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Die Angst vor Verletzlichkeit

brenebrown

Verletzlichkeit ist Teil unseres Lebens und trotzdem möchten wir gerade sie nicht gerne wahrhaben. Oft schwingt hier Scham mit, also das Gefühl eigenen und/oder fremden Erwartungen nicht zu entsprechen.

Dazu gibt es ein Video von Brene Brown, das ich Ihnen hier vorstellen möchte.

Brene Brown studiert zwischenmenschliche Verbindungen – unsere Fähigkeit für Empathie, Zugehörigkeit, Liebe.

http://www.ted.com/talks/lang/de/brene_brown_on_vulnerability.html

Hier einige Inhalte aus dem Video:
(der Text ist 1:1 aus dem Untertitel der deutschen Übersetzung entnommen, daher z.T. ein bisschen holprig)

Scham ist die Angst vor Abgetrenntheit. Scham entsteht wenn ich denke, dass es irgendetwas an mir gibt, dass mich einer Verbindung unwürdig sein lässt, v.a. dann wenn andere Leute davon wissen oder es sehen.

Damit Verbindung stattfinden kann, müssen wir uns erlauben gesehen zu werden, wirklich gesehen. Die eine Sache, die uns von Verbindung abhält ist daher unsere Angst, dass wir dieser Verbindung nicht würdig sind.

Menschen, die ein starkes Gefühl der Liebe und der Zugehörigkeit haben glauben, dass sie der Liebe und Zugehörigkeit würdig sind. 

Diese Menschen haben Courage unperfekt zu sein. Das Wort kommt vom lateinischen Wort „cor“ = Herz und die ursprüngliche Bedeutung ist, die Geschichte, wer man ist, aus ganzem Herzen zu erzählen. Diese Menschen haben das Mitgefühl  zuerst zu sich selbst liebenswürdig zu sein und dann zu anderen. Denn wir können nicht Mitgefühl mit anderen Menschen haben, wenn wir uns selbst nicht liebevoll behandeln können. Als Resultat ihrer Authentizität sind sie gewillt davon loszulassen, wer sie dachten sein zu müssen.

Wetiers nehmen diese Menschen ihre Verletzlichkeit an als eine Notwendigkeit. Sie glauben, dass das, was sie verletzlich macht, sie wunderschön macht. Verletzlichkeit zu leben heißt aufzuhören mit Kontrollieren und Voraussagen. Sie sind bereit in Beziehungen zu investieren die funktionieren können oder eben auch nicht.

Wir betäuben Verletzlichkeit. Dabei leben wir in einer verletzlichen Welt. Das Problem ist, das man nicht selektiv Emotionen betäuben kann. Man kann nicht sagen: Hier ist das schlechte Zeug, ich will es nicht fühlen. Wenn wir jene betäuben dann betäuben wir alles also auch Freude, Dankbarkeit, glücklich Sein.

Weiters versuchen wir alles Ungewisse gewiss zu machen.

Sich verletzlich fühlen bedeutet, dass ich lebe.Es ist wichtig zu glauben, dass wir genug sind. Dann hören wir auf zu schreien und beginnen zuzuhören. Wir sind liebevoller und freundlicher zu den Menschen um uns und liebevoller und freundlicher zu uns selbst.