Nachrichten getagged: Esssucht

Stylingworkshop für Körper und Seele

Von , 20. Februar 2012 14:07

Ich darf einen Workshop meiner Kollegin Claudia Knief ankündigen, gedacht ist dieser für die für Teilnehmerinnen aus unserem Workshop “Wenn Essen das Leben beherrscht”:

Einladung zum Stylingworkshop für Körper und Seele
Samstag, 25. Februar, 14 – 19h

Für Frauen, die mit ihrem Körper unzufrieden sind und ihm, und auch der Seele, etwas Gutes tun möchten. Kleiden kann ja so viel Spaß machen und sooo gut tun.

In kleiner, angenehmer Runde (max. 5 Teilnehmerinnen) finde ich Farben, die deine Augen strahlen lassen, und wir entdecken gemeinsam Kleidungsideen zum Wohl- und Schönfühlen. Du erfährst Stylingtricks für jede Figur und Tipps für seelenfreundlichere Einkäufe.

Anmeldung per mail ab sofort.
Ort: Modeatelier knie+f, Posthorngasse 8, 3. Bezirk
Kosten: 70€

 

Und wer lieber mit mir allein und intensiver auf modische Entdeckungsreise gehen möchte:
Farb-Stil-Stylingberatung: 2 Termine, Gesamtdauer 3,5 Stunden, Kosten: 245€

Mit herzlichen Grüßen, ich freu mich auf ein Wiedersehen,

Claudia Knief
Dipl. Farb-Stil-Stylingberaterin

farb-stil-styling-beratung
mode-design
entspannungstraining
atelier: posthorngasse 8, 1030 wien
t: 0699/ 17 0 969 17
web – mode: http://knieplusf.dawanda.com
web – entspannung: www.entspannungsimpuls.at

aivilo Termine 2012

Von , 17. Januar 2012 16:37

Workshops: Ausweg aus dem zwanghaften Essen

Geeignet für Frauen, die sich in Ihrem Körper unwohl fühlen und von unkontrollierbaren Essanfällen geplagt sind. Im Workshop lernen Sie Ihren Körper zu spüren, Ihre Sättigung wahrzunehmen und Ihr besonderes Essverhalten zu verstehen.

Hier gehts zum neuen Workshop Flyer und hier klicken Sie für die Workshopinfos.

Workshop-Termine 2012 in Wien:

Sa. 4. / So. 5. Februar 2012
Sa. 2. /So. 3. Juni 2012
Sa. 17. / So 18. November 2012

 

Seminar: EmotionalKörper-Therapie


Geeignet für Frauen und Männer, die Ihren Emotionen auf die Spur kommen möchten. Im Seminar erlernen Sie die EKT Methode und üben deren Anwendung.

Hier kommen Sie direkt zu den EKT Seminarinfos.

Seminartermin 2012 in Wien:
Sa. 12. / So. 13. Mai 2012

Einzeltermine:
Am 11.5.und 14.5. bieten Susanna Lübcke und Anne Söller jeweils vier EKT Einzeltermine an. Wenn Sie einen davon möchten, reservieren Sie rechtzeitig.

 

Neues auf der aivilo Webseite


Der aivilo Blog kann abonniert werden, dazu einfach hier rechts bei „Blog abonnieren“ Ihre E-Mail Adresse eintippen. Sie erhalten dadurch automatisch alle neuen Artikel direkt in Ihre Mailbox.
Darüber hinaus finden Sie “aivilo – ankommen im Körper” auf Facebook, ich freue mich auf den „gefällt mir“ Zuwachs  : -)

In diesem Sinne freue ich mich auf ein Kennenlernen bzw. Wiedersehen im Jahr 2012.

Herzliche Grüße,
Olivia Wollinger

 

Flyer zum Workshop “Ausweg aus dem zwanghaften Essen”

Von , 11. Januar 2012 11:00

Wir freuen uns, Ihnen den neuen Flyer für den Workshop “Ausweg aus dem zwanghaften Essen” präsentieren zu dürfen. Wenn Sie Flyer bestellen möchten für´s Verteilen, Auslegen, Weitergeben … einfach Mail schicken!

Seite 1:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seite 2:

 

 

 

Esssucht “besiegen”?!

Von , 9. Januar 2012 12:40

In meiner Praxis oder bei den Seminaren kommen mir oft Wünsche unter wie

“Ich möchte meine Esssucht … besiegen, loswerden, anbringen, weg haben…”

Verständlich, dass wir loshaben wollen, was uns belastet.

Wenn wir jedoch davon ausgehen, dass Esssucht ein Teil von uns ist, hieße das nicht auch, dass wir somit uns selbst besiegen, loswerden, anbringen, weg haben… wollen?

Wäre es vielleicht heilsamer zu sagen:
Ich möchte meine Esssucht verstehen?
Ich möchte ihr zuhören, was sie mir zu sagen hat und daraus lernen?
Danke meine Esssucht, dass Du mir hilfst, mein Leben lebenswert zu machen.
Du bist momentan ein Teil von mir, also nehme ich Dich in Liebe an.
Auch wenn ich oft entsetzlich leide, bist Du trotzdem ein Teil von mir. (und ich versuche mich lieb zu haben, so wie ich bin, mit allen meinen Fehlern) Auch wenn ich Dich momentan nicht verstehen kann, irgendwann werde ich es.

Und damit vertrauen, dass die Esssucht gehen wird, wenn sie ihre Funktion, ihre Mission, ihre Botschaft erfüllt hat.

Wann kippt ein “Diät-Tick” in Esssucht?

Von , 19. Dezember 2011 16:30

Auf seine Ernährung und seinen Körper zu achten ist eine gute Sache, keine Frage! Doch es gibt eine Grenze, in der dieses liebevolle auf sich achten umschlägt in Selbstkontrolle, Selbstbestrafung und Sucht … Esssucht. Wo liegt diese Grenze? Ab wann ist es ein “gut auf sich schauen”, ab wann ist es “Esssucht”?

