Archiv der Kategorie: Körper & Psyche

Qualität von Lebensmittel, Teil 2

Letztens sah ich zufällig im Fernsehen die Doku „Warencheck“ auf Puls 4. Dort gab es einen Bericht, der aufdeckte, dass in vielen Aufbackbrötchen das Backhilfsmittel L-Cystein enthalten sei. Und das wird – man staune – aus Menschenhaar gewonnen! Was wie ein Aprilscherz klingt, ist leider keiner.

Dazu gib es Menschen in China, die bei Friseuren Haare einsammeln (sie zahlen umgerechnet 4€ pro Sack) und dann weiterverkaufen. Damit kann man 700 € pro Monat verdienen, was in Shanghai einem besseren Verdienst gleich kommt.
L-Cystein könnte man auch aus Entenfedern gewinnen (oder waren es Gänse … daran kann ich mich nicht mehr genau erinnern), dies sei aber teurer. Auf die Frage, ob das nicht eklig sei, Menschenhaar im Brot, das zuvor am Boden eines Friseur-Ladens lag, meinte der Haar-Händler, dass am Ende ein sauberes chemisches Produkt daraus entsteht und daher nicht bedenklich sei.

Damit hat er vermutlich recht. Aber ich bleibe dabei, dass das Brot vom Biobäcker bzw. selbstgemachtes Brot nicht nur besser schmeckt, bekömmlicher ist, sondern auch Inhaltsstoffe hat, die ich zu mir nehmen möchte. Chinesisches Menschenhaar gehört eindeutig nicht dazu.

L-Cystein muss übrigens in der Zutatenliste nicht angegeben werden, es reicht der Hinweis auf „Backhilfsmittel“

Foto (c) Manfred Helmer, aufgenommen am Kutschkermarkt in Wien

 

Essverhalten auf Reisen

Letztens bekam ich eine sehr interessante Anfrage, nämlich:

„Ich habe immer wieder auf Reisen ein unmögliches Essverhalten – grasen ohne Ende. Was könnte da hilfreich sein?“

Diesmal habe ich eine Hördatei dazu gemacht (Dauer: ca. 6 Minuten).


Ich hoffe, dass da etwas Interessantes für Sie dabei ist, und freue mich über Rückmeldung.

P.S. Hier ein Foto meiner letzten größeren Reise, März 2018, (c) Manfred Helmer

Das Deckenpaket

Meine Katze zeigt Ihnen heute eine der Übungen aus dem Buch „Essanfälle adé“:

Deckenpaket:

Zum Spüren der Körpergrenzen empfehle ich, sich fest in eine Tagesdecke einzupacken. Dazu nehmen Sie am besten eine Decke ohne Stretch-Anteil und wickeln diese so eng wie möglich um sich herum, so umhüllt die Decke Sie wie ein sehr enganliegendes, trägerloses Kleid. Wie fühlt sich das für Sie an?

(Diese Übung lernte ich von Dami Charf, www.traumaheilung.de.)

Frohe, entstresste Weihnachten

Ein paar Entstressungstipps für Weihnachten:

  • Wir wissen spätestens ab 1.1. dass auch heuer wieder pünktlich am 24.12. Weihnachten sein wird. Die kleinen Geschenke für den Weihnachtskalender könnten bereits im Herbst gesammelt werden. Es lohnt sich, bereits am Anfang des Jahres zu überlegen: Wen möchte ich beschenken? Für diesen Menschen wird dann das ganze Jahr über eine Ideen-Geschenkeliste geführt, auf die vor dem Anlass einfach zurückgegriffen werden kann. Langfristig ist es manchmal eine gute Idee, Pflichtschenkungen sein zu lassen und solcherart Beziehungen zu überdenken.
  • Die Wohnung sollte das ganze Jahr so sein, dass man sich in ihr wohl fühlt. Sie muss nicht unbedingt just vor Weihnachten geputzt werden.
  • Das Weihnachtsessen muss nicht unbedingt ein 3 Gänge Menü sein, für das man tagelang in der Küche steht. Es reicht beispielsweise auch einfach eine Backrohr-Forelle mit Kartoffel, geht rasch und schmeckt dennoch.
  • Selbstgemachte Weihnachtskekse kann man kaufen, da freut sich dann z.B. eine Bäuerin auf ein bisschen Zusatzverdienst.
  • Man muss nicht alle Freunde und noch rasch noch vor Weihnachten treffen. Es gibt auch noch ein Leben danach. Die Freundschaften halten hoffentlich noch ein bisschen länger und wollen sowieso das ganze Jahr gepflegt werden.

