Archiv der Kategorie: Rosen-Methode

Die Zeit vergeht und einiges ändern sich


Heute möchte ich ein Foto aus 2014 mit Ihnen teilen, da ich es erst kürzlich wieder entdeckt habe. Damals lebte unsere Katze Shamu noch und durfte ab und zu, nachdem die letzte Klientin gegangen war, ein paar Minuten in meiner Praxis verbringen. Ihr aufgeregtes und glückliches Mauzen war ein großes Vergnügen.

Damals trug ich in der Praxis die weiße Shiatsu Hose, da ich noch oft auf der Shiatsu Matte gearbeitet habe. Da ich heute überwiegend mit der Marion Rosen Methode arbeite und nur noch auf dem Massagetisch, ist auch die Shiatsu Hose passé.

Und damals war mein Buch „Essanfälle adé“ noch nicht geschrieben, dieses ist mittlerweile im Ullstein Verlag erschienen.

Ach ja … und ich habe viiiiiiele graue Haare dazu bekommen 😉

Die Entwicklung meiner Kinderwunscharbeit

Ich begleite nun schon seit dem Jahr 2009 Frauen mit Kinderwunsch.

In jenem Jahr erlernte ich die sogenannte Fruchtbarkeitsmassage bei Birgit Zart. Ich war damals bereits mehr als fünf Jahre nebenberuflich als Shiatsupraktikerin tätig und schrieb das Wort „Fruchtbarkeitsmassage“ in die Liste meiner Fortbildungen auf meine Webseite. Eigentlich nur der Vollständigkeit halber. Denn ich hatte damals nicht vor, Frauen mit Kinderwunsch zu begleiten, da ich noch selbst mit meinem eigenen unerfüllten Kinderwunsch beschäftigt war.

Scheinbar googelten einige Frauen die Wörter „Fruchtbarkeitsmassage“ und „Wien“ und fragten bei mir an, ob ich diese spezielle Massageform eventuell anbieten würde.

Hoppla! Damit hatte ich nicht gerechnet.

Ich spürte gut nach, ob es mir möglich war, meinen eigenen Kinderwunsch von jenen meiner Klientinnen zu trennen. Wäre das nicht möglich gewesen, hätte ich keine professionelle Begleitung anbieten können und wollen.

Doch es war möglich. Also massierte ich fortan Frauenbäuche.

Das erste Thema, das mir hierbei begegnete, war der Druck in Gestalt der Frage:

„Wie sind denn die Erfolgschancen?“.

Zu Beginn führte ich eine  Erfolgsstatistik. Ich merkte jedoch sehr bald, dass diese meine Arbeit nicht abbilden konnte.
Beispielsweise gab es viele Frauen, die eine Behandlungsserie bei mir machten und danach nicht mehr kamen. Ich erhielt dann oft erst Jahre später eine Mail mit Inhalten wie „Ich wollte Ihnen schon lange schreiben, wieso ich nicht mehr kam, der Grund heißt XX und ist nun 3 Jahre alt“.
Dann machten viele Frauen parallel zur Fruchtbarkeitsmassage auch andere Dinge wie beispielsweise TCM. War es dann die Schwangerschaft wirklich der Fruchtbarkeitsmassage zuzuschreiben?
Dann lernte ich mit der Zeit, dass manche Paare aus verschiedensten Gründen keinen Sex miteinander hatten. Da dieses Thema logischerweise extrem schambesetzt ist, erfuhr ich davon oft erst nach langer Zeit. Da konnte ich noch so perfekt massieren, es würde zu keiner Schwangerschaft kommen.
Und last but not least: Mit der Zeit wollte ich nicht mehr meinen Erfolg daran messen, ob Frauen schwanger wurden oder nicht. Denn genau damit übernahm ich jenen Druck, den sich die Frauen selbst machen. Meine Aufgabe sollte aber genau das Gegenteil sein, nämlich die Frauen dabei unterstützen, diesen Druck herauszunehmen.

Deswegen hörte ich mit den Statistiken auf.

Mein Ziel war fortan nicht die Schwangerschaft, sondern die bestmögliche Begleitung der Frau, mit all ihren Themen.

Zum Thema Kinderwunsch gesellte sich bald noch ein weiteres Thema, nämlich Fehlgeburten. Als es das erste Mal passierte, war ich noch ziemlich unvorbereitet, doch ich erwarb (in diesem Fall muss ich sagen: leider) rasch viel Erfahrungen in der Begleitung von Frauen, die Fehlgeburten erleiden mussten. Auch ich selbst blieb nicht verschont, meine Erfahrungen können Sie hier nachlesen.

Besonders in den letzten Jahren kam noch ein weiterer Aspekt zu meiner Arbeit mit Kinderwunschfrauen dazu, nämlich die Begleitung von IVFs, also von assistierten Befruchtungen. Diese bringen oft eine hohe Anspannung mit sich. Körperarbeit wirkt hier ausgleichend und ist für viele Frauen sehr hilfreich. Insbesondere zwischen Punktion und Transfer mögen es viele Bäuche, Entspannung zu finden.