Die Gedanken an Essen beherrschen das Leben

Esssucht ist es dann, wenn die Gedanken ständig um Figur oder Essen kreisen. Diese Gedankenkreise beherrschen das tägliche Leben. Die Gedanken an Essen haben mit “liebevoll” nichts mehr zu tun, sie sind eher mit “angstvoll” oder “hassbesetzt” zu beschreiben.

Um zu verstehen, was damit gemeint ist, lassen wir Betroffene selbst zu Wort kommen:

Das Essen beherrscht meine Gedanken und mein Leben. Es beginnt, wenn ich am Morgen die Augen öffne: Was habe ich gestern gegessen? Wie viel darf ich jetzt frühstücken, oder verzichte ich am besten ganz auf das Frühstück? Dann geht es weiter auf dem Weg zur Arbeit. Praktisch an jeder Ecke lauert die Gefahr, es gibt überall Bäcker, Supermärkte, Restaurants… Diesen Verlockungen zu widerstehen fällt mir sehr schwer. Wie sehr beneide ich die Anderen, die einfach zugreifen, wann immer sie möchten.

Ständig rechne ich aus, wie viel Kalorien ich noch essen darf. Auf der Straße blicke ich neidisch auf schlanke Frauen. Die Gedanken an Essen lassen mich so gut wie nie los, egal wo ich bin – in der Arbeit, im Kino, im Theater,… Sogar der letzte Gedanke des Tages gehört dem Essen: Bevor ich einschlafe lasse ich die gegessenen Kalorien revue passieren und überlege den Diätplan für den nächsten Tag. Beim Einschlafen stelle ich mir oft vor, wie ich ein Schokoladenstück nach dem anderen esse. Diese Gedanken machen mich wenigstens nicht fett, so hoffe ich.

Ich hasse meinen Körper. Ich fühle mich ständig beobachtet und habe das Gefühl, dass sich jeder über meine Figur lustig macht. Das geht sogar so weit, dass ich es nicht wage, während eines Vortrags die Toilette aufzusuchen. Ich habe Angst, dass mir dann alle auf meinen Hintern starren. Im Schwimmbad war ich schon lange nicht mehr. Wenn ich dort hin muss, so ist das eine richtige Qual für mich. Die vielen Schaufenster in der Stadt machen mich wahnsinnig. Ständig spiegelt sich darin mein fetter Hintern. Ich möchte mich nicht andauernd ansehen müssen.

Ich teile Lebensmittel in ‘erlaubte’ (z.B. Obst, Salat, Gemüse, Joghurt, Vollkornprodukte) und ‘nicht erlaubte’ (z.B. Süßigkeiten, Mehlspeisen, Fettiges) ein. Wenn ich etwas ‘Verbotenes’ (z.B. Schokolade) esse, denke ich “jetzt ist es eh schon egal” und esse so viel, bis ich nicht mehr kann. Während ich esse, beschließe ich, ab morgen nie wieder zu ‘sündigen’.

Ich habe Schuld- und Reuegefühle, wenn ich esse. Ich habe das Gefühl, schon bei den geringsten Essensmengen zuzunehmen. Das einzige, was ich mir erlauben kann sind Sachen ohne Kalorien, die ich auch in großen Mengen zu mir nehme, z.B. Cola-light, schwarzer Kaffee oder Tee, zuckerfreier Kaugummi, Süßungsmittel.

Ich habe Angst mit dem Essen zu beginnen, da ich fürchte nicht aufhören zu können. Oft ist es nur ein Bissen, der zu viel ist und schon befinde ich mich mitten in einem Essanfall. Während des Essens ist der Gedanke an das herannahende Ende der Mahlzeit fast unerträglich. Mein Appetit und meine Gier scheinen unendlich groß zu sein.

Manchmal, wenn ich mir einen Toast mache, kann ich es gar nicht erwarten, bis er fertig getoastet ist und esse ihn halbfertig auf. Es ist auch schon vorgekommen, dass ich Essen, das ich bereits weggeworfen habe, wieder aus dem Mistkübel heraushole und esse. Eigentlich grauslich, was ich da tue. Ich ekle mich vor mir selbst.

Oft ist mir gar nicht bewusst, dass ich esse. Ein Bissen hier, ein Bissen dort und plötzlich finde ich mich in einem Essanfall wieder. Ich gebe sehr viel – viel zu viel – Geld für Essen aus. Ich bin leider unfähig, echten physischen Hunger zu erkennen, von Sättigung ganz zu schweigen. Ich habe ein sehr unregelmäßiges Essverhalten. Überessen und Fasten wechseln einander ab. Ich halte ständig Diät und zähle die Kalorien aller Speisen, die ich zu mir nehme. Ich habe enorme Panik vor dem Zunehmen. Ich halte mich immer für zu dick.

Ich stelle mich mindestens 1x täglich auf die Waage, meistens öfters. Wenn ich mehr wiege als gestern, und sind es nur ein paar Gramm, so ist der Tag für mich gelaufen, meine Stimmung sinkt dann in den Keller. Wenn ich ein bisschen weniger wiege, so ist alles super. Wenn die Batterie meiner Waage kaputt ist, verfalle ich in regelrechte Panik.

