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Meine Freundin ist esssüchtig, was kann ich tun?

Was können wir tun, wenn eine Person in unserem unmittelbaren an Esssucht leidet, beispielsweise eine gute oder gar die beste Freundin? Zu einem verwandten Thema habe ich bereits folgenden Blog-Artikel geschrieben: „Hilfe, meine Tochter hat Esssucht“. Heute möchte ich ein paar mehr Gedanken dazu ausführen.

Kunst in Dublin_1

Vielleicht kennen Sie den Spruch : „Man kann ein Pferd zur Tränke führen, aber trinken muss es von alleine.“ Heißt: Ihre Freundin muss einsehen, dass es Handlungsbedarf gibt und sie muss den Weg der Heilung selbst beschreiten.  Wenn ihre Freundin nicht gewillt ist, sich für einen Lösungsweg zu öffnen oder gar irgendetwas von sich Preis zu geben, dann kann selbst der beste Therapeut oder die beste Therapeutin wenig ausrichten.

Dies zu wissen ist wichtig und gleichzeitig herausfordernd. Denn natürlich sorgen wir uns um das Wohlergehen unserer Freundin. Wenn wir glauben zu wissen, wo das Problem liegt, möchten wir, dass sie sofort entsprechende Schritte setzt. Doch so einfach wie es aussieht ist es meist nicht. Es könnte sein, dass Sie ähnliches von sich selbst kennen. Vielleicht hielten Sie an einer Beziehung fest, von der Ihre Freundinnen bereits wussten: „Das wird nichts.“. Oder Sie beschritten einen falschen Weg, obwohl Sie andere davor warten. In beiden Fällen mussten Sie Ihre eigenen Erfahrungen machen, in Ihrem Tempo.

Ähnlich ist es bei der Esssucht oder bei anderen Krisen: Wir können nur so rasch gehen, wie es uns selbst möglich ist. Doch nur daneben zu stehen und zu warten, bis die Freundin so weit ist, ist natürlich sehr schwierig bis unmöglich und kann uns zuweilen das Herz zerreißen vor lauter Sorge. Was also tun?

Informieren Sie sich über Esssucht: Womit genau hat Ihre Freundin zu kämpfen? Besonders wichtig zu wissen ist hier, dass es nur oberflächlich gesehen um das Essen oder nicht Essen geht. In Wahrheit geht es um andere Dinge, die dahinter stecken, beispielsweise um das beißende Gefühl, nicht schön oder gut genug zu sein oder um die sogenannte toxische Scham. Die Stimmungsschwankungen, die viele Esssüchtigen haben, können Teil des Symptoms sein und manchmal ist es gut, diese als Freundin nicht allzu persönlich zu nehmen. Über Esssucht gibt es zahlreiche Bücher (ab Juni 2015 auch eines von mir, übrigens) und Infos im Internet.

Es gibt keine schnelle Lösungen: Esssucht ist etwas Komplexes, es ist also mit einem Ratschlag, mit einem Gespräch und auch mit zehn Gesprächen nicht getan. Der Ausstieg aus der Esssucht dauert mitunter Jahre. Dies im Hinterkopf zu behalten ist sehr wichtig, damit Sie keine zu hohen Erwartungen an Ihre Freundin haben. In den meisten Fällen braucht es die Unterstützung einer Psychotherapie.

Stärken Sie sich selbst: In der Psychologie gibt es den Begriff der Co-Abhängigkeit. Ich finde es wichtig, darüber Bescheid zu wissen. Sie finden dazu einiges im Internet. Bei der Begleitung von einer Freundin mit Esssucht geht es darum, auf die eigenen Grenzen zu achten und es geht um die Frage: „Wie viel bin ich bereit zu geben?“, „Wie viel bin ich bereit auszuhalten?“. Wenn Sie sich beim Helfen und Sorgen total verausgaben, sich alles gefallen lassen, ihre Grenzen total missachten und am Ende seelisch zusammenbrechen, dann hat niemand etwas davon. Wichtig finde ich es, sich selbst immer wieder zu erinnern: „Ich kann den Weg nicht für dich gehen, das musst du selbst tun.“ Und: Sie sind die Freundin, nicht die Psychotherapeutin. Außerdem geht es um Mitgefühl, nicht um Mitleid. Ihnen darf es gut gehen, selbst wenn Ihre Freundin momentan in einer Lebenskrise steckt.

