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Kalorientabelle?! Ein Ding zum Vergessen!

KalorierechnenViele Frauen kennen ihre Kalorientabelle in- und auswendig und zählen jede Kalorie, die sie zu sich nehmen. Je weniger es waren, desto besser. Doch dieses ständige Reduzieren der Kalorien führt nicht notwendiger Weise zu dem gewünschten Erfolg.

Der erste Grund:

Wiederholte Hungerkuren steigern auf die Dauer das Körpergewicht. Wenn z.B. Ratten nach einer Diätphase wieder fressen dürfen, was sie wollen, schlingen sie mehr in sich hinein, als je zuvor und vor allem fressen sie viel mehr Fett. Doch das gilt nicht nur für Nager: Nach einigen Diätversuchen stürzen sich nachweislich auch Menschen mit Vorliebe auf fette Speisen.

Viele meiner Klientinnen mit Esssucht (Bulimie, binge eating) beispielsweise essen sehr kalorienarm: meistens Obst und Gemüse, niemals Süßigkeiten. Das halten sie dann durchschnittlich 3 Tage durch, maximal eine Woche. Spätestens danach kommt ein Essanfall, bei dem sie alles nachholen, was sie sich davor verboten hatten: Süßigkeiten, dick bestrichene Butterbrote etc.

Der zweite Grund:

Nach jeder Hungerphase steigt der Fettgehalt im Körper an. Entwicklungsbiologisch macht das Sinn, denn Mangel war immer die größte Bedrohung der Menschheit. Überleben heißt das Ziel. Aus diesem Grund schaltet der Körper in einer Hungerperiode auf Sparflamme, um seine Reserven zu schonen. Sobald jedoch wieder eine Nahrungszufuhr kommt, werden sofort möglichst große Fettpolster angelegt, um für die nächste Hungersnot gut gewappnet zu sein.

Viele meiner Klientinnen haben in der Zeit des Diät-Wahns sehr starke Gewichtsschwankungen. Die führen oft zu einem Gefühl immer fetter zu werden, auch wenn das rein objektiv oft nicht stimmt.

Der dritte Grund:

Für den Menschen sind Kalorien völlig ungeeignete Rechengrößen. Die Fühler (Rezeptoren), die in der Schleimhaut von Magen und Darm sitzen, rechnen nicht in Kalorien. Sie sind auf Nährstoffe programmiert und kalkulieren Eiweiß, Kohlehydrate und Fette vollkommen unterschiedlich.

Den Treibstoff fürs Leben liefern vor allem Kohlehydrate. Der Umbau von Kohlehydraten zu Fett ist für den Körper so mühsam, dass er diesen Weg nur geht, wenn der Mensch ihm enorme Mengen an Kohlehydraten anbietet bzw. sich nicht genug bewegt. Ansonsten wandelt er höchsten 1-2% der Kohle­hydratekalorien in Fett um. Auch die Proteine (Nahrungseiweiß) spielen beim Entstehen von Fettpolstern kaum eine Rolle. Im Gegensatz dazu wandert jedes Gramm Fett, das der Körper nicht für Kraft und Wärme verbraucht, vom Teller direkt in die Fettpolster. Auch hier zählen nicht die Kalorien der Speise sondern die Qualität und Inhaltsstoffe.

Ich hab einmal einen interessanten Vergleich gelesen: Das Essen anhand der Kalorien zu bewerten ist genauso als ob man den Nutzen eines Kleiderkasten anhand seines Brennwertes berechnet.

Kalorien zählen ist der Versuch, die Komplexität des Spüren der Bedürfnisse zu vereinfachen. Es ist leichter Kalorien zu zählen als auf seinen Körper zu hören.

In diesem Sinne: Mehr Mut zum Bedürfnisse fühlen. Was braucht mein Körper wirklich?

Wenn Sie dies (wieder) erlernen möchten, melden Sie sich zu unserem Workshop „Stopp den Esszwang“ 8./9. März an.