worauf ich Lust habe“. Ich habe noch Kleidung in meinem Schrank mit Größe 36, die ich mir 2009 während eines Therapeutischen Wohnens gekauft hatte (ich habe damals sehr abgenommen). Ich würde so gerne wieder in diese Kleidung passen wollen, da viele Teile ungetragen oder max. 1x getragen sind. Letztens hat mich das nachts so beschäftigt, dass ich sogar aufgewacht bin und mir die Klamotten aus dem Schrank hängen musste, dass ich sie am nächsten Tag anprobieren konnte, ob die „endlich“/“schon“ passen. Das war leider nicht der Fall und ich habe sie deprimiert und enttäuscht wieder in den Schrank gehängt. Gleichzeitig habe ich aber diesen Starken Drang nach Scholokade/Kekse usw…., dass ich mir Süßes gönne. Oh man!!!!!

Diese ganze hin und her gerissen sein führt dazu, dass ich inzwischen angefangen habe zu erbrechen wenn ich mir zu sehr überesse. Ich mag dieses Gefühl nicht mehr in mir haben, so vollgestopft zu sein, ich habe starke Angst davor zu zu nehmen, dass meine Anstrengungen mit dem Süßigkeiten-Essen zu nichte gemacht werden….auch meine Bemühungen im Sport (obwohl ich gerne Sport mache und ich mich danach immer gut fühle)…. usw…

Vielleicht fällt dir ja etwas zu meiner Mail ein. Ich würde mich freuen, wenn ich von dir hören, gerne auch aus deinen eigenen Erfahrungen oder auch wie meine Mail auf dich wirkt. Ich hoffe, ich habe sie nicht zu wirr geschrieben. Denn eigentlich wollte ich gar nicht so viel schreiben, doch während des schreibens ist mir immer mehr eingefallen, das ich dir gerne von mir erzählen will, um dir zu sagen, zu beschreiben wie ich „ticke“.

Ganz liebe Grüße N.  …. und vielen Dank für’s zuhören :o)

Hier meine Antwort:

Liebe N.,

der Inhalt Deiner Mail ist sehr komplex und spiegelt das Wesen der Esssucht sehr gut. Denn Esssucht ist komplex. Man denkt es sei alles einfach „nur“ essen, ist es aber nicht.

Manchmal ist es schwer das „warum“ zu ergründen, manchmal erschließt sich das erst im Nachhinein. Da ist es wichtig, nicht zu viel Energie hineinzustecken sondern mehr in das Jetzt, also was brauche ich jetzt eigentlich wirklich. Diese Frage alleine zu lösen ist schwer. Daher gleich meine Frage:

Bist Du in Begleitung? Wenn nein rate ich Dir, Dir Hilfe zu gönnen, damit Du nicht im Kreis drehst. Am besten eine Therapeutin, die mit der Körperebene arbeitet. Die Gedanken scheinen überhand zu nehmen und da ist es wichtig, wieder in den Körper zu gehen.

Weiters: Hast Du Dich schon mit 5-Elemente (TCM) Ernährung beschäftigt? Dein Heißhunger kann auf physische Gründe haben. Ich empfehle Dir, Dich mit Porridge zu beschäftigen, siehe http://www.aivilo.at/category/kochrezepte-5-elemente/

Weiteres „heißes“ Thema: Selbstliebe. Da zu gibt es z.B. ein wunderbares Buch (auch als Hörbuch) von Bärbel Mohr.

Ich habe den Eindruck, dass Du Dich grad im Kreis drehst oder im eigenen Saft kochst, wie man so schön sagt. Ich habe das Gefühl, es braucht neuen Input von außen um weiter zu gehen.

Kannst Du damit was anfangen?

Liebe Grüße, Olivia

Die Antwort von N:

Liebe Olivia,

Danke für Deine Antwort.

Ja, ich kann mit deinen Zeilen etwas anfangen. Ich habe auch schon mal auf deiner Internetseite die Rezepte durchgestöber und die 5-Elemente-Ernährung gesehen. Ich möchte mir das noch näher anschauen.

In Begleitung bin ich – eigentlich schon sehr lange, allerdings nur auf Verhaltenstherapie. Mit Körpertherapie habe ich mich bis jetzt noch nicht beschäftigt, ich werde mir das mal anschauen und ein bisschen im Internet googlen was es hier in XX für Adressen gibt. Gibt es denn von deiner Seite aus einen Tip worauf ich bei einer Körpertherapie achten sollte – wären Erfahrungen mit Essstörungen bei der Therapeutin von vorteil?