Das wichtigste ist die Liebe: Die meisten Esssüchtigen schämen sich für das, was sie sind und für ihr verdrehtes Essverhalten. Hier ist es heilsam, wenn Sie signalisieren können: „Du bist mehr als dein Essverhalten, ich mag den Menschen, der du bist.“.

Die eigene Sorge zugeben: Wir können der Freundin nichts aufdrängen, aber was wir sehr wohl können ist, unsere eigene Sorge zum Ausdruck zu bringen: „Ich habe das Gefühl, dass es dir nicht gut geht. Ich mache mir Sorgen um dich.“ oder „Ich habe das Gefühl, dass du ein Problem mit dem Essen hast, aber du streitest das ab. Das respektiere ich. Doch meine Sorge bleibt. Und um ehrlich zu sein, weiß ich nicht mehr, wie ich reagieren soll.“ Sie dürfen zugeben, wenn Sie sich hilflos fühlen „Ich würde dir gerne helfen, weiß aber nicht wie. Ich weiß nicht mehr, wie ich mir dir gegenüber verhalten soll.“

Wie geht es dir wirklich? Frauen mit Esssucht bemühen sich sehr, nach außen hin gut zu funktionieren, was viel Kraft kostet. Da kann es gut tun, wenn signalisiert wird: „Ich interessiere mich dafür, wie es dir wirklich geht. Entscheide du, ob du mir das erzählen möchtest. Ich bin für dich da.“

Sich mit Ratschlägen zurückhalten: Wenn Ihre Freundin das Thema vermeidet, werden „kluge“ Ratschläge vermutlich ins Leere gehen. Hier könnte es eine Möglichkeit sein, Ihrer Freundin ein Buch zu schenken, von dem Sie meinen, dass es hilfreich sein könnte: „Ich gebe dir diese Buch, weil ich mich um dich sorge und mich vieles, was darin steht an dich erinnert. Vielleicht magst du es lesen. Falls das Buch nichts für dich ist, dann schenk es einfach weiter.“

Überforderung zugeben: Wenn Sie überfordert sind mit der Situation, dann dürfen Sie das zugeben. Wenn Ihre Freundin beispielsweise immer von den selben Problemen mit dem Essen redet, dann dürfen Sie Ihre eigenen Grenzen wahren und bemerken: „Es geht nun schon zum x-ten Mal um genau dieses Thema. Ich hab dich lieb, aber ich weiß nicht, wie ich dir helfen kann und das macht mich sehr unglücklich. Ich glaube langsam wirklich, dass dir eine Psychotherapeutin hier besser helfen kann als ich.“

echte Mails von echten Frauen

Ca. vier Wochen nach unserem März 2014 Workshop „Wege aus dem Esszwang“ haben wir an unsere Teilnehmerinnen folgende Mails ausgeschickt:

Liebe Frauen,

unser gemeinsamer Workshop ist nun schon ein gutes Monat her. Wir sind dankbar für die Öffnung und die Überwindung der Scham, die wir in den zwei Tagen miterleben durften.

Wir möchten Euch nun die Möglichkeit geben mitzuteilen, wie es Euch nach dem Workshop ergangen ist.

Dabei ist es uns besonders wichtig, einen liebevollen Blick auf diese Zeit zu werfen. Also lasst uns den Fokus darauf lenken, was gut läuft und wo es Entwicklungspotential gibt:

1.) Was habe ich seit dem Workshop für mich getan, was hat mir gut getan (ganz gleich wie klein die Aktion war)?
2.) Gibt es etwas, das sich seit dem Workshop für mich verändert hat?
3.) Wenn ich mich an den Workshop erinnere:
Gibt es etwas, das ich spannend fand und in den nächsten Wochen gerne noch ausprobieren / weiterführen möchte?
4.) Welches konkrete Thema (Lebensthema?) möchte ich als nächstes angehen? Was genau möchte ich da tun?
5.) Wobei brauche ich Hilfe? Von wem?
6.) Was ist mir noch wichtig zu sagen?

Achja: Ich freue mich über jedes „like“ auf meiner „aivilo – ankommen im Körper“ Facebook Seite und über jede weitere Blog Abonnentin!

Also dann … wir freuen uns auf Eure Mails!

