Kategorie-Archiv: Körper & Psyche

So war der „Essanfälle adé“ Workshop November 2017

Schön war´s wieder einmal. Auch tiefgehend, erkenntnisreich, ergreifend, lustig, herausfordernd, gemütlich, genussreich und noch vieles mehr. Selbstverständlich werden auch diesmal keine Fotos von Teilnehmerinnen veröffentlicht. Stattdessen ein paar Impressionen unserer Herbstdeko 🙂

Fotos (c) Manfred Helmer

Das Leben nach der Esssucht – ein Bericht aus dem Alltag

Ein Leben mit Esssucht ist geprägt von dem Bemühen, eine gute Außenwirkung zu haben, idealerweise immer fröhlich, immer effizient, immer beschäftigt, immer kraftvoll.

Heute saß ich Mittags in meinem Lieblingslokal und es spielte dort eine Nummer, die ich sehr liebe:

Ich saß alleine an meinen Tisch, wartete auf mein Mittagessen und bewegte mich zur Musik, tanzen im Sitzen sozusagen, einfach aus Freude.

Manchmal tue ich Dinge im Alltag und erinnere mich dann plötzlich, wie es früher war. Und bin dann umso dankbarer, das heute erleben zu dürfen.

Früher wollte ich der Welt beweisen, wie gut ich drauf bin, wie gut es mir ging (obwohl es in meinem Inneren ganz anders aussah). Ich bewegte mich auch damals zur Musik, aber nicht nur aus innerer Freude heraus. Vielmehr hoffte ich, dass es „die anderen“ es sehen würden, mich loben würden für mein Bewegungskünste (Ruf nach Anerkennung) oder mich fragen würden, wie ich das hinbekomme, so gut gelaunt zu sein (Ruf nach noch mehr Anerkennung). Taten sie es nicht (natürlich taten sie es nicht) war ich enttäuscht und meine gute Laune fiel in sich zusammen. Wozu die Maske aufsetzen, wenn sie keiner sah?

Und heute? Ich mache meinen „Sitz-Tanz“, wenn es gerade stimmig ist, nicht um etwas zu erreichen. Es ist mir egal, ob ihn jemand sieht oder nicht. Solange ich nicht auf den Tisch hüpfe und das Geschirr heruntertrete, fällt mein Verhalten vermutlich sowieso nicht sonderlich auf 😉

Ich bin wie ich bin. Das macht das Leben viel einfacher und freier.

Sinnfreies tun

Im Buch „Essanfälle adé“ gibt es eine Übung, in der ich empfehle, hin und wieder bewusst etwas Sinnfreies zu tun, also etwas, das KEIN Ziel verfolgt, das NICHT produktiv ist und KEIN Ergebnis hat. Ich mag das Wort „sinnfrei“ sehr gerne. Gerade, wenn unser Alltag durchgeplant und -strukturiert ist, ist es gut, sich auch mal ein bisschen Freiheit zu gönnen.

Gestern fand ich zufällig folgendes Video, das dass, was ich mit „sinnfrei“ meine, sehr gut beschreibt. Es ist einfach diese kindliche Freude, Zeit mit sich selbst zu verbringen, ohne ihr einen speziellen Sinn geben zu müssen. Und letztendlich ist dann diese Qualitätszeit dann der Sinn.

Im Wandel der Zeit

Gestern begleitete ich meinen Partner in den Wiener Prater, um ein paar Fotos von der Herbststimmung zu machen. Da erinnerte ich mich, dass wir das doch schon vor ein paar Jahren machten und ich damals die gleiche Jacke trug. Wäre doch interessant zu sehen, wie ich mich verändert habe. Alle Fotos sind spontante Aufnahmen im Alltag, ungestylt und ungeschminkt 🙂

Die Bilder mit dem bunten Schal sind aus 2014, jene mit dem grauen schal von 2017.

Als die Aufnahmen 2014 entstanden, schrieb ich gerade am Buch „Essanfälle adé“. An dem Tag, an dem die Fotos 2017 entstanden, lieferte ich gerade das nochmal überarbeitete Manuskript an Ullstein ab 🙂