Als ich in deinem Workshop war hast du mir auch ein Hörbuch genannt, das du momentan selber hörst. Ebenso habe ich mir auch das Buch augeschrieben „Essen als Eratz“. Die Notiz liegt seit dem Besuch bei dir an meinem Laptop, da ich es bis jetzt nicht geschafft habe mir das über Amazon zu bestellen – ich glaube da kommt dieser innere Kritiker, der an meine Tür klopft und sagt „braucht es das denn wirklich?! – Im Nachhinein liegt es womöglich nur im Schrank rum…..“.

Ich möchte mir das nochmals zu Herzen nehmen….

Herzlichen Dank für deine schnelle Antwort,

ganz liebe Grüße,

Daniela

und schließlich:

Liebe N.,
Ja tu das alles …. das klingt nach Bewegung! Bewegung ist gut!Ich glaube direkte Erfahrung einer Therapeutin mit Esssucht ist nicht notwendig aber hilfreich. Es geht um die empathische Begleitung bei Körperschema-Themen und vor allem darum: Alles was ich denke … wie spürt sich das in meinem Körper an? Welches Gefühl macht das? Wo in meinem Körper ist das lokalisiert? Es geht darum, dass Du nach der Therapie das Gefühl hast: Da bewegt sich was. Wenn Stillstand ist unbedingt mit der Therapeut/in besprechen!!Ganz gut sind auch Aufstellungen, aber vielleicht war das ja schon Teil Deiner Therapie. Also alles was nicht nur denken-reden ist sondern spüren, fühlen und dadurch erkennen. Liebe Grüße!Olivia

 

Wenn sich „nichts“ tut am Weg aus der Esssucht

Woran lässt sich festmachen, dass Sie gut am Weg aus der Esssucht sind? Welche Indikatoren gibt es? Ist es „nur“ der Essanfall, der als Kriterum für den Ausstieg aus der Esssucht hergenommen werden kann oder gibt es doch noch andere?

In meine Praxis kommen immer wieder Frauen mit Esssucht (Bulimie und/oder Binge Eating), die mir erzählen, das sie schon soooooo viel gemacht hätten und das hätte alles „nichts“ gebracht. Da frage ich dann meistens nach, was heißt denn „nichts“? Die Antwort ist meistens: Die Essanfälle sind noch da!!! Aha! Da liegt der Wurm!

Es ist sehr sehr wichtig zu wissen, dass die Tatsache ob Essanfälle da sind oder nicht kein geeigneter Indikator dafür ist, ob der Weg aus der Esssucht erfolgreich beschritten wird. Denn: Die Essanfälle werden solange bleiben, bis sie von uns nicht mehr gebraucht werden. Das heißt, es ist gut damit zu rechnen, das sie uns noch eine Weile begleiten werden und das ist gut so, denn sie erfüllen einen wichtigen Zweck in unserem Leben. (auch wenn wir das nur ungerne anerkennen möchten)

Wie kann also man dann „messen“, ob sich etwas getan hat? Es vor allem folgende Indikatoren:

Qualität der Essanfälle

Fragen Sie sich z.B.: Hat sich die Qualität meiner Essanfälle verändert im Vergleich zu vor 1 bis 2 bzw. 5 Jahren?  Schauen Sie genau hin! Essen Sie vielleicht weniger unappetitlich als damals? Essen Sie weniger verschiedene Speisen durcheinander? Sind es vielleicht „nur“ noch von einer Speise die doppelte Menge? Wechseln Sie noch immer wie wild zwischen süß und salzig hin und her? Brechen Sie seltener? Hat sich die Größe der Essanfälle vielleicht verändert? Also reichen vielleicht 100g Schokolade statt 500g? Prüfen Sie genau! Wie ist es jetzt, wie war es damals? Ist der Essanfall vielleicht weniger dringlich als damals, also wäre es nicht so schlimm, wenn Sie noch eine halbe Stunde länger warten müssten? Wenn sich hier Veränderungen ergeben haben, können Sie das als Erfolg werten! Nicht die Tatsache, dass der Essanfall noch da ist sondern die Veränderung der Qualität zählt.

Veränderungen im (Alltags-)Leben

Weiters betrachten Sie Ihr Leben und vergleichen Sie:  Kann ich öfters anders / besser umgehen mit schwierigen Situationen in meinen Leben als vor 1 bis 2 bzw. 5 Jahren? Hat sich in meiner Lebenssituation etwas verbessert im Vergleich zu vor 1 bis 2 bzw. 5 Jahren? Denken Sie beim prüfen der Veränderungen so klein wie möglich, also werten Sie nicht nur große Dinge wie Jobwechsel, Wohnungswechsel oder ähnliches. Unser Alltag ist eine Summe aus Banalitäten, aus kleinen Dingen und Gesten. Können Sie z.B. ab und zu nein sagen, wo es früher noch ein ja war? Achten Sie ein bisschen mehr auf Ihre Bedürfnisse als früher? Können Sie ab und zu so sein, wie Sie sind ohne sich zu genieren? Trauen Sie sich Dinge, die sie sich vor ein paar Jahren noch nicht getraut hätten? Wenn sich hier Änderungen ergeben haben, ist das als Erfolg zu werten!

