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Selbsttest: Bin ich esssüchtig?!

vreboten_erlaubt-Längsformat_kleinSeit einiger Zeit schon gibt es auf der aivilo Seite den Selbsttest: Bin ich esssüchtig?

Der aivilo Test besteht aus 50 Fragen und wird Ihnen Klarheit verschaffen, ob Sie (bzw. eine Freundin oder Angehörige) unter Esssucht leiden.

Durch das wache Auge meines lieben Bruders Thomas Wollinger ist uns aufgefallen, dass durch eine Umgestaltung im Blog die Verlinkungen im Test ins Nichts führten, d.h. die Auswertungen waren nicht zu lesen. Dafür entschuldige ich mich.

Der Test sollte nun wieder korrekt funktionieren und somit vielen Menschen Klarheit bringen. Denn der erste – und vielleicht auch schwierigste – Schritt aus der Esssucht ist es, sich einzugestehen: Ja, ich habe Esssucht.

 

 

nur bei Hunger Essen und gleichzeitig Essanfall zulassen!?

Letztens eierreichte mich folgende E-Mail Anfrage zum Thema: Widerspruch zwischen „nur Essen wenn man hungrig ist“ und „Essanfälle zulassen“

Liebe Frau Wollinger,
ich habe vor zwei Tagen Ihr E-Book bekommen und sofort begonnen zu lesen 😉 Jetzt habe ich auch schon eine Frage: In Ihrem Buch steht immer wieder, dass man nur essen soll, wenn man Hunger hat.
Gleichzeitig geben Sie den Tipp, dass man seine Essanfälle akzeptieren soll. Ich bin ein bisschen verwirrt, weil sich das für mich gegenseitig ausschließt. Sollte ich versuchen, solange durchzuhalten, bis mein Magen wirklich knurrt oder dem Essensdrang immer nachgeben, auch wenn ich keinen Hunger habe? Und auch wenn ich am Tag schon zu viel gegessen habe?
Liebe Grüße!
L. (vollständiger Name ist mir bekannt)

Liebe L.,

vielen Dank für Ihre interessante Frage! Die Antwort ist komplex (so wie die Esssucht eben ist 😉 ) , daher möchte ich auf mehreren Ebenen antworten:

1.) Wie ist (physischer) Hunger spürbar?

Hunger ist nicht immer mit Magenknurren gleichzusetzen. Hunger kann auf viele unterschiedliche Weisen erkannt werden. Fragen Sie mal in Ihrem Umfeld nach, wie Ihre Freundinnen Hunger empfinden und Sie werden überrascht sein über die Vielfältigkeit der Antworten.
Wenn man an Esssucht leidet braucht es Zeit und Übung, den eigenen Hunger (wieder) kennenzulernen und spüren zu können. Denn genau dieser Hunger nach Nahrung ist es ja, den man in der Esssucht am liebsten negieren möchte. Die Gleichung einer Esssüchtigen könnte lauten: „Hunger = ich muss essen = HILFE dann nehme ich zu = also spüre ich Hunger am liebsten gar nicht“ sowie „Sättigung = ich darf nicht mehr essen = HILFE ich will doch so gerne unendlich essen = also spüre ich Sättigung gar nicht“. Diese Gleichungen machen es so schwierig, Hunger bzw. Sättigung wahrzunehmen.

Um den eigenen Hunger kennenzulernen ist es hilfreich, die in der Publikation beschriebene Hunger / Sättigungsskala zur Hilfe zu nehmen. Je nach körperlichen oder psychischen Anzeichen teilt man den Hunger ein in leichten Hunger (Hungerskala 1) oder sehr starken Hunger (Hungerskala 10).

Essen sollte man bei +/- 5, also genau in der Mitte.

Anzeichen für Hunger könnte sein: leichter Kopfschmerz, plötzliche Müdigkeit, Konzentrationsmangel, plötzliches Umschlagen der Stimmung, Agressivität, Magenknurren, Zittrigkeit, Fahrigkeit, Ungeduld, leichtes Ziehen im Hals.
Wo man auf der Hunger/Sättigungsskala steht lernt man am besten, indem man sich immer wieder mit sich selbst im Laufe des Tages an mehreren Tagen vergleicht. Hunger ist ausschließlich ein subjektives Empfinden.

2.) I-S-S wenn Du hungrig bist versus N-U-R Essen wenn Du hungrig bist

Magenknurren ist meist schon bei Hungerskala 10 einzustufen. Das heißt es gilt zu lernen zu essen nicht erst wenn man komplett ausgehungert ist sondern schon davor.

Dabei geht es um das sich erlauben.

