Kategorie: Essen als Sucht

Psychotherapie bei Essstörungen

29. Juli 2010 15:40

Der nachfolgende Artikel wurde verfasst von meiner Kooperationspartnerin Mag. Doris Nowak-Schuh. Sie ist erfahrene Psychotherapeutin, unter anderem auf dem Gebiet Essstörungen.

In der Fachwelt herrscht die einhellige Meinung, dass bei Essstörungen wie Bulimie, Binge Eating Disorder oder Anorexie Psychotherapie die Behandlung der Wahl ist.

Warum?Weil der zugrunde liegende Konflikt immer ein psychischer ist und das Essen oder Nicht-Essen ein Symptom dieses inneren Ungleichgewichts ist.

Ich möchte diese Fachmeinung noch ergänzen: Für mich ist die Behandlung der Wahl die Kombination von Psychotherapie und Körperarbeit, und zwar durchgeführt durch TherapeutInnen, die in der Behandlung von Essproblemen erfahren sind. In meiner langjährigen Kooperation mit Olivia Wollinger hat sich immer wieder bestätigt, wie fruchtbar das Zusammenwirken von Psychotherapie und Shiatsu für unsere (fast immer weiblichen) Klientinnen ist und wie rasch sich Erfolge einstellen, wenn beide Ebenen – Körper und Psyche – genährt werden.

Was passiert in einer Psychotherapie…

In meiner therapeutischen Arbeit mit Frauen, die unter Essproblemen leiden, ist es mir wichtig, ihnen zuerst einmal ein Verständnis für sich selbst, ihre psychischen Muster und ihre Probleme zu vermitteln. Dabei lege ich großen Wert auf ein vertrauensvolles Klima, in dem alles gesagt werden darf. Meine psychotherapeutische Herangehensweise basiert auf einem „leistungsfreien Raum“: Denn Ziel der Psychotherapie ist nicht in erster Linie eine Zu- oder Abnahme, sondern die Schaffung eines Raums, in dem die Klientin endlich einmal so sein darf wie sie nun einmal ist. Mit all ihren Stärken, Schwächen, Ängsten, Sorgen, Ecken und Kanten. Denn dieser Weg führt zu einer weiblichen Identität, die auch unabhängig vom Druck der üblichen gesellschaftlichen Schönheitsnormen bestehen kann. Die Erfolge auf der Waage stellten sich bei meinen Klientinnen bisher fast immer nach einiger Zeit ganz von selber ein.

Ziele meiner psychotherapeutischen Arbeit mit Frauen mit Essproblemen…

  • Die Herstellung einer gesunden Beziehung zum eigenen Körper. Wahrnehmen was braucht er wann, was tut ihm gut, worauf kann er verzichten?
  • Die Ansprüche an mich selbst relativieren und überprüfen, was mich wirklich glücklich macht.
  • Mich selbst lieben lernen
  • Lernen, mit Konflikten umzugehen und an Frustrationen zu wachsen
  • Den Zugang zu den verschiedenen Gefühlen wieder finden und Ausdrucksmöglichkeiten entwickeln, die nicht gegen mich selbst gerichtet sind

Je nach individueller Situation und persönlichen Vorlieben können diese Themen in Einzelsitzungen oder in der Gruppe bearbeitet werden – mit beiden Settings habe ich gute Erfahrungen. Der Vorteil der Gruppe ist, dass die Menschen ein Zugehörigkeitsgefühl entwickeln und ihre Sorgen teilen können. Dadurch wird so manches leichter. Der Vorteil der Einzelarbeit wiederum ist, dass man eine Stunde in einem sehr geschützten Rahmen ganz für sich hat. Da spricht es sich oft leichter über Dinge, die bisher unaussprechlich waren.

Falls Sie über eine Psychotherapie nachdenken…

… können Sie gerne ein unverbindliches Erstgespräch vereinbaren. Es dient dem Kennenlernen und ist gleichzeitig eine Beratung über Therapiemöglichkeiten und Hilfsangebote abgestimmt auf Ihre individuelle Situation. Sollte ich im Moment keine freien Plätze haben, empfehle ich auf Wunsch andere TherapeutInnen, die in der Behandlung von Essproblemen erfahren sind.

Für welche Therapiemethode und welches Setting Sie sich auch immer entscheiden wollen – eines steht für mich jedenfalls fest: Niemand muss sich seinem Unglück fügen. Es gibt immer Wege zur Veränderung. Je früher man damit beginnt, umso leichter ist es.

Mag.a Doris Nowak-Schuh
www.nowak-schuh.at
Klinische und Gesundheitspsychologin
Arbeitspsychologin
Psychotherapeutin für Psychodrama, Soziometrie und Rollenspiel

Die Esssucht und meine persönliche Geschichte

12. Juli 2010 15:18

Letztens in meiner Praxis erzählte ich einer Klientin ein wenig von meiner Geschichte, vor allem um ihr Mut zu machen. Diese Klientin schaute mich erstaunt an mit den Worten: „S-I-E hatten Esssucht? Wirklich? S-I-E???“

Das hat sich in meiner Praxis nun schon einige Male so oder so ähnlich zugetragen.

Mich überraschte es, dass dies offensichtlich nicht “alle” wissen. Ich war mir sicher, dass man dies hier deutlich zwischen den Zeilen lesen kann.

Vielleicht ist es Zeit, meine Geschichte explizit öffentlich zu machen, nicht nur in den Seminaren sondern auch hier auf dieser Webseite.

Ja. Ich hatte Esssucht.

Und wie.

Richtig begann es, als ich 21 Jahre alt war.

Mein damaliger Freund hatte mich zuerst betrogen und dann verlassen. Nach einem Urlaub mit Freundinnen – ich weiß es noch wie heute – passte meine Hose nicht mehr und ich wollte unbedingt wieder hineinpassen. Dem voran ging eine Diät als ich 20 war, wo ich so richtig dünn wurde. Tja, mit dem Liebeskummer konnte ich meine Disziplin wohl nicht mehr halten. Und es sind nun mal die Süßigkeiten, die das Leben versüßen und Karotten mit Hüttenkäse …..

Wobei der Liebeskummer der Auslöser war, bestimmt nicht die Ursache. Der Hang zum zwanghaften Essen schlummerte schon wesentlich länger in mir.

Ich begann damals mit dem Kreislauf fasten (z.B. nur eine gewisse Anzahl Stück Obst den ganzen Tag) Da nahm ich super ab, fühlte mich stark, erhaben, zielsicher. Wollte alle überzeugen, von meiner tollen, gesunden, vitalen Art zu leben.

Das hielt ich dann max. 10 Tage durch. Dann kam er, der Fressanfall mit allem verbotenen, fetten, kalorienreichen.

Massenweise Diätpläne ins Tagebuch geschrieben, super eingehalten um bald darauf wieder zu brechen.

Körperlich fühlte ich mich immer zu dick und aufgeschwemmt. Immer unwohl in meinem Körper. Oft plagten mich sehr schmerzhafte Blähungen und der damit verbundene harte Blähbauch.

Ich genierte mich baden zu gehen, ich genierte mich eigentlich immer für was ich war.

Geistig fühlte ich mich wie benebelt. Ich war ständig in Gedanken beim Essen und vor allem beim was ich alles nicht essen durfte.

Psychisch ging es mir sehr schlecht. Ich wollte nach dem Einschlafen nicht mehr aufwachen (sterben, im Sinne von mich umbringen wollte ich aber glücklicherweise ganz und gar nicht).

Ich zwang mich zum Sport und hasste es. Ich war tot müde, manchmal extrem antriebslos. Ich war traurig. Ich war unglücklich, unzufrieden. Ich hasste mich. Ich hasste mein Leben. Ich war einsam (obwohl eigentlich fast ständig in Beziehung).