Manchmal kann ich mich stundenlang mit Essen beschäftigen ohne etwas zu essen. Ich streife manchmal durch den Supermarkt, nehme Lebensmittel in die Hand, rieche an ihnen, berühre sie, aber kaufe sie nicht.(wenn ich einen guten Tag habe schaffe ich das! Dann bin ich sehr stolz auf mich). Oder ich schaue mir Kochbücher an, stundenlang. Das ist dann irgendwie ein Ersatz. Ich habe auch schon für meine Verwandten gekocht, ohne selbst etwas zu essen. Die haben alles aufgegessen, aber ich war stark! Gemeinsames Essen ist mir überhaupt unangenehm, ich sage denen meistens, das ich schon gegessen habe. Mir ist es am liebsten, wenn ich meine Essensmenge einteile. Wenn ich esse teile ich das Essen dann in kleine Stücke und kaue ganz oft, denn ich habe gehört, dass das gesund ist. Ansonsten sitze ich nicht gerne still, denn da verbrennt man ja nichts. Ich habe entdeckt, dass ich sogar im Kino- oder Theatersessel unauffällig Übungen zur Muskelstärkung machen kann.

Manchmal ist mir so richtig eiskalt, im Winter eigentlich ständig. Wenn ich ganz ehrlich bin habe ich schon lange keine Monatsblutung mehr gehabt. Aber das stört mich eigentlich gar nicht. Meine Haut ist total trocken, da creme ich mich aber regelmäßig ein. Das mag ich gar nicht, weil ich mich so ungerne berühre. Achja, apropos Haut: Manchmal habe ich so richtige fette Pickel, da fühle ich mich dann immer besonders hässlich. Ich bin auch sehr oft sehr müde. Vielleicht hat das ja auch mit den Abführmittel zu tun, aber ich habe Angst zuzunehmen, wenn ich die weglasse.

Mein Wohlbefinden bzw. meine Laune hängen davon ab, ob ich einen ‘guten’ oder ‘schlechten’ Esstag hatte. Wenn ich es schon wieder nicht geschafft habe, meine Diät einzuhalten, fühle ich mich als Versagerin. Wenn ich krank bin, oder wirklich große Sorgen habe, ist mein erster Gedanke: Toll, vielleicht nehme ich ja ein wenig ab. Eigentlich pervers. Ich sollte mir doch wünschen, dass es mir gut geht!

Ich habe starke Gewichtsschwankungen, ich besitze mittlerweile drei verschiedene Konfektionsgrößen. Ich hasse mich, wenn ich wieder die größte Größe anziehen muss. Mein größter Wunsch ist es, wieder in die zu klein gewordenen Kleidungsstücke zu passen.

Meistens gelingt es mir unter Tags recht gut meinen Diätplan durchzuhalten, doch meistens am Abend überkommt mich dann der Essanfall. Ich verstehe das nicht. Warum kann ich am Abend nicht diszipliniert sein? Ich schäme mich für meine Essgewohnheiten. Daher esse ich in Gegenwart anderer gemäßigt und hole dann das Versäumte nach, sobald ich alleine bin. Ich lebe ein Doppelleben. Ich lebe mit einer riesengroßen Lüge.

Letzens war ich mich einer Freundin in einem Restaurant und wir aßen je eine Pizza. Meine Freundin meinte danach, dass sie nun nicht einmal mehr einen Bissen hinunterbringen würde. Seltsam, ich hätte noch locker weiteressen können, was ich natürlich nicht tat und auch nicht zugab. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich maßlos bin. Ich kenne keine Grenzen.

Es ist mir unmöglich, Essen übrig zu lassen. Ich schaffe es auch dann nicht, wenn ich schon zum “Platzen” voll bin. Essen z.B. ins Büro mitzunehmen stellt für mich ein Problem dar. Ich esse alles vorzeitig auf. Bereits am Vormittag ist dann alles längst geplündert. Auch bei einer Wanderung etwas mitzunehmen ist sehr schwierig für mich. Ich muss ständig an das Essen denken, das ich in meinem Rucksack mit mir trage. Am liebsten würde ich alles sofort aufessen, wären da nicht meine Freundinnen, denen ich meine Gier nicht offenbaren will. Essen zu Hause zu haben, ist auch ein großes Problem für mich. Selbst Joghurt, Obst, Müsli und Nudeln ‘überleben’ nicht lange.

Essen abzulehnen ist für mich praktisch unmöglich. Ich hasse meine KollegInnen, wenn sie wieder einmal für alle einen Kuchen mitbringen. Ich habe das Gefühl, dass meine Freundinnen jeden meiner Bissen beobachten und sich innerlich über meine Gier wundern. Mir ist also ob mir jeder Passant die bereits gegessenen Mengen von weitem ansieht.

Ich vergleiche meine Essensmengen ständig mit jenen meiner Freundinnen. Meistens versuche ich weniger zu essen, aus Angst, dass meine Gier offensichtlich wird. Außerdem weiß ich selbst nicht mehr, wann ich satt bin. In Restaurants wähle ich immer die gesunde Alternative also z.B. Salat. Und überhaupt: Warum möchten eigentlich alle Leute immer Essen gehen, wenn sie sich am Abend treffen? Das stresst mich wahnsinnig.

Ich meide Partys, Familienfeste, Buffets etc. da sonst mein aktueller Diätplan durchkreuzt werden könnte. Buffets sind überhaupt die Hölle für mich. So viel Essen und das alles gratis. Ich könnte dort unendlich viel essen, ich habe nur Angst, dass alle sehen was ich in mich hineinstopfe und sich über meine Maßlosigkeit wundern.

Wenn ich endlich wieder dünn bin fühlt sich das super an. Allerdings bekomme ich sofort wieder Panik, dass ich das Gewicht nicht halten kann. Aber eigentlich fühle ich mich immer zu dick. Wenn ich dünn wäre, dann würde ich nur noch im Minirock herumstolzieren und glücklich sein. Dann könnte mich nichts mehr aus der Ruhe bringen, ich würde einfach immer selig lächeln. Alle würden mich bewundern, für mein Durchhaltevermögen und für mein gutes Aussehen. Auf Partys würde ich ausgelassen und selbstbewusst tanzen. Auch meinem Chef würde ich dann endlich selbstbewusst meine Meinung sagen. Aber jetzt bin ich dick und fett. Also bleibe ich lieber zu Hause und halte meinen Mund. Dann werde ich wenigstens nicht ausgelacht oder angestarrt und ich kann nichts falsch machen.