Die Betonung des Satzes am Weg aus der Esssucht liegt also vor allem in der Betonung des „iss“, also I-S-S wenn Du hungrig bist (und nicht erst wenn Du vor Hunger halb kollabierst). Denn bei extremen Hunger ist es fast unmöglich die feinen Zeichen des Körpers zu spüren (z.B. Sättigung) bzw. das Essen geduldig zu essen, sich schön herzurichten (siehe online Publikation) , da der ganze Organismus auf „Essen und zwar JETZT und SCHNELL gepolt ist.

Den Satz kann man auch lesen mit der Betonung auf „nur“. Also „iss N-U-R wenn du Hungrig bist“. Dies empfehle ich in der Esssucht in den guten Phasen, denn in Esssucht-Phasen ist dies schwer durchzuführen, weil der Hunger der Seele einfach riesig ist. Nur zu Essen bei Hunger braucht Disziplin. Langfristig ist das das Ziel, denn wenn man nur isst wenn man hungrig ist und aufhört wenn man satt ist, wird das Gewicht gehalten.
Aber in der Esssucht geht es zunächst um etwas anderes, nämlich um das zulassen statt zählen und kontrollieren. Das „iss NUR wenn du hungrig bist“ empfehle ich meist erst, wenn der Weg aus der Esssucht schon ein Stück vorangeschritten wurde.

3.) Essanfälle akzeptieren

Wenn der Essanfall (bzw. das ständige „grasen“ bzw. ein „ich kann nicht mehr aufhören zu essen“) einmal da ist, sind wir auf einer anderen Ebene. Hier geht es nicht mehr um den PHYSISCHEN Hunger sondern um den PSYCHISCHEN. Hier hungert die Seele. Beim Hunger der Seele geht es nicht mehr um Hunger oder Sättigung des Körpers. Es geht darum, dass da irgendeine Leere ist, vielleicht tiefe Traurigkeit, Einsamkeit, Sehnsucht, Unsicherheit, Angst. Wenn man Esssucht hat, dann wird dieses Loch mit Essen gestopft. Dies gilt es zu akzeptieren. Wenn man dagegen ankämpft, kämpft man gegen sich statt für sich.

Am Weg aus der Esssucht gilt es zu lernen, welche Bedürfnisse die Seele hat und ihr das immer mehr zu geben. Denn dann braucht es die Esssucht nicht mehr. Weiters geht es um das adäquate ausleben von Gefühlen. Dieser Weg braucht Zeit und Geduld (ich weiß, das hört keine Esssüchtige gerne, aber so ist es nun mal)

 4.) Unterscheiden zwischen physischen und psychischen Hunger

Das heißt es gilt zu unterschieden zwischen physischen und psychischen Hunger. Wenn es Ihnen gut geht, dann machen Sie die Summer/Zuwinker Übung und die Hunger/Sättigungsskala Übung, sowie hinsetzen und Essen schön anrichten, wie in der Online Publikation beschrieben. Versuchen Sie zu erkennen, wann Ihr Körper genug hat und wann die Seele beginnt zu essen. (das ist z.B. wenn Ihre Gedanken nicht mehr an Essen interessiert sind und Sie nichts mehr schmecken können)

Wenn es Ihnen nicht gut geht, also wenn die Seele schreit, dann seien Sie vor allem liebevoll zu sich und zwingen Sie sich nicht zu den Übungen, denn sie werden an diesen Tagen nur schwer gelingen, wenn überhaupt.

Insofern ist das Akzeptieren des Essanfalls und das Essen nur bei Hunger kein Widerspruch. Beides findet in unterschiedlichen Phasen innerhalb derselben Esssucht statt.

Es geht darum zu erkennen, dass das Essen Teil des Symptoms ist. Diese Ebene muss angesehen werden aber immer nur parallel zu den seelischen Faktoren.

Die Esssucht zu verstehen braucht seine Zeit. Dies ist natürlich, denn wer mag schon etwas verstehen, was man nicht haben möchte. Doch je eher man im Herzen versteht, dass die Esssucht da ist, weil man sie braucht, desto eher darf Heilung geschehen.

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Infos zur Online-Publikation finden Sie hier.

 

Selbsttest „Bin ich esssüchtig“: Ihr Ergebnis ist Stufe rot

Vielen Dank, dass Sie sich für den aivilo Selbsttest Zeit genommen haben.

Ihr Ergebnis: Alarmstufe rot

Fußgängerampel_berlin_3

Der Test enthält 50 Fragen mit maximal 60 Auswertungspunkten. Sie haben mehr als die Hälfte der Fragen mit „ja“ beantwortet. Ihr Ergebnis lässt die Vermutung zu, dass Sie eine Esssucht haben. Von Esssucht spricht man übrigens auch dann, wenn nicht erbrochen wird. Diese Form nennt sich Binge Eating Order.