Nach außen hin führte ich ein normal erfolgreiches Leben, schloss „brav“ mein Studium ab und so weiter.

Die Wende brachte eine Freundin, als ich 24 Jahre alt war. Sie gab mir ein Buch über Bulimie. Bislang wusste ich nicht, dass ich Esssucht hatte, da ich ja nicht erbrach (ich hatte die Esssucht Form binge eating oder Bulimie non-purging-type wie ich heute weiß).

Das erste mal eine Erkenntnis: Hey, wow! Da steht ja mein Verhalten beschrieben.

Wobei „Wende“ bei weitem nicht hieß, dass ich keine Essanfälle hatte, ganz und gar nicht. Dieses Buch war der Anfang vom Weg aus der Esssucht, der allererste Schritt.

Es mussten noch viele Schritte folgen. Welche genau, können Sie in der Publikation nachlesen, siehe http://www.aivilo.at/?page_id=322

Dann, einige Jahre später, waren die Essanfälle weg. Aber meine Identität war noch nicht gefunden. Ich war so viele Jahre „Olivia mit Essanfällen“, dann „Olivia ohne Essanfälle“. Aber wer war Olivia?!?!

Rückblickend begann dann, im Jahr 2000 der wirklich spannende Weg, die echte Identitätssuche. Ich begann mit Therapie, begann mich beruflich weiterzuentwickeln und umzuorientieren.

Und hier stehe ich heute.

Mich fragen Klientinnen immer wieder: Kann man die Esssucht überwinden?

Ja, man kann!

Ja, Sie können es!

Sie können es, wenn Sie wirklich und wahrlich bereit sind, sich und Ihr Leben ehrlich anzusehen.
Wenn Sie mutig sind Änderungen zu machen, wenn sie anstehen.
Wenn sie der manchmal riesigen Angst vor den Änderungen begegnen, die da vielleicht in der Zukunft liegen könnten.

Wichtig auf dem Weg finde ich:
Weitergehen, einen Schritt nach dem anderen. Sich helfen lassen und den Weg gemeinsam gehen, vor allem in Zeiten des Zweifels. Realistisch bleiben, also sich keine raschen Ergebnisse erträumen sondern langfristige Änderungen anstreben. Sich ermuntern mit Sätzen wie: Das wird alles seinen Sinn haben, auch wenn ich ihn jetzt noch nicht sehen kann. Näheres dazu lesen Sie unter:
http://www.aivilo.at/?page_id=491

Ich habe heute keine Essanfälle mehr.

Wenn ich heißhungrig bin – ja, manchmal kommt das auch heute noch vor -  gehe ich zum Beispiel zum Wirten meines Vertrauens, bestelle mir die riesen Schokotorte mit doppelter Schlagobers Portion, esse die auf einen Sitz auf bis ich papp voll bin und gut ist es.

Die Unterschiede zu damals?

Ich entscheide mich. Bewusst. Ich könnte mich auch dagegen entscheiden, wenn ich wollte. Will ich aber nicht.

Ich habe kein schlechtes Gewissen sondern erfreue mich an den Gaumenfreuden und an die Entspannung und Ruhe die mir dieser Zuckerschub bringt.

Ich mache am nächsten Tag keine Diät sonder schaue – wie immer – was mein Körper gerade benötigt.

Ich mache es öffentlich. Mir kann jeder bei meinem Schlemmeranfall zusehen. Ich stehe dazu.

Ich habe nicht mehr die Angst, dass mir in der Sekunde die Oberschenkel und das Doppelkinn anwachsen. Es ist alles wie vorher, nur dass eben ein dickes Stück Torte in meinem Magen liegt.

Ich höre nach dem Stück auf, wenn es denn genug war. Wenn nicht, würde ich mir glatt ein zweites bestellen, normalerweise schaffe ich das aber nicht. Ich höre also auf meine Bedürfnisse und handle danach, auch in Phasen des Heißhungers. Ich darf alles, wofür ich mich entscheide und was ich wirklich möchte.

Ich brauche mich nicht mehr kontrollieren. Ich höre auf meinen Körper und gebe ihm freiwillig, was er möchte. Ich bin in ständigem liebevollen Kontakt mit meinem Körper.

Ja, meine Esssucht ist vorbei.

Nein, ich führe deswegen kein Leben ohne Probleme.

Ja, ich muss nach wie vor an mir arbeiten.

Ja, es kommen immer wieder Themen hoch und immer wieder und immer wieder, die ich schon bearbeitet habe aber scheinbar noch nicht genug.

Ja, das Leben fordert mich manchmal nach wie vor heraus, und wie!

Ja, es gibt Momente, in denen ich mich total unrund fühle. Wo ich mich frage: Muss das denn sein? Jetzt bist Du schon so erfahren und tappst noch immer in die gleiche Falle? Dann kann ich mich schon ganz schön über mich selbst ärgern. Oder ich verkrümel mich ins Bett und ziehe die Decke bis zur Nase und tu mir selbst mal so richtig leid. Manchmal braucht wohl jede/r Pause vor sich selbst, schließlich verbringen wir ja das ganze Leben mit uns selbst :-)

Wobei, wenn ich diese heutigen down Stimmungen mit den damaligen vergleiche … da ist ein Vergleich eigentlich gar nicht möglich. Ich würde sogar so dreist sein und behaupten, dass ich mich in meinen heutigen down-phasen ungefähr so fühle, wie in meinen damaligen besseren Phasen.

Früher wechselte sich totale Tiefs mit totalen Hochs ab, mal so, mal so, kaum etwas dazwischen. Heute ist mein Leben ausgeglichener, die Freude ist stiller, dafür tiefer und anhaltender. Die Down-Phasen auf der anderen Seite kommen nicht mehr als riesen Drama daher. Sie sind eben da, manchmal. Und sie gehen auch wieder, garantiert.

Ich schaue hin. Ich verdränge nicht mehr durch ständige Essanfälle. Ich stelle mich meinen Gefühlen und handle adäquat. So weit es mir möglich ist, mit meinem aktuellen Wissen und meinen aktuellen Erfahrungen.

Und wachse. Jeden Tag aufs Neue.

In Summe führe ich heute ein glückliches, ausgeglichenes, aktives Leben.

Ich habe gelernt zu sehen, die Schönheiten des Augenblicks, des Tages und dieses Lebens. Meine Schönheiten, die Schönheiten anderer Menschen.

Ich habe meinen Sinn des Lebens gefunden.

Ohne Esssucht hätte ich diesen Handlungsdruck nicht gehabt. Ohne Esssucht wäre ich nicht gezwungen gewesen, mich selbst zu entdecken und zu suchen und zu finden, was mich glücklich macht.

Wer weiß, was ich dann für ein Leben geführt hätte?

Heute begleite ich andere Frauen mit Esssucht. Meine Klientinnen schätzen es, dass ich nachvollziehen kann, wie sich Esssucht anfühlt. Und wie ich das nachvollziehen kann! Ich kenne diesen angstvolle Blick, die angstvolle Frage: „Wird dieser Horror jemals enden?“

Ja! Es ist möglich!

Therapeutischer Jour fixe für Frauen mit Essproblemen

9. Januar 2010 13:50

Ich freue mich ankündigen zu dürfen, dass meine Kooperationspartnerin, Doris Nowak-Schuh, 1x pro Monat eine offene therapeutische Gruppe für Frauen mit Essproblemen anbietet. Hier ihre Ankündigung:

therapeutischer Jour Fixe für Frauen mit Essproblemen

Frauen mit Essstörungen haben meist bestimmte psychische Grundmuster gemeinsam (z.B. hoher Leistungsanspruch oder starke Identifikation über den Körper). Wenn Sie sich davon betroffen fühlen, bietet Ihnen der Jour Fixe die Gelegenheit, sich schwerpunktmäßig einem bestimmten Muster zu widmen und an einer Veränderung zu arbeiten. Die Gruppe ermöglicht es, Ihre Erfahrungen in einem geschützten Rahmen mit Gleichgesinnten zu teilen. Jeder Abend ist einem Schwerpunkt gewidmet. Die Gruppe bestimmt gemeinsam das Thema des nächsten Jour Fixe. Sie können sich für einen oder mehrere Termine anmelden, je nach Interesse!