Ich habe starke Stimmungsschwankungen – Himmel hoch jauchzend, zu Tode betrübt – abhängig vor allem von Gewicht bzw. Diäterfolg. Manchmal, wenn ich mehrere Tage meine Diät durchgehalten haben, ist das ein erhebendes Gefühl. Ich könnte die ganze Welt umarmen, einfach herrlich! Ich verstehe nicht, warum dann wieder dieser Essanfall kommen muss und alles zunichte macht.

Wenn ich frisch verliebt bin, denke ich überhaupt nicht ans Essen. Dann überlege ich mir vor allem, wie ich meinem neuen Freund gefallen könnte, wann er mich wohl das nächste Mal anruft, ob er mich lieb hat. Doch wenn Routine einkehrt in die Beziehung, holt mich mein schlechtes Essenverhalten wieder ein.

Wenn ich schon nicht meine Essenmengen kontrollieren kann, so wenigstens andere Bereiche meines Lebens. Ich bin z.B. extrem perfektionistisch wenn es um meine Arbeitsleistungen geht. Ich quäle mich ab beim Sport, um überschüssige Kalorien wieder zu verlieren. Spaß macht mir das schon lange nicht mehr.

Ich hasse mich und mein Leben. Ich fühle mich sehr oft einsam und unglücklich. Ich möchte nur noch schlafen und am besten nicht mehr aufwachen. Ich traue mich aber trotzdem nicht, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ich habe Angst ausgelacht zu werden. Außerdem habe ich doch keine Esssucht, ich habe einfach zu wenig Disziplin, das werde ich doch wohl alleine in den Griff bekommen. Ich geniere mich dafür, dass ich Essen so verschwende. Es gibt so viele hungernde Leute auf der ganzen Welt und ich kotze das Essen einfach ins Klo. Ich kann das niemandem erzählen. Ich fühle mich so schuldig.

Regelmäßige Essanfälle

Ein weiterer wichtiger Indikator für Esssucht sind die Essanfälle. Essanfälle sind begleitet von einem Gefühl von Zwanghaftigkeit, das Gefühl “Ich will es so sehr, dass ich alles umrennen werde, was sich mir in den Weg stellt”. Dem Esszwang zu widerstehen ist, wenn überhaupt, nur mit äußerster Willenskraft möglich. Er überkommt, überrollt einen geradezu.

Während eines Essanfalls stopfen die Betroffenen wahllos Nahrungsmittel in sich hinein, oft solange, bis ihre körperlichen Beschwerden sie zwingen aufzuhören. Sie essen hauptsächlich Lebensmittel, die sie sich verbieten. Essanfälle sind oft begleitet von schlimmen Schuld- und Schamgefühlen.

Lassen wir die Gefühle und Gedanken, die mit Essanfällen einher gehen wieder von Betroffenen beschreiben:

Ich habe oft panikartige Gier nach Essen. Es kommt öfters vor – meistens Abends – dass ich sehr große Mengen auf einmal esse. Bei diesen Essanfällen verliere ich komplett die Kontrolle darüber, was ich esse. Ich kann mich nicht mehr stoppen.

Ich versuche immer gesund zu essen. Die Lebensmittel, die ich während meiner Essanfälle herunter schlinge, sind allerdings alles andere als gesund. Tischmanieren sind bei diesen Essanfällen nicht mehr vorhanden. Ich grause mich vor mir selber.

Ich habe ein schlechtes Gewissen, da ich schon wieder ‘gesündigt’ habe. Ich hasse meinen mangelnden Willens und meiner Disziplinlosigkeit. Ich nehme mir vor, noch viel härter mit mir umzugehen. Ich bestrafe mich mit einer ‘Überdosis’ an Sport. Ich beschließe, nie wieder ‘verbotene’ Nahrungsmittel zu essen. Ab jetzt aber wirklich!

Ich fühle mich nachher wie erschlagen und will eigentlich nur noch schlafen. Oft ist mir wahnsinnig schlecht. Warum tue ich mir das nur immer wieder an??

Ich bin verzweifelt und fühle mich fett. Ich fühle quasi mein Doppelkinn und meine Oberschenkel anwachsen. Mein Bauch spannt, ich bekomme keine Hose mehr zu. Ich überlege nach dem Essanfall mir sofort, welche Diät ich ‘ab morgen’ machen werde bzw. wie viele Kalorien ich morgen zu mir nehmen darf. So darf das nicht mehr weiter gehen.

Am nächsten Morgen nach einem Essanfall fühle ich mich, als ob ich einen Kater hätte. Ich wache gerädert auf und habe einen entsetzlichen Geschmack im Mund. Ich habe so Angst vor dem nächsten Rückfall. Ich darf heute nichts essen!

Wenn Ihnen diese Aussagen mehr als bekannt vorkommen, ist es höchste Zeit, sich mit dem Thema Esssucht intensiv auseinanderzusetzen.

Online Foren zum Thema Esssucht

Von , 28. November 2011 00:30

Online Foren sind sinnvolle Plätze um sich unter Gleichgesinnten auszutauschen. Man kann sich Tipps und Tricks holen und geben, über den eigenen Weg berichten und sich – vielleicht sogar zum ersten Mal – vor Menschen öffnen, die einen wirklich verstehen.

Hier drei Foren-Tipps für Sie:

www.essen.aktiv-forum.com
Eine ehemalige Teilnehmerin vom aivilo Seminar hat nun ein Online Forum eröffnet, in dem alle Schreib- und Leserechte haben können.

www.aivilo.at/forum
Im aivilo Forum haben alle Leserechte, Schreibrechte allerdings exklusiv jene Frauen, die am aivilo Seminar “Wege aus dem Teufelskreis Esssucht”, siehe  www.aivilo.at/?page_id=391 teilgenommen haben.