Vorab ein paar Wörter zum Test

In den vielen Jahren, die ich mich nun schon mit Esssucht beschäftige, fand ich heraus, dass es ein paar Punkte gibt, die auf viele Betroffene zutreffen, und zwar sowohl im Essverhalten als auch in den Denk- und Handlungsmustern. Diese Punkte habe ich in diesem Test zusammengestellt. Der Test erhebt daher keinen Anspruch auf wissenschaftliche Korrektheit oder Vollständigkeit, er ersetzt selbstverständlich keine ärztliche Diagnose. Vielmehr ist er als Gedankenanstoß gedacht,  sich selbstkritisch mit der Frage „Bin ich esssüchtig?“ auseinanderzusetzen.

Was tun mit dem Testergebnis?!

Möglicherweise war Ihnen schon länger bewusst, dass mit Ihrem Essverhalten irgendetwas nicht stimmt. Das von einem Test bestätigt zu bekommen, es sozusagen „schwarz auf weiß“ zu lesen, kann ganz schön erschreckend sein. Das darf so sein, denn es ist nicht gerade angenehm zu wissen, dass man möglicherweise an einer Sucht zu leidet.

Zu wissen, womit man es genau bei der Esssucht zu tun hat, ist der erste und einer der wichtigsten Schritte. Hier geht es um folgende Fragen: Was genau bedeutet es, Esssucht zu haben? Was sind die Symptome der Esssucht? Welche Funktionen hat die Esssucht in meinem Leben?

Allen voran ist es wichtig zu erkennen, dass es in der Esssucht nur scheinbar um Essen, Gewicht und Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper geht. Hinter diesen Symptomen stecken einige andere Dinge, die Zuwendung und Aufmerksamkeit brauchen. Welche „Dinge“ das sind? Dies ist zwar eine scheinbar einfache Frage, dennoch ist die Antwort nicht so einfach zu geben. Genau das ist die Herausforderung in der Bewältigung der Esssucht: Herauszufinden, wofür sie im Leben steht und dann genau diese Parameter zu verändern, damit die Esssucht nicht mehr notwendig ist.

Wie ist das zu schaffen?

Zuallererst ist es wichtig zu wissen: Der Weg aus der Esssucht ist nicht dadurch zu schaffen, dass man eben mal beschließt nicht mehr esssüchtig zu sein. Es ist auch kein Weg, der von heute auf morgen zu gehen ist. Es brauchte seine Zeit, bis sich Ihr esssüchtiges Verhalten aufgebaut hat, ebenso braucht es seine Zeit, um da wieder herauszukommen.

Es gibt zahlreiche kostenfreie und kostengünstige Möglichkeiten, mehr über Esssucht und ihre Hintergründe zu erfahren. Das Internet bietet hier eine breite Möglichkeit, sich zu informieren. Dies ist der erste Schritt: Wissen, womit man es zu tun hat.

Persönliche Hilfe auf dem Weg finde ich dennoch essentiell. Meist kommt man um eine Psychotherapie nicht herum, da hinter der Essstörung tiefere Wurzeln liegen, die Zuwendung brauchen. Ich weiß, dass viele Betroffene sich wünschen, es alleine zu schaffen. Aus meiner Erfahrung heraus weiß ich allerdings, dass das sehr schwierig ist. Ich möchte Sie daher ermutigen Hilfe zu suchen!

Wie kann Ihnen aivilo auf Ihrem Weg helfen?

1.) In meinem aivilo Blog finden Sie zahlreiche Artikel zum Thema Esssucht, die Sie kostenfrei lesen können. Wenn Sie den Blog abonnieren, bekommen Sie Nachricht, wann immer ich einen neuen Artikel verfasst habe.

2.) Ich habe ein Buch geschrieben, es heißt Essanfälle adé. Darin beschreibe ich jenen Weg, den ich aus der Esssucht gegangen bin.

3.) Darüber hinaus biete ich in Wien persönliche Begleitungen an, in Form von Einzelbegleitung und Workshops. Alle aktuellen Infos dazu finden Sie auf meiner Webseite www.aivilo.at.

Selbsttest „Bin ich esssüchtig“: Ihr Ergebnis ist Stufe orange

Vielen Dank, dass Sie sich für den aivilo Selbsttest Zeit genommen haben.

Ihr Ergebnis: Alarmstufe Orange

Gelbe Ampel

Der Test enthält 50 Fragen mit maximal 60 Auswertungspunkten. Sie haben mehr als 25% der Fragen mit „ja“ beantwortet, d.h. es besteht Grund zur Vorsicht.