Ich bin mir fast sicher, dass Sie bei genauer Prüfung wie oben beschrieben Änderungen feststellen werden. Vielleicht nicht die Änderungen, die Sie sich wünschen (z.B. keinen Essanfall sein, „immer“ glücklich und froh sein und sich „immer“ rank und schlank fühlen) dafür aber ganz viele andere Dinge.

Und sollte sich tatsächlich und wirklich rein überhaupt gar nichts getan haben, so ist eine Änderung Ihrer Strategie zu empfehlen oder vielleicht braucht es andere Professionisten für Ihre Begleitung. Sprechen Sie mit Ihrer/Ihrem Therapeuten/in darüber!

 

Wozu sind Essanfälle da?

Wer an Esssucht leidet hasst v.a. die regelmäßigen Essanfälle. Doch so paradox das für die Betroffenen auch klingen mag: Die Esssucht ist da, weil sie gebraucht wird. Sie hat einen Sinn, sie hilft den Betroffenen, mit ihrem Leben und mit ihren Problemen fertig zu werden. Sehr anschaulich beschreibt dies Anita Johnston in ihrem Buch: „Die Frau, die im Mondlicht aß“

Stell dir vor, du stehst im Regen am Ufer eines tosenden Flusses. Plötzlich rutscht die vom Wasser aufgeweichte Böschung unter dir ab. Du fällst ins Wasser und wirst von den Stromschnellen mitgerissen. All deine Bemühungen, dich über Wasser zu halten, sind vergeblich und du wirst wohl ertrinken. Doch zufällig schwimmt ein großer Balken vorbei, an den du dich klammern kannst. Dieser Balken hält deinen Kopf über Wasser und rettet dir das Leben. An den Balken geklammert, schwimmst du stromabwärts und gelangst schließlich wieder in ruhigeres Wasser. In der Ferne erblickst du das Ufer und du versuchst, dorthin zu schwimmen. Doch das gelingt dir nicht, weil du dich immer noch mit einem Arm an den dicken Balken klammerst und mit dem anderen Schwimmzüge machst. Wie ironisch, dass das, was dir das Leben rettete, dir jetzt im Wege steht. Am Ufer stehen Menschen, die deinen Kampf mit ansehen und brüllen: „Lass den Balken los!“ Aber das kannst du nicht, denn du hast kein Vertrauen in deine Fähigkeit, es bis zum Ufer zu schaffen. (…) Wenn man von einer Essstörung geheilt werden will, muss man diejenigen Fähigkeiten ausbilden, die man braucht, um den Balken zu ersetzen. (…) Und sehr, sehr langsam und vorsichtig lässt du den Balken fahren und übst ein paar Schwimmzüge. Wenn du drohst unterzugehen, klammerst du dich rasch wieder an. Dann lässt du den Balken wieder los und übst Wassertreten und wenn du müde wirst, hältst du dich wieder fest. Nach einer Weile versuchst du, einmal um den Balken herumzuschwimmen, dann zweimal, dann zehnmal, zwanzigmal, hundertmal, bis du genügend Kraft und Vertrauen hast, um bis zum Ufer zu gelangen. Erst dann kannst du den Balken vollständig loslassen.

Für den Weg aus der Esssucht ist es also sehr wichtig, die Essanfälle als Warnlampe zu begreifen, als Zeichen, das etwas nicht stimmt im Leben. Das gilt sowohl bei Bulimie als auch beim Binge Eating (d.h. Essanfälle ohne Erbrechen). Manchmal weißt man, was das ist, viel öfters weiß man es nicht. Seine Essanfälle zu aktzeptieren heißt nicht, dass man ihnen damit sagt, dass sie ewig bleiben sollen. Seine Essanfälle zu akzeptieren heißt, mit ihnen zu arbeiten und auf sie zu hören statt gegen sie zu kämpfen. Es heißt zu akzeptieren, dass sie gehen werden, wenn es Zeit ist und sie nicht mehr gebraucht werden. Dieses Umdenken braucht seine Zeit. Wenn es vollzogen ist, ist ein sehr großer Schritt aus der Esssucht geschafft.