Und dann kam schließlich noch das Thema „Loslassen vom Kinderwunsch“ hinzu. Manchmal macht es einfach keinen Sinn mehr, weiter zu hoffen und zu warten. Auch ich musste meinen eigenen Kinderwunsch nach zwei Fehlgeburten loslassen.

Parallel dazu habe ich eine neue Methode gelernt, die Rosen-Methode. Wenn es gewünscht wird oder wenn es passend ist, wende ich die Fruchtbarkeitsmassage nach wie vor sehr gerne an, es ist eine wohltuende Methode. Der weibliche Unterleib ist gerade im Kinderwunsch sehr gestresst, da tut es ihm gut, mit Öl wohlwollend massiert und damit durchblutet zu werden. Doch überwiegend arbeite ich mir der Rosen-Methode, einfach weil es meine Stärke ist, den ganzen Körper wahrzunehmen und Menschen zu unterstützen, tiefer zu gehen.

Doch nicht jede Frau möchte das – was ich gut verstehen kann. Tiefer zu gehen kann mitunter anstrengend sein oder gerade nicht passend. Wenn es hauptsächlich darum geht, die Gebärmutter „einzurichten“, empfehle ich Frauen mit Kinderwunsch daher eher die viszerale Therapie z.B. hier: www.u-move.at oder auf Gynägologie spezialisierte Osteophathie. TCM (insbesondere Kräuterkunde) hat sich auch schon oft als hilfreicher Tipp erwiesen, ebenso wie das checken der Schilddrüsenwerte sowie die Beschäftigung mit dem Thema hochdosiertes Vitamin D und K2.

Mit den Jahren hat sich also meine innere Einstellung verändert. Zu Beginn war mein Anspruch sehr hoch, nämlich: „Ich muss den Frauen helfen, schwanger zu werden.“ Bis ich erkannte, dass ich diesen Anspruch nicht erfüllen kann. Heute ist mein Fokus ein anderer: Ich unterstütze Frauen mit Kinderwunsch, sich selbst in ihrem Körper wahrzunehmen und begleite sie auf ihren Weg – wo auch immer der hinführt.

Ich durfte bereits zahlreiche Frauen mit Kinderwunsch begleitet und habe dadurch viele Erfahrungen gewonnen. Parallel dazu bin ich laufend in Aus- und Fortbildungen und Supervisionen um meine Arbeit noch wesentlicher zu machen. Darüber hinaus durfte (oder vielmehr musste) ich selbst die typischen Phasen des Kinderwunsches durchlaufen nämlich:

  • Riesen Kinderwunsch („Mein Leben macht keinen Sinn ohne Kinder!“)
  • große Verzweiflung („Hilfe, mir rennt die Zeit davon“)
  • großer Druck („Ich MUSS genau JETZT Sex haben.“)
  • großer Neid („Ich hasse alle Mütter auf Kinderspielplätzen.“)
  • große Wut („Wenn ich noch einmal lese, ich soll mich einfach entspannen, dann zucke ich aus.“
  • Probleme in der Partnerschaft durch Tunnelblick auf den Kinderwunsch (inklusive einer Trennung)
  • große Trauer (Verarbeitung von zwei Fehlgeburten)
  • langsames Loslassen (Erweiterung meines Horizonts, genaues Hinterfragen meiner wahren Wünsche hinter dem Kinderwunsch
  • leben eines erfüllten Lebens ohne Kinder (es gab andere Geburten in meinem Leben, siehe hier  und ich habe gelernt, meine Muttergefühle auch ohne Kinder ausleben zu dürfen)
  • leben einer erfüllten Partnerschaft ohne gemeinsam Kinder aufzuziehen (die nächste Reise geht nach Kenia, es ist ein Geschenk viel qualitative Paarzeit zur Verfügung haben und wir lieben unsere Katzen sehr – momentan sind es vier)
  • tiefe Dankbarkeit zu fühlen, für das was ist.

Das war nun ein sehr persönlicher Einblick in meine Arbeit und auch meine Geschichte. Ich finde es nur fair mich zu öffnen, damit Sie wissen, woran Sie sind und entscheiden können, ob Sie sich davon angezogen fühlen. Wenn Ihnen mein Ansatz gefällt, freue ich mich, Sie in meiner Praxis willkommen zu heißen 🙂

Psychotherapie oder Rosen-Methode?

In diesem Artikel möchte ich Ihnen Antwort auf die Frage
„Wann sollte ich zur Psychotherapie, wann zur Rosen-Methode gehen?“
geben, und zwar vor allem in Hinblick auf Essstörungen bzw. emotionalem Essverhalten.

Ich bin keine Psychotherapeutin, sondern ich arbeite überwiegend mit der Rosen-Methode. Deshalb ist es mir besonders wichtig, hier eine klare Unterscheidung zu treffen.

