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Weiblicher Narzissmus

Weiblicher Narzissmus: Der Hunger nach Annerkennung

Der weibliche Narzissmus ist geprägt von schwarz/weiß denken und fühlen. Ein ewiges hin und her zwischen: Starke Frau / sich schwach fühlen; sich super toll fühlen (Grandiosiät) / sich minderwertig fühlen; sich nach Nähe sehen / Nähe nicht aushalten können.

Dahinter steckt der Hunger nach Anerkennung aufgrund von geringem Selbstwert.

Viel zum Thema finden Sie neben dem Buch auch in folgendem Artikel von Bärbel Wardetzki:

www.gestalttherapie.at/downloads/gt08_vortrag_baerbel_wardetzki.pdf

Nachfolgend noch eine Leseprobe aus dem Buch:

In der weiblich-narzisstischen Persönlichkeitsstruktur kommt das grundlegende Dilemma von Frauen zum Ausdruck, sich zwischen Abhängigkeit und Selbständigkeit zu bewegen. In ihrem Fall liegt die Lösung des Konflikts im Leben der Extreme: entweder vollkommen abhängig und im anderen bis zum Verlust der eigenen Identität aufgehen oder in totaler Distanz vom anderen, autonom, aber allein sein. Dieses Entweder-Oder zieht sich durch fast alle Lebensbereiche. Es zeigt sich auch in der Selbsteinschätzung der Frauen. Entweder fühlen sie sich großartig, stark, selbstbewusst oder unsicher, schwach, hilflos und minderwertig.

In der Regel sind diese Frauen attraktiv, sie legen viel Wert auf ihr Äußeres, haben meist eine gute Figur, aber sie lehnen sich von Grund auf ab, finden sich hässlich, dick, unattraktiv und vor allem nicht liebenswert! Sie sehnen sich nach Nähe und Liebe, rennen aber davon, wenn sie wirklich jemand mag. Sie machen sich immer wieder einsam, obwohl sie gerade unter dem Gefühl, allein zu sein, so leiden. Sie spielen die Rolle ‘Es geht mir toll’, um Aufmerksamkeit und Zuwendung zu bekommen, aber fühlen sich darunter elend und depressiv. Ihr Fühlen und Verhalten ist stark von Gegensätzen geprägt. Es scheint, als tanzen sie einen Tanz um sich selbst, immer im Kreis, aber sie kommen nie bei sich an. Sie sind sich selbst fremd, sie leiden unter Selbstentfremdung. Tief innen wissen sie nicht, ob sie die traurige, depressive Frau sind oder die, die euphorisch andere mit ihrer guten Laune ansteckt. Auch von außen bekommen sie keine ausreichende Orientierung für die Beantwortung der Frage, wer sie wirklich sind. Denn die Umwelt erlebt sie problemlos, hilfsbereit, meist ‘gut drauf’, in sich gefestigt. So fühlen sie sich aber nur in wenigen ‘Sternstunden’, wenn mal alles stimmt, aber das ist ganz selten. Der Teufelskreis scheint geschlossen.