Esssucht „besiegen“?!

In meiner Praxis oder bei den Seminaren kommen mir oft Wünsche unter wie

„Ich möchte meine Esssucht … besiegen, loswerden, anbringen, weg haben…“

Verständlich, dass wir loshaben wollen, was uns belastet.

Wenn wir jedoch davon ausgehen, dass Esssucht ein Teil von uns ist, hieße das nicht auch, dass wir somit uns selbst besiegen, loswerden, anbringen, weg haben… wollen?

Wäre es vielleicht heilsamer zu sagen:
Ich möchte meine Esssucht verstehen? Möchte verstehen warum ich an Bulimie bzw. Binge Eating Disorder leide.
Ich möchte ihr zuhören, was sie mir zu sagen hat und daraus lernen?
Danke meine Esssucht, dass Du mir hilfst, mein Leben lebenswert zu machen.
Du bist momentan ein Teil von mir, also nehme ich Dich in Liebe an.
Auch wenn ich oft entsetzlich leide, bist Du trotzdem ein Teil von mir. (und ich versuche mich lieb zu haben, so wie ich bin, mit allen meinen Fehlern) Auch wenn ich Dich momentan nicht verstehen kann, irgendwann werde ich es.

Und damit vertrauen, dass die Esssucht gehen wird, wenn sie ihre Funktion, ihre Mission, ihre Botschaft erfüllt hat.

Wann kippt ein „Diät-Tick“ in Esssucht?

Auf seine Ernährung und seinen Körper zu achten ist eine gute Sache, keine Frage! Doch es gibt eine Grenze, in der dieses liebevolle auf sich achten umschlägt in Selbstkontrolle, Selbstbestrafung und Sucht … Esssucht. Wo liegt diese Grenze? Ab wann ist es ein „gut auf sich schauen“, ab wann ist es „Esssucht“?

Die Gedanken an Essen beherrschen das Leben

Esssucht ist es dann, wenn die Gedanken ständig um Figur oder Essen kreisen. Diese Gedankenkreise beherrschen das tägliche Leben. Die Gedanken an Essen haben mit „liebevoll“ nichts mehr zu tun, sie sind eher mit „angstvoll“ oder „hassbesetzt“ zu beschreiben.

Um zu verstehen, was damit gemeint ist, lassen wir Betroffene selbst zu Wort kommen:

Das Essen beherrscht meine Gedanken und mein Leben. Es beginnt, wenn ich am Morgen die Augen öffne: Was habe ich gestern gegessen? Wie viel darf ich jetzt frühstücken, oder verzichte ich am besten ganz auf das Frühstück? Dann geht es weiter auf dem Weg zur Arbeit. Praktisch an jeder Ecke lauert die Gefahr, es gibt überall Bäcker, Supermärkte, Restaurants… Diesen Verlockungen zu widerstehen fällt mir sehr schwer. Wie sehr beneide ich die Anderen, die einfach zugreifen, wann immer sie möchten.

Ständig rechne ich aus, wie viel Kalorien ich noch essen darf. Auf der Straße blicke ich neidisch auf schlanke Frauen. Die Gedanken an Essen lassen mich so gut wie nie los, egal wo ich bin – in der Arbeit, im Kino, im Theater,… Sogar der letzte Gedanke des Tages gehört dem Essen: Bevor ich einschlafe lasse ich die gegessenen Kalorien revue passieren und überlege den Diätplan für den nächsten Tag. Beim Einschlafen stelle ich mir oft vor, wie ich ein Schokoladenstück nach dem anderen esse. Diese Gedanken machen mich wenigstens nicht fett, so hoffe ich.

Ich hasse meinen Körper. Ich fühle mich ständig beobachtet und habe das Gefühl, dass sich jeder über meine Figur lustig macht. Das geht sogar so weit, dass ich es nicht wage, während eines Vortrags die Toilette aufzusuchen. Ich habe Angst, dass mir dann alle auf meinen Hintern starren. Im Schwimmbad war ich schon lange nicht mehr. Wenn ich dort hin muss, so ist das eine richtige Qual für mich. Die vielen Schaufenster in der Stadt machen mich wahnsinnig. Ständig spiegelt sich darin mein fetter Hintern. Ich möchte mich nicht andauernd ansehen müssen.

Ich teile Lebensmittel in ‚erlaubte‘ (z.B. Obst, Salat, Gemüse, Joghurt, Vollkornprodukte) und ’nicht erlaubte‘ (z.B. Süßigkeiten, Mehlspeisen, Fettiges) ein. Wenn ich etwas ‚Verbotenes‘ (z.B. Schokolade) esse, denke ich „jetzt ist es eh schon egal“ und esse so viel, bis ich nicht mehr kann. Während ich esse, beschließe ich, ab morgen nie wieder zu ’sündigen‘.