Hungrig online Forum
Gibt es von allen Foren schon am längsten und hat zahlreichen Informationen.

Also, nichts wie hineinklicken und … viel Freude und viele Erkenntnisse beim Kommunizieren :-)

aivilos Herbst News

Von , 13. September 2011 15:43

Liebe aivilo-LeserInnen,

hier die News:

1.) Oktober Seminar für Frauen mit Esssucht

Wann: Sa. 8. – So. 9. Oktober 2011 (für Frauen mit Esssucht)

Seminarleiterinnen: Claudia Knief, Mag. Olivia Wollinger

In einer Frauenzeitschrift stand letztens „Das gute am Herbst ist, dass uns die Bikinifigur bis zum nächsten Sommer egal sein kann“ ….

Ist das wirklich so? Es gibt viele Frauen, die das ganze Jahr hindurch intensiv mit Figur–abnehmen–Diät beschäftigt sind und sich nie wohl in ihrem Körper fühlen, sich sogar selbst hassen. Wenn noch ein Doppelleben (unter Tags nach außen hin „perfektes“ Funktionieren, spätestens am Abend heimliche Essanfälle) hinzukommt und das ständige Denken an Essen sowie die Angst vor Essenseinladungen oder Buffets belasten, dann könnte eine Esssucht die Ursache sein.

Der Weg aus der Esssucht ist möglich, nur muss er gegangen werden, Schritt für Schritt.

Wir wenden uns an diesem besonderen Wochenende ausgiebig den Themen „Was ist Hunger/Sättigung?“, „Warum habe ich Essanfälle?“  und vor allem „Womit kann ich meine Seele nachhaltig nähren“ zu. Wir werden uns selbst spüren, uns auf neue Art und Weise entdecken und viele Tipps und Tricks für den Weg aus der Esssucht teilen.

Das Seminar ist sowohl für Einsteigerinnen in diese Thematik geeignet, also auch für Frauen, die sich eine Ergänzung zu ihrer Therapie wünschen. Da vielen Frauen gerne mehrmals an unserem Seminar teilnehmen, zahlen Wiederholerinnen 1/3 weniger. Alle Infos unter: http://www.aivilo.at/?page_id=391

2.) Bemalte-Babybauchfoto-Galerie für die aivilo Webseite

Einer meiner Schwerpunkte ist das Begleiten von Frauen mit Kinderwunsch, demensprechend durfte ich mich schon über viele Schwangerschaften und Geburten mitfreuen.

Ich möchte auf der aivilo Webseite eine Galerie von bemalten Babybäuchen eröffnen … Babybäuche mit Smileys, Schriftzügen, Farben, ….  Je unperfekter desto besser ;-)  Online stellen kann ich die Fotos je nach Ihrem Wunsch anonym oder mit Ihrem oder mit dem Babynamen, oder mit dem vorläufigen Kosenamen. Ich würde mich sehr über Ihre Fotos freuen.

Und natürlich freue ich mich über jede Geburtsanzeige, für die ich gerne einen schönen Platz in meiner aivilo Praxis finde.

3.) Neue aivilo Preise ab 1. September 2011

Die Einzelstunde kostet Euro 60, der 5er Block Euro 280 (das sind dann Euro 56 pro Stunde)

4.) Kontakt zu aivilo

Letztens erzählte mir eine Klientin, dass sie ein online Kommentar auf der aivilo Webseite posten wollte, es dann aber doch nicht tat, da schon einige vor ihr etwas ähnliches geschrieben hatten. Also: Ich freue mich über jedes Kommentar, tatsächlich grinse ich jedes Mal minutenlang vor mich hin wenn ich eines lese, ich geb´s ja zu ;-)

Genauso freue ich mich, wenn der Facebook „gefällt mir“ button rechts in der Mitte der aivilo Webseite angelickt wird. Und apropos Facebook: Wenn Sie noch mehr über mich und meine Arbeit erfahren möchten, fügen Sie mich doch einfach Ihrer Freundesliste hinzu.

5.) Die EKT

Last but not least möchte ich die Gelegenheit nutzen, Ihnen die EKT, die Emotionalkörpertherapie, vorzustellen.

Die EKT ist eine Methode, bei der seelische Verstrickungen und körperliche Beschwerden heilsam begleitet werden. Die Klientin / der Klient liegt dabei bequem auf einer Matte und wird von mir in einen entspannten Zustand geführt. Mit Hilfe verschiedener laut ausgesprochener Sätze nehmen wir Kontakt mit belastenden Gefühlen und/oder körperlichen Beschwerden auf. Alleine durch dieses gemeinsame intensive Erforschen und Verstehen der Botschaften des Körpers werden Selbstheilungskräfte in Gang gesetzt. Alles was es dazu braucht ist Offenheit und Neugierde. Natürlich ist die EKT kein Ersatz für Psychotherapie, kann aber eine wirksame Ergänzung sein.

Eine EKT Sitzung dauert in der Regel 1,5 Stunden. Wenn Sie mehr über diese Methode erfahren möchten, lesen Sie weiter unter: http://www.aivilo.at/?page_id=2281

Soda, das war´s wieder.  Ich wünsche Ihnen einen schönen Herbst und freue mich Sie bei aivilo begrüßen zu dürfen!

Herzlichst,

Olivia Wollinger

Perfektionismus in der Esssucht

Von , 3. Februar 2011 20:00

Eine der Symptome der Esssucht ist es, sich so gut wie immer und überall als zu unpassend, zu unerwünscht, als zu dick, zu unfähig, als zu abnormal, als zu unperfekt, zu fehlerhaft, als zu hässlich … zu empfinden, immer als “zu … ” irgendetwas. Nie ist es gut wie es ist.