Die Themen sind:

Selbstwert
Umgang mit Konflikten
Abgrenzung und Nein-Sagen
Beziehung zum eigenen Körper
Perfektionismus und Leistung
Partnerschaft und Freundschaften
Selbstbild-Fremdbild
Beziehung zu anderen Frauen (Schwestern, Freundinnen)

Kosten pro Abend: € 65.-

Ort: Praxis für psychologische Beratung und Psychotherapie

Schiffamtsgasse 12/14, A-1020 Wien (erreichbar mit U2/U4 Schottenring)

Zeit: Montags, einmal pro Monat, 18:30-21:00

Nächster Termin/nächstes Thema: 28.3.2011, “Perfektionismus und Leistung“
übernächster Termin: am 2.5.2011

Anmeldung und Rückfragen unter: (Aktiviere Javascript, um die Email-Adresse zu sehen), 0699/10816110

Die Anmeldung ist ab 14 Tage vor dem Termin verbindlich. Bei Absage nach diesem Zeitpunkt muss eine Stornogebühr von € 30.- verrechnet werden.

Mag.a Doris Nowak-Schuh
Klinische und Gesundheitspsychologin, Psychotherapeutin
www.nowak-schuh.at

Ich freue mich auf Sie!

Doris Nowak-Schuh

Wie werde ich mein quälendes Essverhalten los?

30. Dezember 2009 14:25

“Ich hasse sie, diese quälenden Essanfälle. Ich kann nichts gegen sie tun, sie überrollen mich unangemeldet mit einer enormen Wucht. Ich denke fast die ganze Zeit an Essen und Abnehmen. Ich halte das nicht mehr aus. Bitte sagen Sie mir, wie ich das loswerden kann. BITTE.”

Ungefähr so hört es sich an, wenn jemand, verzweifelt über sein zwanghaftes Essverhalten, nach Hilfe sucht.

Eigentlich ist die gestellte Frage denkbar einfach: “Wie werde ich meine quälendes Essverhalten los”. Wie schön wäre es, wenn ich Ihnen nun ein Erfolgsrezept präsentieren könnte nach dem Motto “Das 10 Schritte Programm aus Ihrer Esskrise in 10 Wochen, Rückfälle ausgeschlossen!”

Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass es unseriös wäre ein solches oder ähnliches Versprechen abzugeben. Dies gilt für jegliche Herausforderung im Leben: Den einen Weg, der für alle gültig ist, gibt es nicht. Jede ist unterschiedlich, jede hat ihre ganz eigene Geschichte und ihre ganz persönlichen Vorlieben. Was der Einen hilft, hilft dem Anderen überhaupt nicht und umgekehrt. Für jede Einzelne gilt es, ihren ganz persönlichen Weg zu finden – daher gibt es keine 08/15 Antworten und keine “Geheimrezepte” – und genau darin liegt die Herausforderung, die es anzunehmen gilt.

Wenn das Essverhalten bereits quälend und belastend ist, dann könnte eine Esssucht dahinter stecken – und dieses Thema ist komplex. Die Essanfälle, das ständige Denken an Essen und Abnehmen sind nur das Symptom, quasi die Spitze des Eisberges. Darunter verborgen liegen die Ursachen, die es nach und nach zu entdecken und zu bearbeiten gilt.

Auch die Dauer des Genesungsprozesses lässt sich nicht abschätzen. Es ist meist ein längerer Prozess, auf den man sich einstellen sollte. Als Betroffene hört man das nicht gerne. Die Esssucht ist so quälend, so beängstigend, dass man meint, sie keine Sekunde mehr länger ertragen zu können.

Wenn ich Ihnen hierfür schon kein “10-Schritte-Erfolgsprogramm” präsentieren kann, so gibt es doch einige Schritte, die meiner Erfahrung nach auf dem Weg aus der Esssucht eine wichtige Rolle spielen:

Das eigene Essverhalten verstehen lernen

Viele Frauen, die von Esssucht geplagt sind, möchten diese am liebsten so schnell wie möglich los werden. Dies ist verständlich, denn die Esssucht wird als belastend und störend erlebt. Trotzdem kann es von Bedeutung sein, die Esssucht genau zu betrachten um zu verstehen, warum sie im eigenen Leben eingezogen ist. Manchmal ist es bereits eine große Hilfe zu erfahren, dass die eigenen Symptome, unter denen man Tag für Tag leidet, auch anderen Frauen sehr gut bekannt sind.

Oft ist es schwierig den Tatsachen ins Auge zu sehen. Es ist nur möglich, einen Weg aus der Esssucht zu finden, wenn Sie wissen, womit genau Sie es zu tun haben. Als Informationsquellen hierfür dienen z.B. zahlreiche Internetseiten sowie einschlägige Bücher.

Sie müssen versuchen, ehrliche und möglichst konkrete Antworten auf folgende Fragen zu finden:

  • Wie oft am Tag beschäftige ich mich eigentlich mit den Themen Essen/Diät/Gewicht/Abnehmen/Essanfall?
  • Welche Bereiche meines Lebens beeinflusst meine Esssucht?
  • Gibt es bestimmte Situationen, die einen Essanfall auslösen?
  • Was genau würde sich in meinem Leben ändern, wenn ich mein Zielgewicht erreicht hätte?
  • Angenommen eine gute Fee würde über Nacht meine Esssucht bzw. meine Essanfälle wegzaubern: Was löst diese Vorstellung in mir aus?
  • und die vermutlich schwierigste Frage: Welche Funktionen übernimmt meine Esssucht in meinem Leben?

Nun ist es Zeit eine Entscheidung zu treffen: Entscheiden Sie sich dafür, die tausendste Diät in Ihrem Leben beginnen oder wollen Sie sich auf die Reise begeben und sich den Ursachen Ihres Essverhaltens stellen?

Einen Schritt nach dem anderen gehen

Der Weg aus der Esssucht beginnt meist damit, dass man verzweifelt vor einem großen Berg an undefinierbarem Gefühlschaos oder ungelösten Problemen steht. Unweigerlich tauchen quälende Fragen auf: “Das alles soll ich bewältigen? Wie soll das gehen?” gepaart mit dem verzweifelten Ausruf: “Das schaffe ich nie!”

Lassen Sie sich von der Fülle der Informationen und von den Veränderungen, die vielleicht noch vor Ihnen stehen, nicht entmutigen. Sie leiden vermutlich schon jahrelang (wenn nicht Jahrzehnte) an Ihrer Essstörung! Sie lässt sich daher auch nicht von heute auf morgen beseitigen.

Stellen Sie sich Ihre Essstörung als einen Berg von großen Steinen vor: Jeder Stein steht für eine bestimmte Ursache Ihrer Essstörung. Ziel ist es, diesen Berg so weit als möglich abzutragen – also die Ursachen Ihrer Essstörung zu finden. Am liebsten würden Sie nun alle Steine auf einmal nehmen und sie weit von sich werfen. Stimmt´s? Dies ist leider nicht möglich, denn niemand hat die Kraft, einen großen Steinhaufen mit einem Mal abzutragen.