Ich habe Schuld- und Reuegefühle, wenn ich esse. Ich habe das Gefühl, schon bei den geringsten Essensmengen zuzunehmen. Das einzige, was ich mir erlauben kann sind Sachen ohne Kalorien, die ich auch in großen Mengen zu mir nehme, z.B. Cola-light, schwarzer Kaffee oder Tee, zuckerfreier Kaugummi, Süßungsmittel.

Ich habe Angst mit dem Essen zu beginnen, da ich fürchte nicht aufhören zu können. Oft ist es nur ein Bissen, der zu viel ist und schon befinde ich mich mitten in einem Essanfall. Während des Essens ist der Gedanke an das herannahende Ende der Mahlzeit fast unerträglich. Mein Appetit und meine Gier scheinen unendlich groß zu sein.

Manchmal, wenn ich mir einen Toast mache, kann ich es gar nicht erwarten, bis er fertig getoastet ist und esse ihn halbfertig auf. Es ist auch schon vorgekommen, dass ich Essen, das ich bereits weggeworfen habe, wieder aus dem Mistkübel heraushole und esse. Eigentlich grauslich, was ich da tue. Ich ekle mich vor mir selbst.

Oft ist mir gar nicht bewusst, dass ich esse. Ein Bissen hier, ein Bissen dort und plötzlich finde ich mich in einem Essanfall wieder. Ich gebe sehr viel – viel zu viel – Geld für Essen aus. Ich bin leider unfähig, echten physischen Hunger zu erkennen, von Sättigung ganz zu schweigen. Ich habe ein sehr unregelmäßiges Essverhalten. Überessen und Fasten wechseln einander ab. Ich halte ständig Diät und zähle die Kalorien aller Speisen, die ich zu mir nehme. Ich habe enorme Panik vor dem Zunehmen. Ich halte mich immer für zu dick.

Ich stelle mich mindestens 1x täglich auf die Waage, meistens öfters. Wenn ich mehr wiege als gestern, und sind es nur ein paar Gramm, so ist der Tag für mich gelaufen, meine Stimmung sinkt dann in den Keller. Wenn ich ein bisschen weniger wiege, so ist alles super. Wenn die Batterie meiner Waage kaputt ist, verfalle ich in regelrechte Panik.

Manchmal kann ich mich stundenlang mit Essen beschäftigen ohne etwas zu essen. Ich streife manchmal durch den Supermarkt, nehme Lebensmittel in die Hand, rieche an ihnen, berühre sie, aber kaufe sie nicht.(wenn ich einen guten Tag habe schaffe ich das! Dann bin ich sehr stolz auf mich). Oder ich schaue mir Kochbücher an, stundenlang. Das ist dann irgendwie ein Ersatz. Ich habe auch schon für meine Verwandten gekocht, ohne selbst etwas zu essen. Die haben alles aufgegessen, aber ich war stark! Gemeinsames Essen ist mir überhaupt unangenehm, ich sage denen meistens, das ich schon gegessen habe. Mir ist es am liebsten, wenn ich meine Essensmenge einteile. Wenn ich esse teile ich das Essen dann in kleine Stücke und kaue ganz oft, denn ich habe gehört, dass das gesund ist. Ansonsten sitze ich nicht gerne still, denn da verbrennt man ja nichts. Ich habe entdeckt, dass ich sogar im Kino- oder Theatersessel unauffällig Übungen zur Muskelstärkung machen kann.

Manchmal ist mir so richtig eiskalt, im Winter eigentlich ständig. Wenn ich ganz ehrlich bin habe ich schon lange keine Monatsblutung mehr gehabt. Aber das stört mich eigentlich gar nicht. Meine Haut ist total trocken, da creme ich mich aber regelmäßig ein. Das mag ich gar nicht, weil ich mich so ungerne berühre. Achja, apropos Haut: Manchmal habe ich so richtige fette Pickel, da fühle ich mich dann immer besonders hässlich. Ich bin auch sehr oft sehr müde. Vielleicht hat das ja auch mit den Abführmittel zu tun, aber ich habe Angst zuzunehmen, wenn ich die weglasse.

Mein Wohlbefinden bzw. meine Laune hängen davon ab, ob ich einen ‚guten‘ oder ’schlechten‘ Esstag hatte. Wenn ich es schon wieder nicht geschafft habe, meine Diät einzuhalten, fühle ich mich als Versagerin. Wenn ich krank bin, oder wirklich große Sorgen habe, ist mein erster Gedanke: Toll, vielleicht nehme ich ja ein wenig ab. Eigentlich pervers. Ich sollte mir doch wünschen, dass es mir gut geht!

