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Achterbahn der Gefühle in der Kinderwunschzeit: Wie die Emotionalkörper-Therapie helfen kann

herzstein

Die Kinderwunschzeit ist eine Zeit der Hoffnung und der Zuversicht. Dauert diese Zeit jedoch länger als geplant, können diese Gefühle kippen: Mit der Zeit rotieren dann in unseren Köpfen die Ungeduld, die Angst, die Trauer, die Wut, die Hoffnungslosigkeit. Am liebsten würden wir all diese unangenehmen Gefühle weghaben, doch leider geht das nicht. Also wie umgehen damit? Ein gutes Werkzeug dafür ist die Methode „EmotionalKörper-Therapie (EKT)

Um welche Gefühle geht es in der Kinderwunschzeit?

In meiner Praxis tauchen vor allem folgende Gefühle auf:

Angst (z.B. Angst niemals schwanger zu werden; Angst tatsächlich schwanger zu werden und dann mit der neuen Lebenssituation nicht klarzukommen; Angst vor einer Fehlgeburt; Angst nach einer Fehlgeburt erneut eine zu erleiden; Angst vor der Geburt)

Trauer (z.B. Trauer, dass das Wunschkind noch nicht da ist; Trauer, dass der Körper nicht so tut wie man gerne hätte; Trauer wegen Fehlgeburten; Trauer wegen dem großen Mangel, der erlebt wird)

Dazu mischen sich gerne die Wut (z.B. Wut auf den eigenen Körper; Wut auf die Ohnmacht; Wut über Diagnosen), die Ungeduld und die Hoffnungslosigkeit.

Wie kann die Emotionalkörper-Therapie (EKT) helfen?

Birgit Zart vergleicht in ihrem Buch „Gelassen durch die Kinderwunschzeit“ unsere Gefühle mit Gästen in einer von uns geführten Pension: Manche sind uns sympatischer als andere. Trotzdem treten wir in unserer Pension allen Gästen mit Wertschätzung und Höflichkeit entgegen.
Genau nach diesem Prinzip funktioniert die Emotionalkörper-Therapie (EKT): Statt vermeintlich schlechte Gefühle weghaben oder verdrängen zu wollen, versuchen wir das genaue Gegenteil: Wir geben unseren Gefühlen Raum, Zeit und Aufmerksamkeit und hören ihre Botschaft.
Gefühle haben meist einen guten Grund da zu sein. Die Gefühle werden sich solange bemerkbar machen – auf psychischer wie auch auf körperlicher Ebene – bis wir stehen bleiben und sie uns ansehen. Dies kostet zu Beginn vielleicht etwas Mut, doch wenn wir da mal durch ist, wird es leichter.

Wie kann man die EKT lernen oder anwenden?

  • Die EKT kann man als Einzelsitzung buchen. Mit Begleitung gelingt es einfacher, in die tiefen Ebenen unserer Gefühle vorzudringen. Wir forschen gemeinsam, welche Botschaften sich hinter Ihren Gefühlen verbergen.
  • Darüber hinaus gibt es den EKT Workshop, wo die Methode unterrichtet wird.
    (der nächste findet 26./27. Okt. 2013 in Wien statt)
    In diesem Workshop wird EKT gegeben und empfangen.
    Die EKT zu erlernen ist zunächst hilfreich für die Kommunikation mit sich selbst: Sie hilft, den wertschätzenden Dialog mit den eigenen Gefühlen zu üben und damit zu initialisieren. Führt man die EKT mit sich selbst durch, kommt man vielleicht nicht in so tiefen Ebenen wie in der EKT Einzelsitzung, doch es ist möglich, aufwallende Gefühle auf ein Maß herunterzuschrauben, mit dem man gut umgehen kann. Langfristig wird der Umgang mit sich selbst liebevoller, die Selbstakzeptanz und damit Selbstliebe nehmen zu.
    Die EKT bereichert außerdem den wertschätzenden Umgang mit den Gefühlen anderer Menschen. Therapeuten/innen können darüber hinaus ein Zertifikat erlangen und die Methode dann in ihrer Praxis anwenden. 

Die Angst vor Verletzlichkeit

brenebrown

Verletzlichkeit ist Teil unseres Lebens und trotzdem möchten wir gerade sie nicht gerne wahrhaben. Oft schwingt hier Scham mit, also das Gefühl eigenen und/oder fremden Erwartungen nicht zu entsprechen.

Dazu gibt es ein Video von Brene Brown, das ich Ihnen hier vorstellen möchte.

Brene Brown studiert zwischenmenschliche Verbindungen – unsere Fähigkeit für Empathie, Zugehörigkeit, Liebe.

http://www.ted.com/talks/lang/de/brene_brown_on_vulnerability.html

Hier einige Inhalte aus dem Video:
(der Text ist 1:1 aus dem Untertitel der deutschen Übersetzung entnommen, daher z.T. ein bisschen holprig)

Scham ist die Angst vor Abgetrenntheit. Scham entsteht wenn ich denke, dass es irgendetwas an mir gibt, dass mich einer Verbindung unwürdig sein lässt, v.a. dann wenn andere Leute davon wissen oder es sehen.

Damit Verbindung stattfinden kann, müssen wir uns erlauben gesehen zu werden, wirklich gesehen. Die eine Sache, die uns von Verbindung abhält ist daher unsere Angst, dass wir dieser Verbindung nicht würdig sind.

Menschen, die ein starkes Gefühl der Liebe und der Zugehörigkeit haben glauben, dass sie der Liebe und Zugehörigkeit würdig sind. 

Diese Menschen haben Courage unperfekt zu sein. Das Wort kommt vom lateinischen Wort „cor“ = Herz und die ursprüngliche Bedeutung ist, die Geschichte, wer man ist, aus ganzem Herzen zu erzählen. Diese Menschen haben das Mitgefühl  zuerst zu sich selbst liebenswürdig zu sein und dann zu anderen. Denn wir können nicht Mitgefühl mit anderen Menschen haben, wenn wir uns selbst nicht liebevoll behandeln können. Als Resultat ihrer Authentizität sind sie gewillt davon loszulassen, wer sie dachten sein zu müssen.

Wetiers nehmen diese Menschen ihre Verletzlichkeit an als eine Notwendigkeit. Sie glauben, dass das, was sie verletzlich macht, sie wunderschön macht. Verletzlichkeit zu leben heißt aufzuhören mit Kontrollieren und Voraussagen. Sie sind bereit in Beziehungen zu investieren die funktionieren können oder eben auch nicht.

Wir betäuben Verletzlichkeit. Dabei leben wir in einer verletzlichen Welt. Das Problem ist, das man nicht selektiv Emotionen betäuben kann. Man kann nicht sagen: Hier ist das schlechte Zeug, ich will es nicht fühlen. Wenn wir jene betäuben dann betäuben wir alles also auch Freude, Dankbarkeit, glücklich Sein.

Weiters versuchen wir alles Ungewisse gewiss zu machen.

Sich verletzlich fühlen bedeutet, dass ich lebe.Es ist wichtig zu glauben, dass wir genug sind. Dann hören wir auf zu schreien und beginnen zuzuhören. Wir sind liebevoller und freundlicher zu den Menschen um uns und liebevoller und freundlicher zu uns selbst.