So war der „Essanfälle adé“ Workshop November 2017

Schön war´s wieder einmal. Auch tiefgehend, erkenntnisreich, ergreifend, lustig, herausfordernd, gemütlich, genussreich und noch vieles mehr. Selbstverständlich werden auch diesmal keine Fotos von Teilnehmerinnen veröffentlicht. Stattdessen ein paar Impressionen unserer Herbstdeko 🙂

Fotos (c) Manfred Helmer

Das Leben nach der Esssucht – ein Bericht aus dem Alltag

Ein Leben mit Esssucht ist geprägt von dem Bemühen, eine gute Außenwirkung zu haben, idealerweise immer fröhlich, immer effizient, immer beschäftigt, immer kraftvoll.

Heute saß ich Mittags in meinem Lieblingslokal und es spielte dort eine Nummer, die ich sehr liebe:

Ich saß alleine an meinen Tisch, wartete auf mein Mittagessen und bewegte mich zur Musik, tanzen im Sitzen sozusagen, einfach aus Freude.

Manchmal tue ich Dinge im Alltag und erinnere mich dann plötzlich, wie es früher war. Und bin dann umso dankbarer, das heute erleben zu dürfen.

Früher wollte ich der Welt beweisen, wie gut ich drauf bin, wie gut es mir ging (obwohl es in meinem Inneren ganz anders aussah). Ich bewegte mich auch damals zur Musik, aber nicht nur aus innerer Freude heraus. Vielmehr hoffte ich, dass es „die anderen“ es sehen würden, mich loben würden für mein Bewegungskünste (Ruf nach Anerkennung) oder mich fragen würden, wie ich das hinbekomme, so gut gelaunt zu sein (Ruf nach noch mehr Anerkennung). Taten sie es nicht (natürlich taten sie es nicht) war ich enttäuscht und meine gute Laune fiel in sich zusammen. Wozu die Maske aufsetzen, wenn sie keiner sah?

Und heute? Ich mache meinen „Sitz-Tanz“, wenn es gerade stimmig ist, nicht um etwas zu erreichen. Es ist mir egal, ob ihn jemand sieht oder nicht. Solange ich nicht auf den Tisch hüpfe und das Geschirr heruntertrete, fällt mein Verhalten vermutlich sowieso nicht sonderlich auf 😉

Ich bin wie ich bin. Das macht das Leben viel einfacher und freier.

Sinnfreies tun

Im Buch „Essanfälle adé“ gibt es eine Übung, in der ich empfehle, hin und wieder bewusst etwas Sinnfreies zu tun, also etwas, das KEIN Ziel verfolgt, das NICHT produktiv ist und KEIN Ergebnis hat. Ich mag das Wort „sinnfrei“ sehr gerne. Gerade, wenn unser Alltag durchgeplant und -strukturiert ist, ist es gut, sich auch mal ein bisschen Freiheit zu gönnen.

Gestern fand ich zufällig folgendes Video, das dass, was ich mit „sinnfrei“ meine, sehr gut beschreibt. Es ist einfach diese kindliche Freude, Zeit mit sich selbst zu verbringen, ohne ihr einen speziellen Sinn geben zu müssen. Und letztendlich ist dann diese Qualitätszeit dann der Sinn.