Ich habe starke Gewichtsschwankungen, ich besitze mittlerweile drei verschiedene Konfektionsgrößen. Ich hasse mich, wenn ich wieder die größte Größe anziehen muss. Mein größter Wunsch ist es, wieder in die zu klein gewordenen Kleidungsstücke zu passen.

Meistens gelingt es mir unter Tags recht gut meinen Diätplan durchzuhalten, doch meistens am Abend überkommt mich dann der Essanfall. Ich verstehe das nicht. Warum kann ich am Abend nicht diszipliniert sein? Ich schäme mich für meine Essgewohnheiten. Daher esse ich in Gegenwart anderer gemäßigt und hole dann das Versäumte nach, sobald ich alleine bin. Ich lebe ein Doppelleben. Ich lebe mit einer riesengroßen Lüge.

Letzens war ich mich einer Freundin in einem Restaurant und wir aßen je eine Pizza. Meine Freundin meinte danach, dass sie nun nicht einmal mehr einen Bissen hinunterbringen würde. Seltsam, ich hätte noch locker weiteressen können, was ich natürlich nicht tat und auch nicht zugab. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich maßlos bin. Ich kenne keine Grenzen.

Es ist mir unmöglich, Essen übrig zu lassen. Ich schaffe es auch dann nicht, wenn ich schon zum „Platzen“ voll bin. Essen z.B. ins Büro mitzunehmen stellt für mich ein Problem dar. Ich esse alles vorzeitig auf. Bereits am Vormittag ist dann alles längst geplündert. Auch bei einer Wanderung etwas mitzunehmen ist sehr schwierig für mich. Ich muss ständig an das Essen denken, das ich in meinem Rucksack mit mir trage. Am liebsten würde ich alles sofort aufessen, wären da nicht meine Freundinnen, denen ich meine Gier nicht offenbaren will. Essen zu Hause zu haben, ist auch ein großes Problem für mich. Selbst Joghurt, Obst, Müsli und Nudeln ‚überleben‘ nicht lange.

Essen abzulehnen ist für mich praktisch unmöglich. Ich hasse meine KollegInnen, wenn sie wieder einmal für alle einen Kuchen mitbringen. Ich habe das Gefühl, dass meine Freundinnen jeden meiner Bissen beobachten und sich innerlich über meine Gier wundern. Mir ist also ob mir jeder Passant die bereits gegessenen Mengen von weitem ansieht.

Ich vergleiche meine Essensmengen ständig mit jenen meiner Freundinnen. Meistens versuche ich weniger zu essen, aus Angst, dass meine Gier offensichtlich wird. Außerdem weiß ich selbst nicht mehr, wann ich satt bin. In Restaurants wähle ich immer die gesunde Alternative also z.B. Salat. Und überhaupt: Warum möchten eigentlich alle Leute immer Essen gehen, wenn sie sich am Abend treffen? Das stresst mich wahnsinnig.

Ich meide Partys, Familienfeste, Buffets etc. da sonst mein aktueller Diätplan durchkreuzt werden könnte. Buffets sind überhaupt die Hölle für mich. So viel Essen und das alles gratis. Ich könnte dort unendlich viel essen, ich habe nur Angst, dass alle sehen was ich in mich hineinstopfe und sich über meine Maßlosigkeit wundern.

Wenn ich endlich wieder dünn bin fühlt sich das super an. Allerdings bekomme ich sofort wieder Panik, dass ich das Gewicht nicht halten kann. Aber eigentlich fühle ich mich immer zu dick. Wenn ich dünn wäre, dann würde ich nur noch im Minirock herumstolzieren und glücklich sein. Dann könnte mich nichts mehr aus der Ruhe bringen, ich würde einfach immer selig lächeln. Alle würden mich bewundern, für mein Durchhaltevermögen und für mein gutes Aussehen. Auf Partys würde ich ausgelassen und selbstbewusst tanzen. Auch meinem Chef würde ich dann endlich selbstbewusst meine Meinung sagen. Aber jetzt bin ich dick und fett. Also bleibe ich lieber zu Hause und halte meinen Mund. Dann werde ich wenigstens nicht ausgelacht oder angestarrt und ich kann nichts falsch machen.

Ich habe starke Stimmungsschwankungen – Himmel hoch jauchzend, zu Tode betrübt – abhängig vor allem von Gewicht bzw. Diäterfolg. Manchmal, wenn ich mehrere Tage meine Diät durchgehalten haben, ist das ein erhebendes Gefühl. Ich könnte die ganze Welt umarmen, einfach herrlich! Ich verstehe nicht, warum dann wieder dieser Essanfall kommen muss und alles zunichte macht.