Sie können aber sehr wohl vor den Berg treten, einen einzelnen Stein nehmen und ihn wegtragen. Ein Stein scheint zu Beginn vielleicht wenig. Doch wenn Sie später noch einen Stein nehmen und noch einen und noch einen und immer fort, dann wird der Berg sichtlich kleiner und Sie haben noch genügend Kraft für die darauf folgenden Steine. Es kann sehr spannend sein, diese “Ursachensteine” sorgfältig anzusehen, zu untersuchen, zu ergründen und Lösungen zu finden. Es ist wie ein Puzzle des Lebens, Ihres Lebens.

Wichtig ist, dass Sie den ersten Schritt gehen – um bei unserem Bild zu bleiben – den ersten Stein nehmen. Es ist eigentlich gleichgültig, welcher das ist.

Sie surfen gerade im Internet und informieren sich über Esssucht. Das ist ein wichtiger Schritt! Vielleicht finden Sie eine Idee, einen Gedanken, der Sie anspricht. Verfolgen Sie ihn weiter, das ist dann der nächste Schritt. Haben Sie Vertrauen, dass Sie den darauf folgenden Schritt sehen werden, wenn Sie so weit sind.

Es ist wie bei einer Wanderung. Manchmal sieht man die Wegmarkierung nicht mehr. Man geht ein Stück nach vorne, schaut nach links und nach rechts und siehe da, die Markierung ist wieder sichtbar. Man weiß plötzlich wieder, wie es weiter geht.

Gehen Sie Schritt für Schritt vorwärts. Überfordern Sie sich nicht. Neue Verhaltensmuster und Denkensweisen zu entwickeln, erfordern immer mehr Anstrengung und Mut, als bei den Alten zu bleiben. Wenn die neuen Muster und Gedanken einmal erworben sind, ersetzen sie ganz automatisch die Alten. Sie werden beständig und Sie möchten sie dann sicher nicht mehr aufgeben wollen.

Wie bei einer Wanderung ist es auch am Weg aus der Esssucht notwendig, Pausen einzulegen. Ständig an sich zu arbeiten, sich zu hinterfragen und sich seinen Problemen zu stellen ist mühsam und verlang einem viel ab. Gönnen Sie sich ganz bewusst Auszeiten. Seien Sie sich nicht böse, wenn der nächste Schritt auf sich warten lässt. Seien Sie nicht zu streng mit sich selbst auf Ihrem Weg.

Hilfe suchen

Vor allem zu Beginn stellt das Internet ein wunderbares Medium dar, um Hilfe zu suchen. Beispielsweise bieten Ihnen online Foren die Möglichkeit, sich anonym mit anderen Betroffenen auszutauschen. Auch aus Büchern sind zahlreiche Ideen zu holen.

Langfristig sollten Sie sich aber überlegen, den Schritt aus der Anonymität zu wagen und professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Es ist sehr befreiend, endlich über seine Qualen zu sprechen um Verständnis und Mitgefühl zu erfahren. Professionisten können Ihnen helfen, nicht mehr im Symptom hängen zu bleiben, sondern an den Ursachen Ihrer Esssucht aktiv zu arbeiten.

Haben Sie keine Angst, ausgelacht zu werden. Seriöse Professionisten nehmen Sie ernst, gleichgültig welches Problem Sie beschäftigt.

Psychotherapie

Psychotherapie hilft bei der Bearbeitung von seelischen Problemen. Verlassen Sie sich bei der Suche Ihres Therapeuten auf Ihr Gefühl. Wenn Sie wirklich bereit für Therapie sind, werden Sie den für Sie richtigen Therapeuten finden.
Woran erkennen Sie, dass der Therapeut oder die Therapeutin gut zu Ihnen passt? Wichtig ist, dass Sie sich gut aufgehoben fühlen und dass Sie im Grunde gerne zur Therapie gehen, obwohl Therapie sehr anstrengend und schmerzhaft sein kann. Sie sollten das Gefühl haben, alles besprechen zu können und sich auf Ihrem Weg aus der Esssucht unterstützt fühlen. Wesentlich ist, dass Sie spüren, dass Ihre Therapie Sie weiter bringt. Sollten Sie diesen Eindruck nicht haben, so flüchten Sie nicht gleich, sondern besprechen Sie das mit Ihrer/m Therapeut/in. Vielleicht sind Ihre Erwartungen einfach zu hoch gesteckt.

Körperarbeit

Esssüchtige haben üblicherweise ein gespanntes Verhältnis zu ihrem Körper. Oft ist der Kopf (die Gedanken) übermächtig und der Körper wird kaum wahrgenommen oder gar gehasst. Um ein besseres Körpergefühl zu erlangen und um sich als Ganzes zu begreifen, kann Köperarbeit eine gute Unterstützung sein. Es gibt zahlreiche Methoden z.B. Shiatsu, Reiki, QiGong, Taiji, Yoga, CDs mit Köperreisen etc…. Wichtig ist es auch hier, dass es Ihnen Spaß macht und Sie sich wohl fühlen.

Selbsthilfegruppen, Vorträge, Seminare, Ex-Betroffene

Weitere Möglichkeiten bieten Selbsthilfegruppen, einschlägige Vorträge oder Seminare, in denen Sie auf Gleichgesinnte treffen. Es ist beruhigend zu erfahren, dass Sie nicht die Einzige auf dieser Welt mit diesen quälenden Problemen sind. Sie fühlen sich dann nicht mehr ganz so abnormal. Vielleicht haben Sie auch die Möglichkeit, mit Ex-Betroffenen zu sprechen, das macht Mut und gibt neue Hoffnung.

Ernährungsberatung

Hilfreich kann auch das Aufsuchen einer Ernährungsberatung sein, z.B. nach den 5-Elementen. Meiner Erfahrung nach ist es wichtig, bei der Wahl des/r Ernährungsberaters/in darauf zu achten, das sie/er mit Ihnen gemeinsam einen Schritt nach dem anderen geht. Es fällt vielen Menschen schwer, einen neuen Ernährungsplan lückenlos und vor allem dauerhaft zu befolgen – und das gilt nicht nur für Menschen mit Esssucht. Machen Sie sich bewusst, dass Ihre Ernährung das Symptom Ihrer Esssucht, keineswegs jedoch die Ursache ist.

Wichtig: Körperarbeit, Ernährungsberatung, Seminare u.ä. ersetzen keine Psychotherapie. Sie stellen bloß eine Ergänzung dar. Weiters sollten Sie bei körperlichen Beschwerden unbedingt ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen und den weiteren Weg abklären.

Essanfälle möglichst akzeptieren

Die Essanfälle zu akzeptieren ist schwierig. Die Essanfälle sind das, was Sie am meisten hassen. Sie sind das Symptom und sie werden gehen, wenn es an der Zeit ist.

Dies macht den meisten Betroffenen große Angst. “Soll das bedeuten, dass ich diese Essanfälle noch weiter ertragen muss?” Bei dieser Frage kann ich Sie ein wenig beruhigen. Die Essanfälle werden Sie zwar vermutlich noch einige Zeit begleiten, doch nach und nach wird sich ihre Qualität verbessern. Beispielsweise werden Sie nicht mehr unzählig viele Speisen durcheinander essen, sondern “nur” noch die dreifache Menge einer Speise. Sie werden nach einem Essanfall nur noch das halbe Chaos in der Küche hinterlassen, da er Sie nicht mehr mit Wucht völlig unerwartet überwältigt. Der Essanfall fühlt sich nicht mehr ganz so eklig an und ist leichter zu ertragen.

Am besten rechnen Sie damit, dass Sie wieder einen Essanfall haben werden. Dann überrascht er Sie nicht mehr und Sie müssen nicht das Gefühl haben, versagt zu haben. Aus meiner Erfahrung ist es hilfreich das Ziel “Ich will keine Essanfälle mehr” zum Beispiel mit dem Ziel “Ich will lernen, meinem Körper und meiner Seele zu geben was sie brauchen” zu ersetzen.