Als eine meiner Aufgaben sehe ich es, Sie zu begleiten Ihre Stärke und Schönheit zu sehen. Das klingt für viele, die in der Esssucht stecken geradezu “verwegen” … “Was, ich soll Stärke und Schönheit besitzen??” Ja, denn jeder Mensch besitzt diese. Sie zu sehen geht bei einer langen Geschichte von Selbsthass nicht von heute auf morgen ist aber Schritt für Schritt möglich. Ich durfte es erfahren und tue es noch immer.

Ein bewegender Song zu diesem Thema ist Pink gelungen, der ausdrückt, was ich meine. Manchmal vermag es Musik neue Kanäle und Wege zu öffnen.

Made a wrong turn, once or twice
Dug my way out, blood and fire
Bad decisions, that’s alright
Welcome to my silly life
Mistreated, misplaced, misunderstood
Miss ‘No way, it’s all good’, it didn’t slow me down
Mistaken, always second guessing, underestimated
Look, I’m still around

Pretty pretty please, don’t you ever ever feel
Like you’re less than f*ckin’ perfect
Pretty pretty please, if you ever ever feel like you’re nothing
You’re f*ckin’ perfect to me!

You’re so mean, when you talk about yourself, you were wrong
Change the voices in your head, make them like you instead
So complicated, look happy, you’ll make it!
Filled with so much hatred…such a tired game
It’s enough! I’ve done all I can think of
Chased down all my demons, I’ve seen you do the same

Oh, pretty pretty please, don’t you ever ever feel
Like you’re less than f*ckin’ perfect
Pretty pretty please, if you ever ever feel like you’re nothing
You’re f*ckin’ perfect to me

The whole world’s scared so I swallow the fear
The only thing I should be drinking is an ice cold beer
So cool in line, and we try try try, but we try too hard and it’s a waste of my time
Done looking for the critics, cause they’re everywhere
They dont like my jeans, they don’t get my hair
Exchange ourselves, and we do it all the time
Why do we do that? Why do I do that?

Why do I do that..?

Yeah, oh, oh baby, pretty baby..!
Pretty pretty please, don’t you ever ever feel
Like you’re less than f*ckin’ perfect
Pretty pretty please, if you ever ever feel
Like you’re nothing, you’re fucking perfect to me
You’re perfect, you’re perfect!
Pretty pretty please, don’t you ever ever feel
Like you’re less thank f*kin’ perfect,
Pretty pretty please, if you ever ever feel like you’re nothing
You’re perfect to me…

Psychotherapie bei Essstörungen

Von , 29. Juli 2010 15:40

Der nachfolgende Artikel wurde verfasst von meiner Kooperationspartnerin Mag. Doris Nowak-Schuh. Sie ist erfahrene Psychotherapeutin, unter anderem auf dem Gebiet Essstörungen.

In der Fachwelt herrscht die einhellige Meinung, dass bei Essstörungen wie Bulimie, Binge Eating Disorder oder Anorexie Psychotherapie die Behandlung der Wahl ist.

Warum?Weil der zugrunde liegende Konflikt immer ein psychischer ist und das Essen oder Nicht-Essen ein Symptom dieses inneren Ungleichgewichts ist.

Ich möchte diese Fachmeinung noch ergänzen: Für mich ist die Behandlung der Wahl die Kombination von Psychotherapie und Körperarbeit, und zwar durchgeführt durch TherapeutInnen, die in der Behandlung von Essproblemen erfahren sind. In meiner langjährigen Kooperation mit Olivia Wollinger hat sich immer wieder bestätigt, wie fruchtbar das Zusammenwirken von Psychotherapie und Shiatsu für unsere (fast immer weiblichen) Klientinnen ist und wie rasch sich Erfolge einstellen, wenn beide Ebenen – Körper und Psyche – genährt werden.

Was passiert in einer Psychotherapie…

In meiner therapeutischen Arbeit mit Frauen, die unter Essproblemen leiden, ist es mir wichtig, ihnen zuerst einmal ein Verständnis für sich selbst, ihre psychischen Muster und ihre Probleme zu vermitteln. Dabei lege ich großen Wert auf ein vertrauensvolles Klima, in dem alles gesagt werden darf. Meine psychotherapeutische Herangehensweise basiert auf einem „leistungsfreien Raum“: Denn Ziel der Psychotherapie ist nicht in erster Linie eine Zu- oder Abnahme, sondern die Schaffung eines Raums, in dem die Klientin endlich einmal so sein darf wie sie nun einmal ist. Mit all ihren Stärken, Schwächen, Ängsten, Sorgen, Ecken und Kanten. Denn dieser Weg führt zu einer weiblichen Identität, die auch unabhängig vom Druck der üblichen gesellschaftlichen Schönheitsnormen bestehen kann. Die Erfolge auf der Waage stellten sich bei meinen Klientinnen bisher fast immer nach einiger Zeit ganz von selber ein.

Ziele meiner psychotherapeutischen Arbeit mit Frauen mit Essproblemen…

  • Die Herstellung einer gesunden Beziehung zum eigenen Körper. Wahrnehmen was braucht er wann, was tut ihm gut, worauf kann er verzichten?
  • Die Ansprüche an mich selbst relativieren und überprüfen, was mich wirklich glücklich macht.
  • Mich selbst lieben lernen
  • Lernen, mit Konflikten umzugehen und an Frustrationen zu wachsen
  • Den Zugang zu den verschiedenen Gefühlen wieder finden und Ausdrucksmöglichkeiten entwickeln, die nicht gegen mich selbst gerichtet sind

Je nach individueller Situation und persönlichen Vorlieben können diese Themen in Einzelsitzungen oder in der Gruppe bearbeitet werden – mit beiden Settings habe ich gute Erfahrungen. Der Vorteil der Gruppe ist, dass die Menschen ein Zugehörigkeitsgefühl entwickeln und ihre Sorgen teilen können. Dadurch wird so manches leichter. Der Vorteil der Einzelarbeit wiederum ist, dass man eine Stunde in einem sehr geschützten Rahmen ganz für sich hat. Da spricht es sich oft leichter über Dinge, die bisher unaussprechlich waren.