Wenn ich frisch verliebt bin, denke ich überhaupt nicht ans Essen. Dann überlege ich mir vor allem, wie ich meinem neuen Freund gefallen könnte, wann er mich wohl das nächste Mal anruft, ob er mich lieb hat. Doch wenn Routine einkehrt in die Beziehung, holt mich mein schlechtes Essenverhalten wieder ein.

Wenn ich schon nicht meine Essenmengen kontrollieren kann, so wenigstens andere Bereiche meines Lebens. Ich bin z.B. extrem perfektionistisch wenn es um meine Arbeitsleistungen geht. Ich quäle mich ab beim Sport, um überschüssige Kalorien wieder zu verlieren. Spaß macht mir das schon lange nicht mehr.

Ich hasse mich und mein Leben. Ich fühle mich sehr oft einsam und unglücklich. Ich möchte nur noch schlafen und am besten nicht mehr aufwachen. Ich traue mich aber trotzdem nicht, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ich habe Angst ausgelacht zu werden. Außerdem habe ich doch keine Esssucht, ich habe einfach zu wenig Disziplin, das werde ich doch wohl alleine in den Griff bekommen. Ich geniere mich dafür, dass ich Essen so verschwende. Es gibt so viele hungernde Leute auf der ganzen Welt und ich kotze das Essen einfach ins Klo. Ich kann das niemandem erzählen. Ich fühle mich so schuldig.

Regelmäßige Essanfälle

Ein weiterer wichtiger Indikator für Esssucht sind die Essanfälle. Essanfälle sind begleitet von einem Gefühl von Zwanghaftigkeit, das Gefühl „Ich will es so sehr, dass ich alles umrennen werde, was sich mir in den Weg stellt“. Dem Esszwang zu widerstehen ist, wenn überhaupt, nur mit äußerster Willenskraft möglich. Er überkommt, überrollt einen geradezu.

Während eines Essanfalls stopfen die Betroffenen wahllos Nahrungsmittel in sich hinein, oft solange, bis ihre körperlichen Beschwerden sie zwingen aufzuhören. Sie essen hauptsächlich Lebensmittel, die sie sich verbieten. Essanfälle sind oft begleitet von schlimmen Schuld- und Schamgefühlen.

Lassen wir die Gefühle und Gedanken, die mit Essanfällen einher gehen wieder von Betroffenen beschreiben:

Ich habe oft panikartige Gier nach Essen. Es kommt öfters vor – meistens Abends – dass ich sehr große Mengen auf einmal esse. Bei diesen Essanfällen verliere ich komplett die Kontrolle darüber, was ich esse. Ich kann mich nicht mehr stoppen.

Ich versuche immer gesund zu essen. Die Lebensmittel, die ich während meiner Essanfälle herunter schlinge, sind allerdings alles andere als gesund. Tischmanieren sind bei diesen Essanfällen nicht mehr vorhanden. Ich grause mich vor mir selber.

Ich habe ein schlechtes Gewissen, da ich schon wieder ‚gesündigt‘ habe. Ich hasse meinen mangelnden Willens und meiner Disziplinlosigkeit. Ich nehme mir vor, noch viel härter mit mir umzugehen. Ich bestrafe mich mit einer ‚Überdosis‘ an Sport. Ich beschließe, nie wieder ‚verbotene‘ Nahrungsmittel zu essen. Ab jetzt aber wirklich!

Ich fühle mich nachher wie erschlagen und will eigentlich nur noch schlafen. Oft ist mir wahnsinnig schlecht. Warum tue ich mir das nur immer wieder an??

Ich bin verzweifelt und fühle mich fett. Ich fühle quasi mein Doppelkinn und meine Oberschenkel anwachsen. Mein Bauch spannt, ich bekomme keine Hose mehr zu. Ich überlege nach dem Essanfall mir sofort, welche Diät ich ‚ab morgen‘ machen werde bzw. wie viele Kalorien ich morgen zu mir nehmen darf. So darf das nicht mehr weiter gehen.

Am nächsten Morgen nach einem Essanfall fühle ich mich, als ob ich einen Kater hätte. Ich wache gerädert auf und habe einen entsetzlichen Geschmack im Mund. Ich habe so Angst vor dem nächsten Rückfall. Ich darf heute nichts essen!

Wenn Ihnen diese Aussagen mehr als bekannt vorkommen, ist es höchste Zeit, sich mit dem Thema Esssucht intensiv auseinanderzusetzen.