Wenn Sie von einer psychischen Störung betroffen sind, ist es notwendig, zunächst eine Psychotherapie aufzusuchen. Was genau unter psychische Störung fällt, können Sie in diesem Wikipedia Artikel nachlesen. Im ICD – Internationale Klassifikation psychischer Störungen – sind Essstörungen enthalten, siehe ICD 10 – F50. Das bedeutet, dass Sie, wenn Sie unter Essstörungen leiden, Psychotherapie in Anspruch nehmen sollten. Dies ist wichtig, um Verständnis für sich selbst und Ihre Verhaltensmuster zu entwickeln und Tools der Selbstregulation zu erlernen. Darüber hinaus ist es fast immer notwendig, diverse vergangene – oft sogar traumatische – Ereignisse aufzuarbeiten, vielleicht sogar erstmals darüber zu reden. Psychotherapie hilft Ihnen dabei, über sich selbst zu reflektieren und eine gewisse Ordnung in Ihr eigenes System zu bringen.

Essstörungen werden von Betroffenen als extrem bedrohlich empfunden und als schwer zu ertragen. Häufig kommen noch andere Schwierigkeiten hinzu, wie Panikattacken,  Depressionen oder starke Stimmungsschwankungen. Mit Hilfe einer guten Psychotherapie kann sich dies mit der Zeit deutlich spürbar bessern. Dann verabschiedet sich die Essstörung langsam und wandelt sich in gelegentliche Phasen des emotionalen Essens.

Hier könnte dann meine Arbeit ins Spiel kommen. Was die Rosen-Methode ist, lesen Sie hier.

2014

Der größte Unterschied zur Psychotherapie ist, dass in meiner Praxis das Gespräch nur ein paar Minuten dauert. Ich frage kurz wie es geht und dann geht es schon ab auf die Behandlungsliege. Am liebsten ist es mir sogar, wenn sich KlientInnen gleich auf die Liege legen möchten. Allerdings verlange ich das nicht, da es sich für viele meiner KlientInnen schräg anfühlt, sich gleich nach dem Ankommen auszuziehen. Das Entkleiden passiert übrigens – wie alles in meiner Praxis – in geschütztem Rahmen: Ich verlasse auf Wunsch den Raum oder ich mache mit einem Leintuch einen Paravent. Gerne ziehe ich die Vorhänge vor, falls Sie das möchten.

Sobald Sie liegen, berühre ich mit meinen Händen Ihren Körper. Sie sind dabei immer mit einem Leintuch bedeckt und geschützt, ich decke nur jene Stellen behutsam ab, die ich gerade berühre. Falls es kühl ist, werden Sie zusätzlich mit einer Decke gewärmt. Durch meine Berührung wird es Ihnen erleichtert, sich in Ihrem Körper wahrzunehmen. Dadurch können Sie Ihre Grenzen spüren, Ihre Beengungen, Ihren Atem, Ihre Verspannungen, Ihre Gefühle und, und, und. Um Ihnen dieses Spüren zu erleichtern, stelle ich Ihnen hin und wieder eine kurze Frage. Ich unterstütze Sie also darin, sich selbst zu erforschen und ganz mit Ihrer Aufmerksamkeit im Fühlen und bei sich zu bleiben.

Der nächste große Unterschied zur Psychotherapie ist, dass in der Rosen-Methode keine vergangenen Ereignisse aufgearbeitet werden. Manchmal erinnern sich KlientInnen im Zuge einer Rosen-Sitzung an Vergangenes, manchmal auch an die Kindheit, dies wird einfach nur wahrgenommen und gewürdigt. In der Rosen-Methode erfolgt keine Reflexion, im Sinne von: „Was hat das für Auswirkungen auf mein derzeitiges Leben? Wie könnte ich Belastendes verändern?“ Es geht vielmehr darum, gemeinsam zu erforschen, was  jetzt im Körper gespürt wird. Das hilft, Gefühle anzunehmen und sie Schritt für Schritt zu integrieren. Und das ist die wesentliche Sichtweise der Rosen-Methode.

Ich finde es gar nicht so einfach, die Rosen-Methoden so zu erklären, dass man sich genau vorstellen kann, was passiert. Ich erinnere mich, dass ich, bevor ich mit der Ausbildung begann, das Buch von Marion Rosen „Die Rosen-Methode: Den Körper berühren, die Seele erreichen“ las, und dennoch nicht wirklich verstand um was es ging. Heute, mit einigen Jahren mehr Erfahrung nehme ich das selbe Buch immer wieder zur Hand und denke: „Ja, sehr treffend beschrieben.“ Manche Dinge muss man eben ausprobieren, um sie zu verstehen 🙂

Noch mehr Infos über die Unterschiede der verschiedenen psychosozialen Angebote lesen Sie in dem Blog-Artikel von Iris Lasta, meiner Assistentin bei den „Essanfälle adé“ Workshops: Ist Coaching, Beratung oder Psychotherapie die richtige Wahl?