Vorab ein paar Wörter zum Test

In den vielen Jahren, die ich mich nun schon mit Esssucht beschäftige, fand ich heraus, dass es ein paar Punkte gibt, die auf viele Betroffene zutreffen, und zwar sowohl im Essverhalten als auch in den Denk- und Handlungsmustern. Diese Punkte habe ich in diesem Test zusammengestellt. Der Test erhebt daher keinen Anspruch auf wissenschaftliche Korrektheit oder Vollständigkeit, er ersetzt selbstverständlich keine ärztliche Diagnose. Vielmehr ist er als Gedankenanstoß gedacht,  sich selbstkritisch mit der Frage „Bin ich esssüchtig?“ auseinanderzusetzen.

Was tun mit dem Testergebnis?!

Es könnte sein, dass das Thema Essen Sie möglicherweise nicht in Form einer Sucht aber doch über das Wohlfühlmaß hinaus beschäftigt. Nun ist es an Ihnen zu entscheiden: Kann ich damit leben, oder möchte ich etwas ändern?

Es könnte ratsam sein, sich mit dem Thema „Esssucht“ noch weiter zu beschäftigen, um zu sehen, welche Aspekte Sie davon betreffen. Manchmal kann es wichtig sein, Vorsorge zu treffen, um nicht tiefer in den Teufelskreis Esssucht hineinzuschlittern.

Das Internet bietet breite Möglichkeiten, sich zu informieren. Unter anderem finden SIe in den aivilo Blogeinträge zum Thema Esssucht zahlreiche Artikel.

Darüber hinaus habe ich ein Buch geschrieben, es heißt Essanfälle adé. Darin beschreibe ich jenen Weg, den ich aus der Esssucht gegangen bin. Neben den Esssucht-Teil enthält es zahlreiche Information zu den Themen:

Wie kann ich mit meinen Gefühlen umgehen, ohne sie herunterzuessen? (Frust-, Stressessen).
Wie kann ich es schaffen, mich in meinem Körper wohlzufühlen?
Woher weiß ich, was und wieviel ich essen soll?
Wie kann ich lernen, zu genießen?

Selbsttest „Bin ich esssüchtig“: Ihr Ergebnis ist Stufe grün

Vielen Dank, dass Sie sich für den aivilo Selbsttest Zeit genommen haben.

Ihr Ergebnis: Stufe grün

Fußgängerampel_berlin_2

Der Test enthält 50 Fragen mit maximal 60 Auswertungspunkten. Sie haben weniger als 25% mit „ja“ beantwortet.

Das bedeutet, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass Sie nicht von Esssucht betroffen sind. Hängt natürlich auch davon ab, wie selbstehrlich Sie zu sich waren, und wie viele der Fragen das Essen betreffend ein „ja“ erhalten haben.

Vorab ein paar Wörter zum Test

In den vielen Jahren, die ich mich nun schon mit Esssucht beschäftige, fand ich heraus, dass es ein paar Punkte gibt, die auf viele Betroffene zutreffen, und zwar sowohl im Essverhalten als auch in den Denk- und Handlungsmustern. Diese Punkte habe ich in diesem Test zusammengestellt. Der Test erhebt daher keinen Anspruch auf wissenschaftliche Korrektheit oder Vollständigkeit, er ersetzt selbstverständlich keine ärztliche Diagnose. Vielmehr ist er als Gedankenanstoß gedacht,  sich selbstkritisch mit der Frage „Bin ich esssüchtig?“ auseinanderzusetzen.

Was tun mit dem Testergebnis?

Wenn Sie kein esssüchtiges Verhalten haben, ist es an Ihnen zu entscheiden, ob Sie sich mit Ihrem Essverhalten wohlfühlen. Falls ja, herzlichen Glückwunsch! Falls nein, geht es möglicherweise darum, Wege zu finden, sich im eigenen Körper wohl zu fühlen oder Genuss zuzulassen?

Vielleicht haben Sie den Test gemacht, weil Sie jemanden kennen, der oder die vielleicht Esssucht hat? Tipps für Angehörige finden Sie in folgendem aivilo Blogartikeln:

Meine Freundin ist esssüchtig, was kann ich tun?
Tipps für Anhörige von Esssüchtigen bzw.
im Buchtipp: Iss doch endlich mal normal.

Darüber hinaus habe ich ein Buch geschrieben:

Wenn man Freundin, Partner oder Elternteil einer esssüchtigen Frau / eines esssüchtigen Mädchens ist, ist es von großer Wichtigkeit gut auf sich selbst zu schauen und die eigene Kraft zu nähren. Eine Möglichkeit von vielen ist Körperarbeit. Gerne begleite ich Sie durch diese herausfordernde Zeit: Gemeinsam ist vieles einfacher als alleine!