Psychotherapie bei Essstörungen

Der nachfolgende Artikel wurde verfasst von meiner Kooperationspartnerin Mag. Doris Nowak-Schuh. Sie ist erfahrene Psychotherapeutin, unter anderem auf dem Gebiet Essstörungen.

In der Fachwelt herrscht die einhellige Meinung, dass bei Essstörungen wie Bulimie, Binge Eating Disorder oder Anorexie Psychotherapie die Behandlung der Wahl ist.

Warum?Weil der zugrunde liegende Konflikt immer ein psychischer ist und das Essen oder Nicht-Essen ein Symptom dieses inneren Ungleichgewichts ist.

Ich möchte diese Fachmeinung noch ergänzen: Für mich ist die Behandlung der Wahl die Kombination von Psychotherapie und Körperarbeit, und zwar durchgeführt durch TherapeutInnen, die in der Behandlung von Essproblemen erfahren sind. In meiner langjährigen Kooperation mit Olivia Wollinger hat sich immer wieder bestätigt, wie fruchtbar das Zusammenwirken von Psychotherapie und Shiatsu für unsere (fast immer weiblichen) Klientinnen ist und wie rasch sich Erfolge einstellen, wenn beide Ebenen – Körper und Psyche – genährt werden.

Was passiert in einer Psychotherapie…

In meiner therapeutischen Arbeit mit Frauen, die unter Essproblemen leiden, ist es mir wichtig, ihnen zuerst einmal ein Verständnis für sich selbst, ihre psychischen Muster und ihre Probleme zu vermitteln. Dabei lege ich großen Wert auf ein vertrauensvolles Klima, in dem alles gesagt werden darf. Meine psychotherapeutische Herangehensweise basiert auf einem „leistungsfreien Raum“: Denn Ziel der Psychotherapie ist nicht in erster Linie eine Zu- oder Abnahme, sondern die Schaffung eines Raums, in dem die Klientin endlich einmal so sein darf wie sie nun einmal ist. Mit all ihren Stärken, Schwächen, Ängsten, Sorgen, Ecken und Kanten. Denn dieser Weg führt zu einer weiblichen Identität, die auch unabhängig vom Druck der üblichen gesellschaftlichen Schönheitsnormen bestehen kann. Die Erfolge auf der Waage stellten sich bei meinen Klientinnen bisher fast immer nach einiger Zeit ganz von selber ein.

Ziele meiner psychotherapeutischen Arbeit mit Frauen mit Essproblemen…

  • Die Herstellung einer gesunden Beziehung zum eigenen Körper. Wahrnehmen was braucht er wann, was tut ihm gut, worauf kann er verzichten?
  • Die Ansprüche an mich selbst relativieren und überprüfen, was mich wirklich glücklich macht.
  • Mich selbst lieben lernen
  • Lernen, mit Konflikten umzugehen und an Frustrationen zu wachsen
  • Den Zugang zu den verschiedenen Gefühlen wieder finden und Ausdrucksmöglichkeiten entwickeln, die nicht gegen mich selbst gerichtet sind

Je nach individueller Situation und persönlichen Vorlieben können diese Themen in Einzelsitzungen oder in der Gruppe bearbeitet werden – mit beiden Settings habe ich gute Erfahrungen. Der Vorteil der Gruppe ist, dass die Menschen ein Zugehörigkeitsgefühl entwickeln und ihre Sorgen teilen können. Dadurch wird so manches leichter. Der Vorteil der Einzelarbeit wiederum ist, dass man eine Stunde in einem sehr geschützten Rahmen ganz für sich hat. Da spricht es sich oft leichter über Dinge, die bisher unaussprechlich waren.

Falls Sie über eine Psychotherapie nachdenken…

… können Sie gerne ein unverbindliches Erstgespräch vereinbaren. Es dient dem Kennenlernen und ist gleichzeitig eine Beratung über Therapiemöglichkeiten und Hilfsangebote abgestimmt auf Ihre individuelle Situation. Sollte ich im Moment keine freien Plätze haben, empfehle ich auf Wunsch andere TherapeutInnen, die in der Behandlung von Essproblemen erfahren sind.

Für welche Therapiemethode und welches Setting Sie sich auch immer entscheiden wollen – eines steht für mich jedenfalls fest: Niemand muss sich seinem Unglück fügen. Es gibt immer Wege zur Veränderung. Je früher man damit beginnt, umso leichter ist es.

Mag.a Doris Nowak-Schuh
www.nowak-schuh.at
Klinische und Gesundheitspsychologin
Arbeitspsychologin
Psychotherapeutin für Psychodrama, Soziometrie und Rollenspiel