Liebe Grüße,
Olivia & Claudia

Ich finde es wichtig, andere Frauen zu unterstützen, indem sie ehrliche Rückmeldungen von echten Frauen lesen können. Reduktion der Scham indem man zeigt: Ja, es ist schwer, trotzdem bin ich am Weg, geben wir nicht auf. Weiters ist es uns wichtig, dass unsere Workshops „Wege aus dem Esszwang“ mit einer guten Portion Realismus gebucht werden. Will heißen: Es ist ein Stück auf dem Weg, vielleicht sogar eine schönes großes Stück, aber es ist keine Spontanheilung.

Hier darf ich drei der Antwortmails veröffentlichen. Mit […] sind Stellen markiert die ich zwecks Anonymisierung herausgenommen habe.

Vielleicht ermuntert dieser Blogeintrag ja auch noch andere Teilnehmerinnen zu berichten. Gerne auch welche von anderen Workshops, wäre schön!

Mail 1:

Liebe Olivia, liebe Claudia!
Ich hoffe euch geht es gut. Mir gehts ausgezeichnet. Anbei meine Antworten auf eure Fragen.

1.) Ich zähle nicht mal mehr Kalorien.
2.) Das Gefühl noch irgendwas zu versäumen wenn ich jetzt nicht Esse ist total weg. Ich habe auch keine Angst mehr nicht satt zu werden. Ich habe keine Angst mehr einen Essanfall zu bekommen weil ich keinen mehr bekomme, mir vertraue dass es so sein wird (weil ich es in den letzten Monat jeden Tag so erlebt habe) und daraus resultierend keine Angst mehr vor einem Kontrollverlust. Ich muss mich aber auch nicht zur Kontrolle zwingen denn ich vertraue mir und jetzt auch meinem Körpergefühl. Vertrauen heißt nicht kontrollieren und Disziplin zu haben … Vertrauen ist das Gegenteil von Angst und für ein „gelingendes“ Leben unabdingbar.
3.) Ich werde weiterhin Körperreisen machen.
4.) Fürs erste bin ich nach vielen Jahren Therapie und Wille/Mut fertig mit der Aufarbeitung/Neubewertung und Eingliederung meiner „Altlasten“. Mein neues Lebensthema ist mein Baby das im […] auf die Welt kommen wird.
5.) Da werde ich am Anfang Oma und Opa um Hilfe bitten 🙂
6.) Ich hab mich in den zwei Tagen sehr wohl gefühlt und alle soooo dringlichen Fragen haben sich nach dem Workshop von ganz alleine beantwortet. Ich denke dass ist u.a. eure „Taktik“ – und die funktioniert 🙂

Ich wünsche euch weiterhin alles Liebe und Gute und bin unendlich Dankbar, dass ihr den Workshop anbietet. Er ist eine großartig Hilfe auf dem Weg aus dem Irrgarten der Esssucht.

Herzliche Grüße

Meine Antwort auf Mail 1:

Liebe […],

vielen Lieben Dank dass Du Dir die Zeit genommen hast uns zu schreiben und vielen Dank für Deine wertschätzenden Worte!

Deine Mail klingt nach Frieden mit Dir selbst und danach, dass sich alle Deine Erfahrungen zu einem runden Ganzen zusammengefügt haben. Ich finde sehr schön, was Du über Vertrauen geschrieben hast! Ja, die Erfahrung habe ich auch gemacht, dass es sich mit Vertrauen viel einfacher lebt 🙂

Ich möchte Dir gerne noch einen Satz mitgeben, den ich letztens im Buch von Brene Brown gelesen habe: „Wer wir sind und die Art, wie wir uns verhalten, haben mehr Einfluss darauf, wie gut unsere Kinder dereinst zurechtkommen werden, als das, was wir theoretisch über Beziehung wissen. (http://www.aivilo.at/2014/04/11/verletzlichkeit-macht-stark/)

In diesem Sinne hast Du die besten Voraussetzungen für Dein neues Lebensthema 🙂

Ich wünsche Dir alles alles Gute für die letzten Schwangerschaftswochen und die Zeit danach!

Herzliche Grüße,
Olivia

Mail 2:

Liebe Olivia, liebe Claudia!

Nochmals danke für den tollen Workshop. Ich denke so gerne an die 2 Tage zurück.