Wenn ein Essanfall Sie überrollt hat, versuchen Sie möglichst nett zu sich zu sein. Bestrafen Sie sich nicht noch weiter, denn Ihr Essanfall ist sowieso schon ein Aufschrei Ihrer Seele.

Konkret bleiben

Aussagen wie “Ich will nie wieder einen Essanfall haben”, “Ab jetzt werde ich immer nein sagen wenn mir etwas nicht passt” oder “Ab jetzt werde ich mich selbst lieben” sind sehr hochgesteckte Ziele, die kaum zu erfüllen sind. Wer kann schon immer alles “richtig” machen.

Kleine Ziele wie: “Wenn ich merke, dass der Essanfall kommt, setze ich mich zunächst eine Minute lang hin” oder “Wenn mich mein Chef nach Dienstschluss anruft werde ich nicht mehr automatisch abheben” oder “Ich werde mich einmal täglich für etwas loben, das ich an mir mag.” sind leichter zu erreichen.

Durch Ihre Wegbegleiter (TherapeutInnen, Literatur….) werden Sie zahlreiche Ideen für solche kleinen Ziele bekommen. Nehmen Sie sich nicht zu viel auf einmal vor. Eins nach dem anderen, ein Schritt nach dem anderen.

Selbstliebe erlernen

Sie haben bestimmt schon den gut gemeinten Ratschlag “Liebe dich selbst” gehört. Leichter gesagt als getan.

Selbstliebe kann man lernen, dies benötigt aber Zeit und Geduld. Ein erster Schritt ist z.B. zu beobachten, wie Sie eigentlich mit sich selbst sprechen. Reden Sie so, wie Sie zu sich selbst reden auch mit anderen? Oder kann es sein, dass Sie sich selbst bei jeder erdenklichen Situation erniedrigen z.B. wenn Sie sich in den Spiegel sehen oder Sie sich strenge Vorwürfe machen wegen eines kleinen Missgeschicks. Versuchen Sie nach und nach netter mit sich zu sprechen, gut zu sich zu sein.

Wenn Sie sich selbst akzeptieren und mit sich selbst im Reinen sind, kann dies einiges bewirken. Hier einige Beispiele aus meiner Erfahrung:

  • Viele esssüchtige Frauen sind Perfektionistinnen: Ziel ist die perfekte Figur, die perfekte Ernährung, die perfekte Arbeitsleistung. Der Anspruch perfekt sein zu wollen programmiert das Scheitern geradezu vor. Wenn Sie sich selbst akzeptieren, verzeihen Sie sich Fehler viel leichter, Sie müssen nicht perfekt sein um sich selbst zu gefallen.
  • Ein oft wiederkehrendes Thema bei Esssüchtigen ist eine tief sitzende Einsamkeit, unabhängig davon, von wie vielen Leuten sie umgeben sind. Mit zunehmender Selbstliebe verschwindet dieses Gefühl. Sie sind es sich Wert, Beziehungen bzw. Freundschaften einzugehen, die Ihnen mehr Kraft geben als nehmen.
  • Viele Esssüchtige sind extrem sensibel und spüren, was Andere nicht wahrnehmen können (oder wollen). Oft bekommen Sie dann zu hören “das bildest du dir nur ein”. Bei genug Selbstliebe vertrauen Sie Ihrer Wahrnehmung und gehen sorgsam mit Ihrer Sensibilität um.
  • Selbstliebe bedeutet gut zu sich zu sein. Sie lernen sich kennen, schauen auf sich und Ihre Bedürfnisse, Sie wissen was Ihnen Freude macht und was nicht. Sie akzeptieren sich wie Sie sind, samt Ihrer guten und schlechten Eigenschaften. Sie werden Ihrer bewusst – selbstbewusst.
  • Selbstliebe hat auch einen erstaunlichen Effekt auf Beziehungen zu anderen Menschen. Wenn Sie nicht ständig damit beschäftigt sind, sich selbst zu hinterfragen, können Sie die anderen sehen wie diese wirklich sind. Wenn Sie sich selbst mögen, fällt es Ihnen leichter Ihrem Partner zu glauben, wenn er Ihnen sagt, dass er Sie liebt wie Sie sind.

Selbstliebe hat nichts zu tun mit Egoismus. Wer gut auf sich selbst schaut, hat viel mehr Kraft um für andere da zu sein.

Selbstliebe ist eng mit Selbstsicherheit verknüpft. Nachfolgend einige Anregungen, wie Sie Selbstsicherheit in täglichen, immer wieder kehrenden Situationen üben können:

  • Komplimente einfach mit einem “danke” annehmen auch wenn Ihnen danach ist, diese sofort abzuschwächen.
  • Bei anderen Leuten das Schöne und Gute bewusst wahrnehmen und Komplimente machen, wenn diese stimmig und angebracht sind.
  • Bitten, Kritik und “nein” direkt aussprechen, ohne eine lange und breite Begründung oder Entschuldigung vorauszustellen oder anzuhängen
  • Ab und zu den Aktionsradius erweitern und öfters Dinge tun, die Sie normalerweise nicht tun z.B. fremde Leute nach der Uhrzeit fragen oder vor anderen genussvoll in einen Schokoriegel beißen oder alleine in ein Kaffeehaus gehen.

Versuchen Sie kleine Übungen dieser Art in Ihrem Alltag einzubauen. So wie vieles im Leben kann auch die Selbstsicherheit durch Übung aktiv erhöht werden.

Der Realität ins Auge sehen

Wie geht es Ihnen mit nachfolgenden Aussagen?

  • Bei der Esssucht ist das Essen nur das Symptom, nicht die Ursache.
  • Der Weg aus der Esssucht braucht viel Zeit und noch viel mehr Geduld.
  • Die Essanfälle werden so lange bleiben, wie Sie diese brauchen.
  • Die Esssucht erfüllt einen wichtigen Sinn in Ihrem Leben, oft auch einen Sinn im Leben Ihrer engsten Angehörigen.
  • Auch wenn die Esssucht weg ist, wird nicht plötzlich alles rosig sein in Ihrem Leben. Es wird nach wie vor Probleme bzw. schwierige Situationen geben, die es zu lösen gilt. Sie werden sich auch ohne Esssucht dann und wann unwohl in Ihrer Haut fühlen.

Sich selbst nichts vorzumachen ist schwierig. Wir alle neigen dazu Dinge schön zu reden – Partnerschaft – Beziehung zu Freunden – Beziehung zu Angehörigen – Ausbildung – Job – Wohnung. Passt das wirklich alles?

Übrigens: Der Realität ins Auge sehen heißt nicht den Schuldigen zu finden.

Kleine Erfolge schätzen

Schon wieder ein Essanfall, daher voll versagt? Stimmt nicht. Nehmen Sie ein Blatt Papier und schreiben Sie auf, was sich in den letzten Monaten in Ihrem Leben verändert hat. Tun Sie dies möglichst konkret, denken Sie insbesondere auch an alltägliche Gegebenheiten, z.B. letzte Woche habe ich es geschafft am Freitag um 17:00 zu gehen, statt noch einen Auftrag meines Chefs zu übernehmen. Letzte Woche, als ich wirklich keine Lust auf Kino hatte, habe ich meine Freundin angerufen und ihr abgesagt.

Nehmen Sie auch kleine Veränderungen wahr, hängen Sie nicht alles auf “Essanfall ja oder nein” auf. Erinnern Sie sich: der Essanfall ist nur das Symptom.

Neue Gedanken und Interessen finden

“Wenn ich nicht mehr ständig an Essen und Abnehmen denkt… woran soll ich dann eigentlich sonst denken? Wie soll ich dieses Vakuum füllen? Wie stoppe ich die ständig kreisenden Gedanken?”

