Gedankensplitter

Ich schreibe öfters in Facebook Gruppen zum Thema Esssucht und manchmal denke ich, eigentlich könnte ich ein paar der Texte hier sammeln, denn vielleicht hilft der eine oder andere Gedanke der einen oder anderen Leser/in dieses Blogs weiter, als Ergänzung zum Buch „Essanfälle adé“.

Genuss ist ein wichtiges Thema am Weg aus der Sucht. Es geht darum zu lernen, dass Essen nicht der einzige Genuss ist. Es geht darum, sich Genuss im Leben wert zu sein. Das ist ganz schön schwierig und daher leider ein längerer Prozess. Wenn man noch sehr an seinen Essanfällen hängt, dann kann man sich nicht vorstellen, jemals ohne zu sein.
Bei mir selbst war es ein bisschen geschummelt oder besser gesagt grober Selbstbetrug, als ich sagte, dass Essen das tollste ist. Denn so oft findet das Essen in unbewusstem Zustand statt oder in rasenden Tempo. Für mich war der Genuss daran das voll sein, das mich endlich nicht mehr kontrollieren müssen … aber nicht das bewusste Schmecken jedes Bissens.
Was ich gelernt habe in meinem Leben betreffend Konflikte:
(1) Beide Seiten haben Recht. (daher ist es gut, sich erstmal möglichst in Ruhe die andere Seite anzuhören, bevor man weitere Schritte geht)
(2) Wenn man einmal Kritik hört ist es egal. Aber spätestens, wenn man die gleiche Kritik von drei verschiedenen Menschen hört, sollte man beginnen, sich Gedanken zu machen und Änderungen in Erwägung ziehen.

Das Leben nach der Esssucht – ein Bericht aus dem Alltag

Ein Leben mit Esssucht ist geprägt von dem Bemühen, eine gute Außenwirkung zu haben, idealerweise immer fröhlich, immer effizient, immer beschäftigt, immer kraftvoll.

Heute saß ich Mittags in meinem Lieblingslokal und es spielte dort eine Nummer, die ich sehr liebe:

Ich saß alleine an meinen Tisch, wartete auf mein Mittagessen und bewegte mich zur Musik, tanzen im Sitzen sozusagen, einfach aus Freude.

Manchmal tue ich Dinge im Alltag und erinnere mich dann plötzlich, wie es früher war. Und bin dann umso dankbarer, das heute erleben zu dürfen.

Früher wollte ich der Welt beweisen, wie gut ich drauf bin, wie gut es mir ging (obwohl es in meinem Inneren ganz anders aussah). Ich bewegte mich auch damals zur Musik, aber nicht nur aus innerer Freude heraus. Vielmehr hoffte ich, dass es „die anderen“ es sehen würden, mich loben würden für mein Bewegungskünste (Ruf nach Anerkennung) oder mich fragen würden, wie ich das hinbekomme, so gut gelaunt zu sein (Ruf nach noch mehr Anerkennung). Taten sie es nicht (natürlich taten sie es nicht) war ich enttäuscht und meine gute Laune fiel in sich zusammen. Wozu die Maske aufsetzen, wenn sie keiner sah?

Und heute? Ich mache meinen „Sitz-Tanz“, wenn es gerade stimmig ist, nicht um etwas zu erreichen. Es ist mir egal, ob ihn jemand sieht oder nicht. Solange ich nicht auf den Tisch hüpfe und das Geschirr heruntertrete, fällt mein Verhalten vermutlich sowieso nicht sonderlich auf 😉

Ich bin wie ich bin. Das macht das Leben viel einfacher und freier.

Sinnfreies tun

Im Buch „Essanfälle adé“ gibt es eine Übung, in der ich empfehle, hin und wieder bewusst etwas Sinnfreies zu tun, also etwas, das KEIN Ziel verfolgt, das NICHT produktiv ist und KEIN Ergebnis hat. Ich mag das Wort „sinnfrei“ sehr gerne. Gerade, wenn unser Alltag durchgeplant und -strukturiert ist, ist es gut, sich auch mal ein bisschen Freiheit zu gönnen.

Gestern fand ich zufällig folgendes Video, das dass, was ich mit „sinnfrei“ meine, sehr gut beschreibt. Es ist einfach diese kindliche Freude, Zeit mit sich selbst zu verbringen, ohne ihr einen speziellen Sinn geben zu müssen. Und letztendlich ist dann diese Qualitätszeit dann der Sinn.

„Essanfälle adé“ goes Ullstein

Ich freue mich, Sie informieren zu dürfen, dass das Buch „Essanfälle adé“ ab 2.1.2018 im Buchhandel erhältlich sein wird und auch weiterhin auf Amazon.

Essanfälle adé: Vom emotionalen Essen zum persönlichen Wohlfühlgewicht.

Nun stellt sich für die eine oder andere Leserin oder Leser vielleicht die Frage: Was ist am neuen Buch anders und muss ich es nochmals kaufen?

Müssen Sie natürlich nicht 🙂 Alle Inhalte und Zugänge sind die gleichen geblieben.