Ich lese mir auch den Schriftenband von Zeit zu Zeit durch. Positiv verändert hat sich
meine Einstellung zum Essen von „ früher verbotenen Lebensmittel“. Ich versuche diese Köstlichkeiten zu genießen und kein schlechtes Gewissen mehr zu haben. Der Körper verlangt anscheinend danach und ich gebe es ihm.

Spannend fand ich auch die Körperreisen, das bewusste Atmen.

Es hat seit dem Workshop natürlich den einen oder anderen Essanfall gegeben. Aber ich habe ihn gebraucht. Manchmal weiß ich eben nicht, wie ich mit meinen Gefühlen ( meistens negativen ) umgehen soll. Da hilft nun mal Essen. Aber ich versuche es jeden Tag besser zu machen.

Olivia, dir habe ich ja von meiner nicht ganz einfachen privaten Situation erzählt.
Zur Zeit bin ich beruflich auch wieder sehr eingesetzt. Freie Wochenende gibt es zur Zeit leider keine. Ich versuche bei einen Wannenbad oder einen guten Film zu entspannen.

Ich überlege sogar den nächsten Workshop im November auch zu besuchen.

Ich freue mich schon sehr auf die kommende Shiatsu Stunde.

Mit lieben Grüßen

Meine Antwort auf Mail 2:

Liebe […]

vielen lieben Dank für Deine Email und dass Du Dir die Zeit genommen hast zu antworten, wo doch Deine Zeit sehr knapp bemessen ist. Es klingt, als ob Du wesentlich netter mit Dir selbst umgehst!

Ja, wir haben alle Phasen in unserem Leben, wo es „ruckelt“, das lässt sich nicht vermeiden, das ist das Leben, umso wichtiger ist es in diesen Phasen besondern lieb zu uns zu sein.

Negative Gefühle sind völlig normal. Die ewig-immer-nur-glückliche-strahlenden-Menschen gibt es sowieso nur in der Werbung oder auf den Boulevard Seiten 😉

Bei dem Umgang mit den negativen Gefühlen könnte Dir die EmotionalKörper-Therapie helfen. Da geht es darum sich in seiner Ganzheit anzunehmen, mit allen Gefühlen die da sind. Fühlen bedeutet alle Gefühle zu spüren. Wir wünschen uns, nur das Positive zu fühlen und alles andere nicht. Das geht aber nicht. Wir können nur das ganze Paket haben. Also fühlen oder nicht fühlen. Wir können uns nicht aussuchen, was wir zu fühlen haben. Die sogenannten negativen Gefühle sind meist wertvolle Wegweiser oder Alarmsignale, die gerne gehört und beachtet werden. Ebenso dürfen unsere sogenannten positiven Gefühle ebenso mit Dankbarkeit angenommen. Wenn wir nicht mehr fühlen sind wir gefühllos, wer möchte das schon sein?!

Ich wünsche Dir, dass Du bald eine Möglichkeit zum Verschnaufen findest. Spätesens beim nächsten Shiatsu 🙂 und vielleicht beim nächsten Workshop im November, wir würden uns sehr freuen wenn Du wieder dabei wärst 🙂

Liebe Grüße,
Olivia

Mail 3:

Hallo,

1.) Ich habe mit [neuer Sportart] begonnen und gemeinsam eine Reise nach […] mit einer Freundin gebucht, die wir im Sommer machen werden.
2.) Ich hatte nach dem Workshop noch Ess-Brechanfälle, habe es seit dem Workshop aber auch einmal 18 Tage ohne Ess-Brechanfall geschafft und hoffe, dass ich es bald wieder ähnlich lange schaffen kann.
3.,4.) Ehrlich gesagt versuche ich momentan nur jeden Tag irgendwie zu überstehen, wenn möglich ohne Ess-Brechanfall. Ich denke nicht mehr wirklich an den Workshop und habe nicht die Energie, an irgendetwas Speziellem zu arbeiten. Aus dem Bett zu kommen und mein tägliches Leben zu meistern ist momentan genug Herausforderung. Also vielleicht wäre gerade diese Energielosigkeit etwas, das ich angehen könnte.
5.) Mir wurde von mehreren Seiten geraten, mir bzgl. Antriebslosigkeit, destruktiven Gedanken etc. psychiatrische Unterstützung (evtl. Medikamente) zu suchen. Evtl. werde ich das machen. Das Thema Therapiewechsel steht nach wie vor immer wieder im Raum, jedoch kann ich mich auch dazu momentan nicht richtig aufraffen.