Je mehr Sie an andere Dinge denken, je mehr andere Dinge an Wichtigkeit gewinnen, desto weniger werden Sie an Essen bzw. Abnehmen denken. Dies ist ein längerer Prozess. Die ewig um Essen und Gewicht kreisenden Gedanken verschwinden nicht so einfach. Es ist darüber hinaus gar nicht so leicht herauszufinden, was einem eigentlich richtig Freude macht.

Hier einige Anregungen für diesen Weg:

  • Täglich am Abend in ein Tagebuch schreiben: Was hat mir heute Freude gemacht? Denken Sie hier v.a. an Kleinigkeiten wie z.B. die Blumen im Blumenladen haben gut geduftet, der Buschauffeur hat mich noch einsteigen lassen, meine Freundin hat angerufen, etc. (und wieder fünf Minuten an etwas Anderes gedacht!)
  • Sich eine Stunde Massage (z.B. Shiatsu) gönnen und dabei den Körper spüren (und wieder eine Stunde an etwas Anderes gedacht!)
  • Lernen mehr im Moment zu sein, z.B. durch Taiji, QiGong, Yoga, MeditationsCDs (und wieder mindestens eine viertel Stunde an etwas Anderes gedacht)
  • Fragen Sie Ihre Freunde, Bekannte, Kollegen was diese am liebsten in der Freizeit tun. Vielleicht bekommen Sie so Anregungen.

Seien Sie auch hier geduldig mit sich selbst. Wenn Sie momentan keine Energie haben, in einem Stimmungstief sitzen, dann werden Sie vermutlich nur wenig Kraft haben, zu neuen Ufern aufzubrechen. Neues auszuprobieren gelingt am besten in Hochphasen. Nutzen Sie diese und machen Sie sich nichts vor, so auf die Art: “Mir geht es jetzt so gut, ich hab´s geschafft, ich brauch das alles nicht mehr!”

Parabel Hausbau

Ich finde, der Weg aus der Esssucht lässt sich gut mit dem Hausbau vergleichen:

Stellen Sie sich folgende Situation vor:
Sie stehen auf einem Berg, alleine. Plötzlich fängt es zu regnen und zu stürmen an (= die Herausforderungen des Lebens prasseln auf Sie ein, Sie sind verzweifelt, einsam, wissen nicht wohin). Ihnen wird kalt und Sie brauchen einen Platz, wohin Sie sich flüchten können. Sie brauchen ein (Schutz)Haus (=Selbstbewusstsein und Selbstliebe, sodass Sie sich allen Situationen stellen können ohne die Krücke Esssucht zur Hilfe zu nehmen).

Ein wirklich solides Haus lässt sich allerdings nicht von heute auf morgen bauen. Man muss zunächst einen Keller ausheben und damit eine gute Basis für das Haus schaffen. (= Herausfinden womit Sie es zu tun haben, was bedeutet es, Esssucht zu haben?).

Ein Haus kann man nicht alleine bauen, man braucht die Hilfe von Professionisten (=Psychotherapie, Körperarbeit, Seminare, Vorträge, …..). Gemeinsam wird ein Ziegel nach dem anderen gesetzt. (= Man kann immer nur einen Schritt nach dem Anderen gehen).

Irgendwann ist dann ein Raum fertig. Sie betreten ihn voller Stolz und freuen sich (= kleine Erfolge schätzen). In diesem Raum genießen Sie schon den ersten Schutz (=In vielen Situationen reagieren Sie bereits adäquat, ohne die Krücke Essanfall). Im Zuge des Hausbaus erwerben Sie viele neue Fähigkeiten, z.B. Sie wissen schon, was Sie machen müssen, wenn wieder einmal mal ein Abfluss nicht richtig dichtet (= z.B. können Sie Ihrem Chef schon sagen, wenn Sie wirklich keine Überstunden machen können). Zu Beginn war die Werkzeugkiste noch wie ein Buch mit sieben Siegeln für Sie, jetzt haben Sie einige wertvolle Werkzeuge darin liegen, und Sie wissen, wie Sie sie anwenden können (= adäquat auf Situationen reagieren, z.B. welche Worte benutzen Sie, um auf grundlose Anschuldigungen zu antworten?)

Tja und irgendwann ist das Haus fertig. Ihr Schutzhaus. Sie sind geschützt vor Regen und Wind, Sie sind zu Hause. (Regen und Wind wird es immer geben = ein Leben ohne herausfordernde Situationen gibt es nicht) Damit das Haus weiterhin so wohnlich bleibt und Ihnen genug Schutz bietet, müssen Sie drauf achten, dass es regelmäßig renoviert wird (= man lernt nie aus im Leben, denn es kommen immer wieder neue Situationen und Probleme auf einen zu). Einige Dinge können Sie selbst erledigen, für andere fragen Sie Professionisten. (= auch nach Bewältigung der Esssucht ist man nicht frei von Problemen und kann hin und wieder bei einem Coach oder Therapeuten/in Rat holen.)

Gibt es Esssucht ohne Erbrechen oder mager sein?

19. Dezember 2009 14:30

Landläufig sind die Essstörungsformen Magersucht und Bulimie bekannt. Ersteres wird vor allem mit wenig bis gar nichts essen bzw. mager sein assoziiert, letzteres mit Erbrechen des Essens. Plakativ wird dies manchmal von Zeitungen aufgegriffen: Da sieht man dann ein Bild von einem Mädchen die kaum mehr als ihr Skelett ist oder eines von einer Frau, die über der Kloschüssel hängt.

Diese Extreme schaffen allerdings wenig Identifikationsfläche. Denn Esssucht spielt sich meistens mitten unter uns ab, im Alltag. Davon betroffen sind Menschen, “wie Du und ich”, die täglich ihrem Job und ihren familiären Pflichten nachgehen. Es sind Menschen mit Doppelleben – nach außen hin heile Fassade, nach innen hin zutiefst unglücklich.

Man kann an einer Esssucht leiden, ohne mager zu sein. Esssüchtige Frauen haben jede Figur, von sehr schlank über normal bis hin zu sehr übergewichtig. Die Figur hängt einerseits von der Veranlagung ab, andererseits von den Ausgleichshandlungen, die die Betroffenen dem Essen gegenüber stellen. Dies kann sein: Erbrechen, Fasten, Sport und / oder Abführmittel.

Wobei das Brechen nicht zwangsläufig zu einer Esssucht dazu gehört. Es gibt sehr viele Frauen, die nach den Essanfällen nicht erbrechen, diese Form der Esssucht nennt man “Binge Eating” oder “Bulimie non purging”.

Überhaupt gibt es zwischen den beiden Hauptformen der Esssucht zahlreiche Abstufungen: Beispielweise gibt es BulimikerInnen, die zwischen Phasen von Essattacken fasten. Es gibt Magersüchtige, die das Wenige, das sie zu sich nehmen, erbrechen. Es gibt Betroffene, die das Essen lange kauen und ausspucken, bevor sie es schlucken.

Allen Essstörungen ist eine intensive Beschäftigung mit dem eigenen Körper sowie mit den zu sich genommenen Nahrungsmitteln gemeinsam. Die Gedanken der Betroffenen kreisen so gut wie ständig um Gewicht, Kalorien, essen bzw. nicht essen.

Dies zu wissen ist wichtig, um den Ernst der Situation zu erkennen in der man steckt. Denn vielfach handelt es sich eben nicht um einen bloßen “Diättick” oder “zu wenig Disziplin” sondern um eine Essstörung. Ich habe viele Frauen erlebt, denen lange nicht bewusst war, dass sie überhaupt eine Esssucht haben und sich daher sehr lange in dem Teufelskreise Essen-Diät-schlechtes Gewissen bewegt haben.