Falls Sie über eine Psychotherapie nachdenken…

… können Sie gerne ein unverbindliches Erstgespräch vereinbaren. Es dient dem Kennenlernen und ist gleichzeitig eine Beratung über Therapiemöglichkeiten und Hilfsangebote abgestimmt auf Ihre individuelle Situation. Sollte ich im Moment keine freien Plätze haben, empfehle ich auf Wunsch andere TherapeutInnen, die in der Behandlung von Essproblemen erfahren sind.

Für welche Therapiemethode und welches Setting Sie sich auch immer entscheiden wollen – eines steht für mich jedenfalls fest: Niemand muss sich seinem Unglück fügen. Es gibt immer Wege zur Veränderung. Je früher man damit beginnt, umso leichter ist es.

Mag.a Doris Nowak-Schuh
www.nowak-schuh.at
Klinische und Gesundheitspsychologin
Arbeitspsychologin
Psychotherapeutin für Psychodrama, Soziometrie und Rollenspiel

Die Esssucht und meine persönliche Geschichte

Von , 12. Juli 2010 15:18

Letztens in meiner Praxis erzählte ich einer Klientin ein wenig von meiner Geschichte, vor allem um ihr Mut zu machen. Diese Klientin schaute mich erstaunt an mit den Worten: „S-I-E hatten Esssucht? Wirklich? S-I-E???“

Das hat sich in meiner Praxis nun schon einige Male so oder so ähnlich zugetragen.

Mich überraschte es, dass dies offensichtlich nicht “alle” wissen. Ich war mir sicher, dass man dies hier deutlich zwischen den Zeilen lesen kann.

Vielleicht ist es Zeit, meine Geschichte explizit öffentlich zu machen, nicht nur in den Seminaren sondern auch hier auf dieser Webseite.

Ja. Ich hatte Esssucht.

Und wie.

Richtig begann es, als ich 21 Jahre alt war.

Mein damaliger Freund hatte mich zuerst betrogen und dann verlassen. Nach einem Urlaub mit Freundinnen – ich weiß es noch wie heute – passte meine Hose nicht mehr und ich wollte unbedingt wieder hineinpassen. Dem voran ging eine Diät als ich 20 war, wo ich so richtig dünn wurde. Tja, mit dem Liebeskummer konnte ich meine Disziplin wohl nicht mehr halten. Und es sind nun mal die Süßigkeiten, die das Leben versüßen und Karotten mit Hüttenkäse …..

Wobei der Liebeskummer der Auslöser war, bestimmt nicht die Ursache. Der Hang zum zwanghaften Essen schlummerte schon wesentlich länger in mir.

Ich begann damals mit dem Kreislauf fasten (z.B. nur eine gewisse Anzahl Stück Obst den ganzen Tag) Da nahm ich super ab, fühlte mich stark, erhaben, zielsicher. Wollte alle überzeugen, von meiner tollen, gesunden, vitalen Art zu leben.

Das hielt ich dann max. 10 Tage durch. Dann kam er, der Fressanfall mit allem verbotenen, fetten, kalorienreichen.

Massenweise Diätpläne ins Tagebuch geschrieben, super eingehalten um bald darauf wieder zu brechen.

Körperlich fühlte ich mich immer zu dick und aufgeschwemmt. Immer unwohl in meinem Körper. Oft plagten mich sehr schmerzhafte Blähungen und der damit verbundene harte Blähbauch.

Ich genierte mich baden zu gehen, ich genierte mich eigentlich immer für was ich war.

Geistig fühlte ich mich wie benebelt. Ich war ständig in Gedanken beim Essen und vor allem beim was ich alles nicht essen durfte.

Psychisch ging es mir sehr schlecht. Ich wollte nach dem Einschlafen nicht mehr aufwachen (sterben, im Sinne von mich umbringen wollte ich aber glücklicherweise ganz und gar nicht).

Ich zwang mich zum Sport und hasste es. Ich war tot müde, manchmal extrem antriebslos. Ich war traurig. Ich war unglücklich, unzufrieden. Ich hasste mich. Ich hasste mein Leben. Ich war einsam (obwohl eigentlich fast ständig in Beziehung).

Nach außen hin führte ich ein normal erfolgreiches Leben, schloss „brav“ mein Studium ab und so weiter.

Die Wende brachte eine Freundin, als ich 24 Jahre alt war. Sie gab mir ein Buch über Bulimie. Bislang wusste ich nicht, dass ich Esssucht hatte, da ich ja nicht erbrach (ich hatte die Esssucht Form binge eating oder Bulimie non-purging-type wie ich heute weiß).

Das erste mal eine Erkenntnis: Hey, wow! Da steht ja mein Verhalten beschrieben.

Wobei „Wende“ bei weitem nicht hieß, dass ich keine Essanfälle hatte, ganz und gar nicht. Dieses Buch war der Anfang vom Weg aus der Esssucht, der allererste Schritt.

Es mussten noch viele Schritte folgen. Welche genau, können Sie in der Publikation nachlesen, siehe http://www.aivilo.at/?page_id=322

Dann, einige Jahre später, waren die Essanfälle weg. Aber meine Identität war noch nicht gefunden. Ich war so viele Jahre „Olivia mit Essanfällen“, dann „Olivia ohne Essanfälle“. Aber wer war Olivia?!?!

Rückblickend begann dann, im Jahr 2000 der wirklich spannende Weg, die echte Identitätssuche. Ich begann mit Therapie, begann mich beruflich weiterzuentwickeln und umzuorientieren.