Meine Antwort auf Mail 3:

Liebe […],

vielen lieben Dank für Deine Mail und vielen Dank, dass Du Dir Zeit genommen hast! Ich habe Dich und Deine Geschichte noch sehr präsent vor mir und freue mich sehr von Dir zu lesen! Ich fand es sehr berührend, wie Du Dich öffnen und mitteilen konntest und ich glaube, dass Du damit viele Gefühle der anderen Frauen mit ausgedrückt hast.

Wow, da hat sich ja einiges bei Dir getan!

Reise nach […] und [neue Sportart]! Klingt als ob Du Dir da zwei lange Wünsch erfüllt hättest!

Zum Thema Therapie kann ich Dir Doris Nowak-Schuh empfehlen. Ich arbeite seit Jahren mit ihr zusammen. Meine Erfahrung ist: Wenn die richtige Zeit da ist, dann kommt auch die Energie sich aufzuraffen. 🙂

Wegen Deiner Erschöpfung möchte ich Dir gerne folgende Impulse mitgeben: Wenn Du Dein Leben über lange Strecken ohne Ess-Brechanfall schaffst, so stellst Du Dich vielen Gefühlen, die Du früher „einfach“ weggekotzt hast. Das I-S-T anstrengend und ermüdend. Vielleicht geht es nun darum, noch mehr liebevoll zu Dir zu sein. Stolz auf Dich zu sein, dass Du wesentlich weniger brichst. Stolz auf Dich zu sein, dass Du Dein Leben schaffst. Und vielleicht geht es darum, nach Feierabend richtig richtig lieb zu Dir sein und Dir zu erlauben erschöpft zu sein.

Es kann auch sein, dass Du durch die früheren Brechanfälle körperlich, also physisch erschöpft bist. Hier kann die TCM Kräuterkunde sehr gut helfen. Ich persönlich habe mit www.akupunktur-leitner.at sehr gute Erfahrung gemacht. Da bekommt man Kräuter verschrieben, die man als Tee trinken oder als Tablette einnehmen kann und die bauen die Substanz auf.

Ich wünsche Dir alles alles Liebe für Deinen Weg! Falls Du mal das Bedürfnis nach Körperarbeit hast, Du weißt ja, wo Du mich findest.

Ich schicke Dir herzliche Grüße,
Olivia

Eine Schülerin hat Esssucht – was tun?!

Schule_UnterrichtLetztens erreichte mich die Anfrage einer Lehrerin: Eine Schülerin leidet an offensichtlichem Untergewicht. Eine Mitschülerin konnte beobachten, dass besagte Schülerin Essen erbettelte und dieses danach auf der Toilette erbrach.

Die daraufhin eingeschaltete Schulärtzin konnte nichts erreichen, das Mädchen blockte alle Gespräche ab. Auch das Gespräch mit der Mutter verlief ergebnislos, diese meinte es gäbe kein Problem.

Was also tun?

Hier meine Antwort:

Dazu ist zu sagen: Schwierig!! Vielleicht kennen Sie den Satz: Man kann ein Pferd zur Tränke führen, aber trinken muss es selbst. Heißt im übertragenen Sinn: Da sein, Hilfe anbieten, aber innerlich wissend, dass das Mädchen selbst danach greifen muss. 

(außer natürlich wenn der Zustand des Mädchens lebensbedrohend ist, da gilt es rasch zu handeln)

Wir können mehr auf dieser Welt bewirken als wir denken, v.a. mit ein bißchen Liebe für unsere Mitmenschen, auch und gerade wenn wir das Gefühl haben auf Mauern zu stoßen. Aber wie immer beim Helfen ist auch hier besonders wichtig: Auf die eigenen Grenzen achten. Gut darauf schauen: Wie viel kann und möchte ich geben.

Es gibt ein Buch, das ich Ihnen empfehlen kann: http://www.aivilo.at/2012/08/07/iss-doch-endlich-mal-normal/

Eine Möglichkeit, wäre eine allgemeine Aufklärung über Esssucht für alle Schüler/innen zu starten. Vielleicht gibt es ja die Möglichkeit eines übergeordneten Schulprojekts!

Es gibt dazu ein interessantes pdf von http://www.bzga.deEssstörungen Leitfaden für Eltern, Angehörige und Lehrkräfte. Ab Seite 99 wird auf Ihre Frage eingegangen.