Die Beschäftigung mit den Symptomen und Ursachen und die Einsicht in das Krankheitsbild ist für Betroffene wesentlich, den ersten Schritt aus der Sucht gehen zu können.

Noch zu erwähnen ist, dass immer mehr Männer an Essstörungen leiden. Wenn also hier von Frauen die Rede ist, sind Männer und Frauen gleichermaßen gemeint.

Feindbild Essen

19. Dezember 2009 14:19

Es gibt viele Wege aus der Essstörung, doch der erste Schritt muss getan werden und danach einer nach dem anderen.

Essstörung. Für nicht Betroffene ist sie kaum nachvollziehbar, für Betroffene bedeutet sie meist die Hölle. Das Denken kreist andauernd um das Thema Essen, sodass fast alle Handlungen darauf ausgerichtet sind. Die Gemütsverfassung hängt davon ab, ob ein “guter” oder “schlechter” Esstag war. Oft werden sogar Treffen mit Freunden gemieden, da das Essen in der Öffentlichkeit zur Qual wird. Hunger- und Sättigungsgefühl können nicht mehr wahrgenommen werden. Nach dem Essen wird lange mit dem schlechten Gewissen gekämpft und mit der panischen Angst, zuzunehmen. Viele Betroffene leiden außerdem an unkontrollierbaren Essattacken, die ausgeglichen werden durch Hungerperioden, absichtliches Erbrechen, Abführmittel und/oder durch die eigenen Kräfte überfordernden Sport. Es wird versucht, die Gier nach Essen zu zügeln, weniger bzw. gesund zu essen und sich abzulenken. Doch meistens führen genau diese Maßnahmen nicht zu dem heiß ersehnten Ziel der Sucht-Freiheit. Warum ist das so?

Das liegt daran, dass hier nur das Symptom und nicht die Ursache des Problems bearbeitet wird, also nur die sichtbare Spitze des Eisbergs, nicht aber jener viel größere Teil, der unter der Wasseroberfläche liegt. Die Essstörung ist ein deutliches Zeichen dafür, dass etwas im Leben nicht stimmt. Beispielsweise haben die Betroffenen zu wenig Selbstbewusstsein, sie haben verlernt, Gefühle zuzulassen oder sie sind unglücklich über ihre Lebenssituation (Beruf, Partner, Eltern, Freunde etc.). Die ständige Beschäftigung mit dem Essen bewirkt allerdings, dass sich die Betroffenen nicht mehr mit diesen ursächlichen Problemen und Ängsten auseinandersetzen müssen.

Was würde eigentlich geschehen, wenn die Essstörung plötzlich weg wäre? Angenommen, es kommt eines Tages die berühmte gute Fee, schnippt mit den Fingern und erfüllt diesen sehnlichsten Wunsch der Betroffenen. Wäre dann auch gleichzeitig der Traumjob, die ideale Partnerschaft und ein idyllisches Familienleben vorhanden? Ohne Essstörung müsste nicht mehr ständig an das Essen bzw. Zunehmen gedacht werden; doch woran sonst? Was tun in all den Stunden, die zuvor für das Einkaufen und das Verstecken von Lebensmitteln, für das Beseitigen der Spuren und für das schlechte Gewissen aufgewendet wurden? Wohin mit Wut und Trauer, wenn sie nicht mehr hinuntergeschluckt werden?

Die Essstörung bleibt demnach solange bestehen, wie sie gebraucht wird. Sie wird erst dann langsam verschwinden, wenn die Betroffenen lernen, auf Probleme anders zu reagieren, bzw. wenn sie lernen, mit Situationen, die immer nur Probleme schaffen, richtig umzugehen. Einer der ersten Schritte ist es, diesen Zusammenhang zwischen der Essstörung und der gesamten Persönlichkeit bzw. dem Umfeld zu begreifen. Doch gerade diese Einsicht macht große Angst: Früher war es “nur” das Essen, die Figur, jetzt sind es plötzlich so viele Dinge, die überdacht werden müssen. Das Positive daran ist, dass das Leben mit jedem gelösten Problem lebenswerter wird. Wer es versucht, kann also nur gewinnen. Es gibt viele Wege aus der Essstörung, doch eines haben alle gemeinsam: Der erste Schritt muss getan werden und danach einer nach dem anderen.

Links zum Thema Esssucht

17. Dezember 2009 19:19

Esssucht verstehen und sich helfen lassen … Folgende Links unterstützen dabei:

Seiten bzw. Einrichtungen speziell zum Thema Esssucht aus Österreich

www.beratung-schertler.com: 14-tägige Selbsthilfegruppe für Betroffene und Angehörige in Wien

www.essstoerungshotline.at : Essstörungs-Hotline:
Tel.: 0800/20 11 20, anonym und kostenlos, Mo-Do von 12-17 Uhr
Die Webseite enthält zahlreiche Informationen, Adressen, Literaturtipps etc.

www.fem.at : Wien: Gesundheitszentrum für Frauen, Eltern und Mädchen, u.a. mit Schwerpunkt Essstörungen

www.frauensache.at : Wien: Frauenspezifische Psychotherapie, u.a. mit Schwerpunkt Essstörungen

www.intakt.at : Wien: Intakt – Therapiezentrum für Menschen mit Essstörungen
Wien: Ambulantes Therapie- und Kompetenzzentrum im Essstörungsbereich.

www.sowhat.at : Wien und Mödling: So What
Wien: Beratungsstelle für Menschen mit Essstörungen. Bieten Therapie auf Krankenschein. Es gibt auch eine Selbsthilfegruppe für Angehörige.

www.essstoerungen.cc : Zentrum für Ess-Störungen
Verein, bestehend aus Psychotherapeutinnen, die sich auf das Thema Essstörungen spezialisiert haben.

www.therapie-weidenhof.at : Therapiezentrum Weidenhof
Grafenstein (nähe Klagenfurt): Sozialpädagogisch-therapeutische und psychotherapeutische Wohngemeinschaft für Mädchen und junge Frauen mit Essstörungen und/oder anderen psychischen Problemen wie: Depression, Pubertätskrise, Persönlichkeitsentwicklungsstörungen etc.

www.univie.ac.at/essstoerungen : Europäisches Forschungsprojekt Essstörungen
Untersucht die Faktoren, die das Risiko erhöhen, an Essstörungen zu erkranken. Die Seite enthält auch zahlreiche Links und Beratungsstellen in ganz Österreich.

Seiten bzw. Einrichtungen speziell zum Thema Esssucht aus Deutschland

www.ab-server.de :Beratungs- und Informationsserver zu Essstörungen
ausführliches Verzeichnis von Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen in Deutschland

www.bzga-essstoerungen.de : Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Köln
Informationen für Betroffene, Angehörige, Fachleute und allgemein Interessierte

ess-stoerungen.net : ess-stoerungen.net
Mädchenspezifische Prävention von Essstörungen, zu diesem Thema gibt es auch ein Buch, das auf der Webseite vorgestellt wird.

www.hungrig-online.de : Hungrig-online.de
Umfangreiche Informationen und Links zu Essstörungen, viele Kontaktadressen aus Deutschland, Österreich und Schweiz, Anonyme Kommunikation mit anderen Betroffen mittels moderiertem Online-Forum, Mailingliste und Chat

www.ess-stoerungen.net : Prävention von Ess-Störungen.de
Gemeinschaftsseite vom Frauengesundheitszentrum Heidelberg und dem Heidelberger Mädchenhaus e.V., sie wendet sich sowohl an Mädchen als auch an interessierte Fachleute.

www.web4health.info/de : web4health
Fragen und Antworten u.a. zu Essstörungen von Psychotherapeuten aus 5 Ländern (Schwerpunkt Bulimie, Anorexie, Binge eating und Adipositas)