Die wesentlichste Änderung ist, dass das Buch von Ullstein neu lektoriert wurde, daher wurde die Sprache schöner und meiner Meinung nach runder, dennoch ist mein Stil der gleiche geblieben. Zusätzlich wird das Buch nochmal durch einen Korrektor geprüft, das heißt es wird (hoffentlich) fehlerfrei sein
(in meinem Buch im Selbstverlag waren ja leider doch noch der eine oder andere Fehler zu finden, wie ich in den Rezensionen las … das war ein Mitgrund, wieso ich mich für die Zusammenarbeit mit Ullstein zu entschied – Sie sehen, ich lese alle Kritiken und nehme sie ernst, sofern sie konstruktiv sind)

Dann hat das neue Buchcover eine wesentlich bessere Qualität, der haptische Genuss beim Lesen ist also höher. (auch das wurde in den Rezensionen kritisiert, siehe oben)

Den einen oder anderen Gedanken habe ich beim Überarbeiten noch hinzugefügt. Vor allem im Kapitel Psychotherapie, im Absatz wo ich über die Leistbarkeit der Therapie schrieb, habe ich nun auch berücksichtigt, dass es in Deutschland bezahlte Therapieformen gibt (das System in Österreich ist ein anderes)

Falls Sie das Buch schon besitzen, können Sie also im Jänner die Buchhandlung Ihres Vertrauens besuchen, in das Buch hineinblättern und dann entscheiden, ob Sie es nochmals kaufen möchten. Ich würde mich natürlich freuen (eh klar), aber wie gesagt, vom Inhalt her ist es nicht notwendig.

Im Jänner wird es auch eine Hörbuchausgabe geben, ich freue mich sehr, dass Simone Kabst das Hörbuch sprechen wird, sie ist eine meiner Lieblingssprecherinnen.

Und für all jene, die sich überlegen, ob Sie das Buch heuer noch kaufen sollen oder nicht: Von der Qualität des Buchs würde ich Ihnen empfehlen: warten Sie bis Jänner. Falls Sie allerdings momentan sehr an Ihrem Essverhalten verzweifeln und die bevorstehende Weihnachtszeit mit all ihren Keksen und dem vielen Essen fürchten, und sich an den einen oder anderen Grammatikfehler nicht stoßen, würde ich Ihnen doch empfehlen, es bereits jetzt zu kaufen. (also die Version im Selbstverlag, die es zur über Amazon  zu beziehen gibt.) Einfach, damit Sie sich nicht ganz so alleine fühlen. Das Buch, so wie es jetzt ist, bekam bereits zahlreiche positive Rezensionen und hat vielen Menschen geholfen. Sie könnten sich dann im Jänner immer noch überlegen, ob die Hörbuchausgabe vielleicht etwas für Sie wäre.

Im Wandel der Zeit

Gestern begleitete ich meinen Partner in den Wiener Prater, um ein paar Fotos von der Herbststimmung zu machen. Da erinnerte ich mich, dass wir das doch schon vor ein paar Jahren machten und ich damals die gleiche Jacke trug. Wäre doch interessant zu sehen, wie ich mich verändert habe. Alle Fotos sind spontante Aufnahmen im Alltag, ungestylt und ungeschminkt 🙂

Die Bilder mit dem bunten Schal sind aus 2014, jene mit dem grauen schal von 2017.

Als die Aufnahmen 2014 entstanden, schrieb ich gerade am Buch „Essanfälle adé“. An dem Tag, an dem die Fotos 2017 entstanden, lieferte ich gerade das nochmal überarbeitete Manuskript an Ullstein ab 🙂

Workshop „Essanfälle adé“ 25./26. November in Wien

Liebe emotionale Esserinnen,

am 25. / 26. November findet wieder unser Workshop zum Buch „Essanfälle adé“ statt und wir würden uns freuen, Sie bei dieser schönen Gelegenheit in Wien begrüßen zu dürfen 🙂
Es geht in diesem Workshop um genau jene Fragen, die emotionale Esserinnen nahezu ständig beschäftigen, nämlich:

  • Wie kann ich meinen Hunger und meine Sättigung spüren?
  • Was will ich eigentlich wirklich essen?
  • Wie kann ich überhaupt meinen Körper spüren?
  • Wie funktioniert das mit der Selbstliebe?
  • Wie geht es anderen Frauen mit diesen Themen – bin ich die einzige auf diesem Planeten, die an einem schrägen Essverhalten leidet?
    (um diese Frage gleich zu beantworten: Sie sind nicht die Einzige 🙂 Sie werden in diesem Workshop auf gleichgesinnte Frauen treffen)

Wir haben diesen Workshop Termin extra so gelegt, dass die Weihnachtmärkte bereits geöffnet haben und die Weihnachtsbeleuchtung installiert ist, sodass Sie in Wien eine wunderbare Stimmung erleben können. Darüber hinaus werden Sie rechtzeitig auf die Zeit der Weihnachtsessen vorbereitet.

Der Workshop wird von mir geleitet, mit Unterstützung meiner wunderbaren Assistentin Iris Lasta http://gesund-sensibel.at/.

Die Gruppe wird bewusst sehr klein sein, nämlich nur 6 Frauen. 5 Plätze sind bereits belegt und zwar mit zwei Frauen aus Wien, einer aus Stuttgart, einer aus Düsseldorf und einer Frau aus Mecklenburg-Vorpommern. Das heißt, es gibt nur noch einen Platz, wer schnappt sich den? 🙂

Den Frühbucherpreis (= 10% Rabatt) gibt es noch bis 25. Oktober.
Alle Infos zum Workshop finden Sie hier: Workshop „Essanfälle adé“

Falls Sie noch Fragen haben, die dort nicht beantwortet sind, schreiben Sie einfach hier oder gerne per Mail an olivia.wollinger@aivilo.at