Anregungen für Schulprojekte gibt es auf http://www.essstoerungshotline.at/schulpraevention/ und bei
www.fem.at z.B. http://angebote.femsued.at/index.php?

Ich hoffe Ihnen damit geholfen zu haben und wünsche Ihnen und Ihrer Schülerin alles Gute!

wir leben wovon wir reden

melangeWie bereiten sich Claudia Knief und ich auf den nächsten Workshop „Wege aus dem Esszwang“ vor?

Ganz einfach indem wir das leben, was wir im Workshop mit unseren Teilnehmerinnen üben:

Wir schauen bei unseren Vorbereitungstreffen gut auf unsere Bedürfnisse, indem wir unsere gemeinsame Zeit genau dort verbringen, wo wir wirklich sein möchten. Wir geben uns Zeit und Raum um zu spüren, welche kulinarischen Genüsse zu unserer Stimmung passen und genießen diese. Wir stehen bei unseren Treffen zu dem was wir sind. Launen dürfen sein wie sie gerade sind, wir teilen, was uns gerade beschäftigt, ohne zu werten. Alles darf sein. Wir müssen nichts darstellen, was wir im Moment nicht sind. Es dürfen auch miese Laune sein oder Müdigkeit, genauso wie Unrast oder Fröhlichkeit. Das ist herrlich und gibt letztendlich viel Energie!

Wir haben uns bei diesem Treffen überlegt, welche Strategien wir eigentlich anwenden, wenn es mal im Alltag rumpelt. Für mich ist es immer wieder interessant zu sehen, wie ich heute Dinge löse, wo es damals nur eine Lösung gab, nämlich essen. Die Ergebnisse unserer Treffen werden in einigen Blog Artikel sichtbar werden 🙂 

Der Ausstieg aus der Esssucht fängt damit an, auf unsere Bedürfnisse im Alltag zu achten, sodass es irgendwann nicht mehr notwendig ist, mit Hilfe von Fressanfällen Raum für sich zu nehmen.

Unser nächster Workshop „Stopp den Esszwang“  findet am 15. März statt. Anmeldungen sind jetzt schon willkommen und bekommen den Frühbucherinnenpreis.

Impressionen Workshop 16./17. Nov.

Hier ein paar Impressionen vom Workshop „Stopp den Esszwang“. Es waren wieder viele schöne, interessante, intensive gemeinsame Stunden und Begegnungen. Da uns die Vertraulichkeit wichtig ist, veröffentlichen wir auch diesmal selbstverständlich keine Bilder unserer Teilnehmerinnen.

Doch folgende Stimmen aus dem Workshop möchten wir gerne teilen:

Danke für …

… Professionelle Vorbereitung und Durchführung, trotzdem mit Herz
… liebevollen Worte bei den Körperübungen
… die Ehrlichkeit
… Eure Offenheit
… Vertrauen
… die tolle Zeit
… Offenheit von Olivia über eigene Geschichte und Probleme zu erzählen
… für das Schaffen einer angenehmen und sicheren Atmosphäre
… Gespräche
… Ehrlichkeit und Selbstoffenbarung
… Olivias Zitat „… und Punkt“
… sehr viele gute Tipps
… eure Wertschätzung
… neue Erfahrungen
… schönes Wochenende mit vielen neuen und sehr lieben Menschen

P.S. Danke wiedermal an Manfred Helmer für die Fotos!

Selbsttest: Bin ich esssüchtig?!

vreboten_erlaubt-Längsformat_kleinSeit einiger Zeit schon gibt es auf der aivilo Seite den Selbsttest: Bin ich esssüchtig?

Der aivilo Test besteht aus 50 Fragen und wird Ihnen Klarheit verschaffen, ob Sie (bzw. eine Freundin oder Angehörige) unter Esssucht leiden.

Durch das wache Auge meines lieben Bruders Thomas Wollinger ist uns aufgefallen, dass durch eine Umgestaltung im Blog die Verlinkungen im Test ins Nichts führten, d.h. die Auswertungen waren nicht zu lesen. Dafür entschuldige ich mich.

Der Test sollte nun wieder korrekt funktionieren und somit vielen Menschen Klarheit bringen. Denn der erste – und vielleicht auch schwierigste – Schritt aus der Esssucht ist es, sich einzugestehen: Ja, ich habe Esssucht.