Informationsplattformen zum Thema Selbsthilfegruppen

Österreich: www.fgoe.org (unter Aktivitäten – Selbsthilfe) : SIGIS – Service und Information für Gesundheitsinitiativen und Selbsthilfegruppen, Seite des Fonds Gesundes Österreich
Broschüren betreffend Gründung von Selbsthilfegruppen können down geloadet bzw. bestellt werden.

www.beratung-schertler.com: 14-tägige Selbsthilfegruppe für Betroffene und Angehörige in Wien

Deutschland: www.nakos.de : NAKOS – Selbsthilfe: Deutschland und international: Adressen von Selbsthilfe-Informationsstellen

Schweiz: www.kosch.ch : KOSCH – Koordination und Förderung von Selbsthilfegruppen

Seiten von Betroffenen

www.bulimie.at : bulimie.at
Enthält Informationen zu Bulimie sowie eine Bücherliste, ein Forum, einen Chat und eine Linkliste.

www.essenproblem.de : Essproblem.de
Eine Betroffene schildert hautnahe ihren Kampf mit dem Essen.

www.lebenshungrig.de : Lebenshungrig.de
Informative Seite einer ehemalig Betroffenen.

www.shalleen.de : Shalleen´s Page
Sehr umfangreiche Homepage mit vielen Informationen.

Online Forum

www.aivilo.at/forum : aivilo.at
Online Forum errichtet von Olivia Wollinger.

www.essen.aktiv-forum.com: essen.aktiv
Online Forum einer Teilnehmerin vom aivilo Seminar, sehr umfangreich und informativ

www.hungrig-online.de : Hungrig-online.de
Moderiertes Online Forum

Beratungsstellen und Plattformen: Österreich

www.beratungsstellen.at : Beratungsstellen.at
Umfangreiches Portal speziell für Beratungsstellen

www.frauenfuerfrauen.at : Frauen für Frauen Hollabrunn
Hollabrunn: Kostenfreie Beratung für Frauen

www.fgz-kaernten.at : Frauengesundheitszentrum Kärnten
Kärnten: Anonyme, kostenlose Einzelberatungen für Betroffene und Angehörige

www.netzwerk-frauenberatung.at : Netzwerk österreichischer Frauen- und Mädchenberatungsstellen
Österreich: Auflistung von Beratunggstellen für Mädchen und Frauen

sozialinfo.wien.gv.at : sozialhilfe.wien.at
Wien: Auflistung von Frauenberatungsstellen

www.studentenberatung.at : Psychologische Studentenberatung
Kostenloses Angebot für StudentInnen

www.sozialprojekte.com sozialprojekte.com
Sozialadressen im deutschsprachigen Raum mit Suchfunktion

Beratungsstellen und Plattformen: Deutschland

www.lzg-bayern.de : Landeszentrale für Gesundheit in Bayern e.V.
Vieles zum Thema Sucht.

www.sonderglocke.de : Sonderglocke
Bundesweite nichtkommerzielle Initiative von Süchtigen für Süchtige mit der Aufgabe, die Bereitschaft zu einem Drogen- und Alkoholfreien Leben zu fördern. Verzeichnis von über 2000 Suchtberatungsstellen u.a. Beratungsstellen für Essstörungen

Psychotherapeuten/innen: Österreich

Ich werde immer wieder nach Psychotherapeuten/innen gefragt. Eine Empfehlung abzugeben ist schwierig, denn ob die Chemie zwischen Therapeut/in und Klient/in stimmt, ist sehr individuell. Bei der Auswahl Ihrer Vertrauensperson lassen Sie sich von Ihrem Gefühl leiten!

www.psyonline.at/ : psyonline
Viele Infos über Psychotherapie, suche nach dem/der geeigneten Therapeuten/in, Suche nach Wohnort bzw. Spezialgebiet möglich

www.nowak-schuh.at : Mag. Doris Nowak-Schuh
1020 Wien: Psychologische Beratung und Psychotherapie, Therapierichtung: Psychodrama

www.psychotherapie-vorpagel.eu : Henry Vorpagel
1060 Wien, Einzel- und Paartherapie, Supervision/Coaching, Therapierichtung: Systemischer Ansatz

Psychotherapeuten/innen: Deutschland

www.psychotherapiesuche.de : Psychotherapie-Informations-Dienst
Suche nach PsychotherapeutInnen

Anderer Kummer

www.borderline-community.de : Borderline
Internetgemeinschaft zur Borderline-Persönlichkeitsstörung

www.lovetalk.de : Liebeskummer
Anonymes Onlineforum bei Herzschmerz

www.versteckte-scham.de : Selbst verletzendes Verhalten
Austausch und Informationsforum für Selbst – Verletzendes – Verhalten

www.zwaenge.at : Zwänge
Österreichisches Portal zum Thema Zwangskrankheit

Weiterführendes

www.gabrieleproell.at
Am Weg aus der Esssucht ist das Frau sein, die Weiblichkeit immer wieder Thema, eine Spezialistin auf diesem Gebiet ist Gabriele Pröll mit Publikationen zum Thema Menstruation, mit Coaching und der Methode Wildwuchs

www.maeterra.at und www.healingsongs.at
Seminare für Naturerfahrung, healing songs und vieles mehr.

www.insightvoice.at , www.naikido.at , www.naikan.ws : Naikan
Naikan hilft, sich selbst zu entdecken.

Buchtipps zum Thema Essen als Sucht

16. Dezember 2009 09:47

Aus meiner Erfahrung ist es so wichtig, die Esssucht durch und durch zu verstehen – sich selbst und sein Verhalten durch und durch zu verstehen. Man erlebt sich in der Esssucht oft als Abnormal. Wenn man die Esssucht versteht wächst auch das Verständnis für sich selbst.

Viele Frauen sagen, dass sie eh wissen um was es geht, nämlich dass sie das Essen nicht kontrollieren können. Aber das ist nur die Spitze des Eisbergs. Frauen die an Esssucht leiden haben darüber hinaus noch viele andere Themen die beachtet werden möchten. Um nur eines herauszugreifen, z.B. dass sie sich schon seit je her “anders” gefühlt haben, weil sie Dinge zwischen den Zeilen lesen können, die andere nicht wahrnehmen. Dass sie ein sehr sehr reiches emotionales Innenleben haben und sich dadurch von vielen anderen unterscheiden.

Bücher unterstützen dabei, sich selbst besser zu verstehen und somit einen weiteren Schritt aus der Esssucht zu gehen.

Es gibt mittlerweile unzähliche gute Bücher über Esssucht. Folgende Bücher möchte ich herausgreifen:

Die Frau, die im Mondlicht aß

Die Frau, die im Mondlicht aß

Dieses Buch beleuchtet die Esssucht von vielen verschiedenen Seiten. Es beschreibt anschaulich, wie Frauen mit Esssucht dazu neigen, das Essverhalten vor alle anderen Probleme zu schieben. Sie sind dann so mit dem Essverhalten beschäftigt, dass für die echten, dahinter liegenden Themen keine Zeit und keine Energie mehr bleibt.

Das Buch hilft einen, ein besseres Verständnis zu sich selbst aufzubauen. Es ist ein Buch, das viel Weisheit enthält, sodass man es öfters lesen kann und wohl jedes Mal unterschiedliche Botschaften mitnimmt. Jedes Kapitel enthält auch ein Märchen oder eine Geschichte, wo das Thema, um das es geht behandelt wird.

Essen als Ersatz

Essen als Ersatz

Ein meiner Meinung nach sehr gutes Werk mit vielen praktischen Tipps. Von Geneen Roth stammt der Ansatz mit den “Zuwinkern / Summern”, den ich in meiner Arbeit ebenfalls verwende. Sie beleuchtet die Esssucht umfassend und beschreibt ehrlich ihren eigenen Weg aus der Esssucht.