Und hier stehe ich heute.

Mich fragen Klientinnen immer wieder: Kann man die Esssucht überwinden?

Ja, man kann!

Ja, Sie können es!

Sie können es, wenn Sie wirklich und wahrlich bereit sind, sich und Ihr Leben ehrlich anzusehen.
Wenn Sie mutig sind Änderungen zu machen, wenn sie anstehen.
Wenn sie der manchmal riesigen Angst vor den Änderungen begegnen, die da vielleicht in der Zukunft liegen könnten.

Wichtig auf dem Weg finde ich:
Weitergehen, einen Schritt nach dem anderen. Sich helfen lassen und den Weg gemeinsam gehen, vor allem in Zeiten des Zweifels. Realistisch bleiben, also sich keine raschen Ergebnisse erträumen sondern langfristige Änderungen anstreben. Sich ermuntern mit Sätzen wie: Das wird alles seinen Sinn haben, auch wenn ich ihn jetzt noch nicht sehen kann. Näheres dazu lesen Sie unter:
http://www.aivilo.at/?page_id=491

Ich habe heute keine Essanfälle mehr.

Wenn ich heißhungrig bin – ja, manchmal kommt das auch heute noch vor -  gehe ich zum Beispiel zum Wirten meines Vertrauens, bestelle mir die riesen Schokotorte mit doppelter Schlagobers Portion, esse die auf einen Sitz auf bis ich papp voll bin und gut ist es.

Die Unterschiede zu damals?

Ich entscheide mich. Bewusst. Ich könnte mich auch dagegen entscheiden, wenn ich wollte. Will ich aber nicht.

Ich habe kein schlechtes Gewissen sondern erfreue mich an den Gaumenfreuden und an die Entspannung und Ruhe die mir dieser Zuckerschub bringt.

Ich mache am nächsten Tag keine Diät sonder schaue – wie immer – was mein Körper gerade benötigt.

Ich mache es öffentlich. Mir kann jeder bei meinem Schlemmeranfall zusehen. Ich stehe dazu.

Ich habe nicht mehr die Angst, dass mir in der Sekunde die Oberschenkel und das Doppelkinn anwachsen. Es ist alles wie vorher, nur dass eben ein dickes Stück Torte in meinem Magen liegt.

Ich höre nach dem Stück auf, wenn es denn genug war. Wenn nicht, würde ich mir glatt ein zweites bestellen, normalerweise schaffe ich das aber nicht. Ich höre also auf meine Bedürfnisse und handle danach, auch in Phasen des Heißhungers. Ich darf alles, wofür ich mich entscheide und was ich wirklich möchte.

Ich brauche mich nicht mehr kontrollieren. Ich höre auf meinen Körper und gebe ihm freiwillig, was er möchte. Ich bin in ständigem liebevollen Kontakt mit meinem Körper.

Ja, meine Esssucht ist vorbei.

Nein, ich führe deswegen kein Leben ohne Probleme.

Ja, ich muss nach wie vor an mir arbeiten.

Ja, es kommen immer wieder Themen hoch und immer wieder und immer wieder, die ich schon bearbeitet habe aber scheinbar noch nicht genug.

Ja, das Leben fordert mich manchmal nach wie vor heraus, und wie!

Ja, es gibt Momente, in denen ich mich total unrund fühle. Wo ich mich frage: Muss das denn sein? Jetzt bist Du schon so erfahren und tappst noch immer in die gleiche Falle? Dann kann ich mich schon ganz schön über mich selbst ärgern. Oder ich verkrümel mich ins Bett und ziehe die Decke bis zur Nase und tu mir selbst mal so richtig leid. Manchmal braucht wohl jede/r Pause vor sich selbst, schließlich verbringen wir ja das ganze Leben mit uns selbst :-)

Wobei, wenn ich diese heutigen down Stimmungen mit den damaligen vergleiche … da ist ein Vergleich eigentlich gar nicht möglich. Ich würde sogar so dreist sein und behaupten, dass ich mich in meinen heutigen down-phasen ungefähr so fühle, wie in meinen damaligen besseren Phasen.

Früher wechselte sich totale Tiefs mit totalen Hochs ab, mal so, mal so, kaum etwas dazwischen. Heute ist mein Leben ausgeglichener, die Freude ist stiller, dafür tiefer und anhaltender. Die Down-Phasen auf der anderen Seite kommen nicht mehr als riesen Drama daher. Sie sind eben da, manchmal. Und sie gehen auch wieder, garantiert.

Ich schaue hin. Ich verdränge nicht mehr durch ständige Essanfälle. Ich stelle mich meinen Gefühlen und handle adäquat. So weit es mir möglich ist, mit meinem aktuellen Wissen und meinen aktuellen Erfahrungen.

Und wachse. Jeden Tag aufs Neue.

In Summe führe ich heute ein glückliches, ausgeglichenes, aktives Leben.

Ich habe gelernt zu sehen, die Schönheiten des Augenblicks, des Tages und dieses Lebens. Meine Schönheiten, die Schönheiten anderer Menschen.

Ich habe meinen Sinn des Lebens gefunden.

Ohne Esssucht hätte ich diesen Handlungsdruck nicht gehabt. Ohne Esssucht wäre ich nicht gezwungen gewesen, mich selbst zu entdecken und zu suchen und zu finden, was mich glücklich macht.

Wer weiß, was ich dann für ein Leben geführt hätte?

Heute begleite ich andere Frauen mit Esssucht. Meine Klientinnen schätzen es, dass ich nachvollziehen kann, wie sich Esssucht anfühlt. Und wie ich das nachvollziehen kann! Ich kenne diesen angstvolle Blick, die angstvolle Frage: „Wird dieser Horror jemals enden?“

Ja! Es ist möglich!